Feuerlöscher und Kübelspritze

Geräte

Das Wichtigste in Kürze

  • Feuerlöscher bekämpfen Entstehungsbrände. Die Brandklassen stehen als Piktogramm drauf, der Inhalt (Wasser, Schaum, Pulver, CO₂, Fettbrand, Metallbrand) bestimmt die Eignung.
  • Löschmitteleinheiten (LE) machen Löscher vergleichbar. Der Löschmittelvorrat reicht nur kurz: 6 kg Pulver etwa 15 bis 23 Sekunden (CO₂), 6 Liter Schaum oder Wasser 20 bis 30 Sekunden.
  • Bedienen: Sicherung ziehen, auslösen, mit dem Wind, kurze Stöße, keine Körperteile in Wirkrichtung von Überdruckventil und Löschstrahl. Danach auf den Kopf stellen und drucklos machen.
  • Prüfen: alle 2 Jahre durch Sachkundige, Löscher gut sichtbar und erreichbar, Fahrzeuglöscher griffbereit.
  • Kübelspritze A: wird von zwei Einsatzkräften eingesetzt.
Feuerlöscher
nach Herstellerangabe, Brandklasseneignung und Warnhinweise beachten
Nach dem Einsatz
auf den Kopf stellen, drucklos machen
Kübelspritze A
zwei Einsatzkräfte
Prüfung
spätestens alle 2 Jahre durch Sachkundige (Arbeitsstättenregel), Nachweis am Gerät (DIN 14406-4)
Hinweis
Theorie zum Nachlesen. Praktisch geübt wird in der Wache (Strahlrohrführung, Feuerlöscher, Schaumerzeugung). Bei Abweichungen gelten die Weisungen deines Trägers und die Herstellerangaben.

Bauarten und Löschmittel

Arten nach Löschmittel

  • Wasserlöscher: Wasser oder wässrige Lösungen, für feste Stoffe (A), wirkt durch Kühlen. Nicht für Fett und Metall, nicht bei Strom ohne Abstand.
  • Schaumlöscher: zielgerichtet, Verschmutzung im Rahmen, geeignet für A und B, auch dort, wo Geräte stehen. Nicht für Gase.
  • Pulverlöscher (ABC und BC): die am häufigsten verwendeten, schlagartige Wirkung, aber Sichtbehinderung und starke Verschmutzung.
  • CO₂-Löscher: rückstandslos, geeignet für Elektro und technische Räume. Erstickungsgefahr! In kleinen Räumen von außen durch den Türspalt arbeiten.
  • Fettbrandlöscher (Klasse F): verseifende Spezialschäume, Wasser nur als feiner Sprühnebel.
  • Metallbrandlöscher (Klasse D): Metallbrandpulver oder Hohlglasgranulat, keinesfalls Wasser.

Aufbau: Aufladelöscher und Dauerdrucklöscher

  • Aufladelöscher: zwei Behälter, Löschmittel und Treibgas getrennt. Beim Betätigen strömt das Treibmittel in den Löschmittelbehälter und setzt ihn unter Druck. Lebensdauer bis etwa 25 Jahre.
  • Dauerdrucklöscher: Löschmittel und Treibgas im selben Behälter, Betriebsdruck etwa 15 bar, Lebensdauer etwa 20 Jahre. Preisgünstiger, aber kleine Undichtigkeiten lassen das Treibgas unbemerkt entweichen, deshalb Manometer (Druckanzeige) prüfen.
  • Maximale Verwendungsdauer gibt der Hersteller in der Betriebsanleitung an.

Löschmitteleinheiten (LE) und Löschzeit

LE drücken das Löschvermögen nach Brandklasse aus. Beispiele (Löschvermögen, LE, Klasse A, Klasse B): 01: 5 A/21 B, 03: 55 B, 06: 21 A/113 B, 09: 27 A/144 B, 15: 55 A/233 B. Ein Wandhydrant zählt 27 LE, davon dürfen höchstens ein Drittel der nötigen LE kommen. Ein Löscher darf bis zu 15 LE haben.
Löschzeit (Anhaltswerte): CO₂ 2 kg: 5 bis 10 Sekunden, CO₂ 6 kg: 15 bis 23 Sekunden, Wasser/Schaum 2 l: 10 bis 15 Sekunden, 6 l: 20 bis 30 Sekunden, Wassernebel 2 l etwa 20 Sekunden, 6 l etwa 50 Sekunden. Die Dauer wird oft zu hoch eingeschätzt.

Bedienung und Pflege

Schritt für Schritt

Dauerdrucklöscher: 1. Sicherungsstift ziehen. 2. Hebel drücken. Mit dem Strahl auf den Brandherd zielen.
Aufladelöscher ohne Pistole: 1. Metallstift an der Öse ziehen. 2. Schlauch festhalten. 3. Hebel drücken.
Aufladelöscher mit Löschpistole: 1. Gelbe Sicherung ziehen, 2. roten Knopf drücken (Kartusche öffnet), 3. mit der Löschpistole gezielt löschen, der Löscher bleibt am Boden.
Immer: Wirkrichtung von Überdruckventil und Löschstrahl frei von Körperteilen, mit dem Wind, kurze Stöße, mehrere Löscher gleichzeitig.
Danach: auf den Kopf stellen und drucklos machen, nicht wieder einsetzen, neu füllen oder prüfen lassen.

Typische Fehler

  • Löschzeit unterschätzt (6 kg reichen nur Sekunden).
  • Falscher Löscher für die Brandklasse (Schaum auf Gas, Wasser auf Fett oder Metall).
  • CO₂ im kleinen Raum ohne Lüften.
  • Schlechter Lagerort: im Fahrzeug griffbereit (nicht tief im Kofferraum), sonst verzögert sich der Einsatz.
  • Zu spät mit dem Löschen begonnen: Löscher helfen nur beim Entstehungsbrand.

Aufstellung, Prüfung, Fahrzeug

  • Aufstellung nach der Arbeitsstättenregel ASR A2.2 über Löschmitteleinheiten je nach Brandgefährdung (zum Beispiel 9 LE = 27 A und 144 B).
  • Prüfung: spätestens alle 2 Jahre durch Sachkundige, Nachweis als Aufkleber (DIN 14406-4). Zusätzlich innere Prüfung etwa alle 5 Jahre (Betriebssicherheit) und Festigkeitsprüfung etwa alle 10 Jahre, CO₂-Löscher durch zugelassene Überwachungsstellen.
  • Feuerwehrfahrzeug: Pulverlöscher gehören zur Beladung, der Trupp, der gegen Brandgefahr sichert, hat Pulverlöscher und Schnellangriff dabei (FwDV 1). Mindestens zweifacher Brandschutz bei Unfällen (zum Beispiel Pulver und Wasser, siehe Seite „Verkehrsunfall Pkw“).
  • Kübelspritze A: wird von zwei Einsatzkräften bedient, im Winter Frostschutz zusetzen (ungeheizte Halle).

Siehe auch