Löschmittel Pulver und Kohlendioxid

Brennen und Löschen

Das Wichtigste in Kürze

  • Löschpulver löscht schlagartig durch Inhibition (stört die Flammenreaktion) und bei Glut durch eine Sinterschicht, die Sauerstoff abschneidet. BC-Pulver B und C, ABC-Pulver A, B und C, D-Pulver nur Metalle (Klasse D).
  • Nachteile von Pulver: Sichtbehinderung, Reizung der Atemwege, Korrosion und zerstörte Elektronik, Pulver zerstört Schaum (nur SV-Pulver).
  • Kohlendioxid (CO₂) erstickt und kühlt, rückstandslos, nicht leitend, gut für Elektro und empfindliche Geräte, aber Erstickungsgefahr in kleinen Räumen und Kälteverbrennungen am Schalltrichter. Nicht für Glutbrände.
  • Löschtechnik: mit dem Wind, Flächenbrand von vorn nach hinten, Tropfbrand von oben nach unten, in kurzen Stößen, Brandherd nicht mit der vollen Pulverwolke „wegblasen“.
  • Nach dem Einsatz Löscher auf den Kopf stellen und drucklos machen, neu füllen lassen.
Pulverarten
BC: Natrium- oder Kaliumhydrogencarbonat; ABC: Ammoniumphosphat/-sulfat; D (Metallbrandpulver): meist Alkalichloride (zum Beispiel Natriumchlorid)
Abstand Elektro
bei Spannungen unter 1.000 V in der Regel etwa 1 m (Herstellerangaben)
Hinweis
Theorie zum Nachlesen. Praktisch geübt wird in der Wache (Strahlrohrführung, Feuerlöscher, Schaumerzeugung). Bei Abweichungen gelten die Weisungen deines Trägers und die Herstellerangaben.

Löschpulver

Wirkung und Arten

  • Inhibition (antikatalytischer Effekt): Das Pulver unterbricht die Kettenreaktion der Flamme. Das wirkt in Sekunden.
  • Sinterschicht: Bei Glutbränden schmilzt das ABC-Pulver und bildet eine Schicht, die den Sauerstoff abschneidet.
  • BC-Pulver: auf Natriumhydrogencarbonat (Backsoda) oder Kaliumhydrogencarbonat (Hochleistungspulver). Für B und C.
  • ABC-Pulver: seit den 1950er-Jahren als Universalmittel, vor allem Ammoniumphosphat und -sulfat. Für A, B und C.
  • D-Pulver (Metallbrandpulver): das einzige genormte Mittel für Metallbrände, meist Alkalichloride.
  • Klasse F: BC-Pulver bietet keinen sicheren Schutz, besser Fettbrandlöscher.

Vorteile, Nachteile, Elektro

Vorteile: sofortige Wirkung, auch bei Spannung im Niederspannungsbereich (Sicherheitsabstand beachten), universell einsetzbar, auch bei Frost.
Nachteile:

  • Pulverwolke: starke Sichtbehinderung in Räumen, Reizung der Atemwege. In geschlossenen Räumen deshalb Atemschutz oder nur von außen.
  • Folgeschäden: Das feine Pulver verbreitet sich weit über den Brandherd hinaus, korrodiert, Elektronik (Platinen, Steckverbindungen) ist danach meist Schrott. Lager und Maschinen leiden.
  • Schaum: Viele Pulver zerstören Schaum, nur schaumverträgliche (SV) Pulver gemeinsam einsetzen.

Elektro: Bei Haushalts- und Fahrzeugspannungen unter 1.000 V beträgt der Sicherheitsabstand in der Regel etwa 1 m.

Kohlendioxid

Wirkung und Gefahren

  • Wirkung: verdrängt Sauerstoff (Ersticken) und kühlt durch Verdampfen. Rückstandsfrei, nicht elektrisch leitend.
  • Einsatz: Flüssigkeitsbrände, elektrische Anlagen, Räume mit empfindlichen Geräten. Wirkt nur bei Oberflächenbränden, nicht bei Glut (zündet sich wieder).
  • Gefahr Ersticken: Das CO₂ verdrängt die Raumluft. In kleinen oder geschlossenen Räumen kann es für Menschen tödlich sein, auch für den Anwender. In kleinen Räumen von außen durch die Tür arbeiten, danach lüften.
  • Gefahr Kälte: Am Schalltrichter entstehen Erfrierungen, nur am Griff halten, Schalltrichter nicht berühren.
  • Kleine Reichweite, kurze Entleerungszeit (2 kg etwa 5 bis 10 Sekunden).
  • Inertgase (Argon, Stickstoff, CO₂ und Mischungen) löschen in Löschanlagen durch Senken der Sauerstoffkonzentration, auch dort Erstickungsgefahr für Personen.

Anwendung Schritt für Schritt

Feuerlöscher richtig einsetzen

  1. Löscher holen, Brandklasse und Löschmittel prüfen (Piktogramm, Herstellerangaben).
  2. Hilfe holen (Notruf 112 oder jemanden schicken), Fluchtweg im Rücken.
  3. Sicherung ziehen, Löscher auslösen. Keine Körperteile in Wirkrichtung des Überdruckventils und des Löschstrahls.
  4. Mit dem Wind löschen. Flächenbrand von vorn nach hinten. Tropfbrand von oben nach unten. Flüssigkeitsbrand nicht in die Flüssigkeit spritzen.
  5. In kurzen Stößen löschen, mehrere Löscher gleichzeitig (nicht nacheinander) einsetzen.
  6. Nach dem Löschen den Brandherd beobachten (Wiederentzündung), Löscher auf den Kopf stellen und drucklos machen, neu füllen lassen.

Mehr Details auf der Seite „Feuerlöscher und Kübelspritze“.

Siehe auch