Löschverfahren: Ersticken und Abkühlen

Brennen und Löschen

Das Wichtigste in Kürze

  • Vier Löschwirkungen: Abkühlen (Wärme entziehen, Wasser), Ersticken (Sauerstoff verdrängen oder abschneiden: Schaum, CO₂, Pulver, Abdecken), Entfernen des Brennstoffs (Zufuhr absperren, Schneisen) und Inhibition (Pulver stört die Flammenreaktion).
  • Kühlen ist auch vorbeugend: Es verhindert das Entzünden brennbarer Stoffe und den Zerknall von Behältern.
  • Direkter Löschangriff auf den Brandherd, indirekter (Kühlen von Gasen und Flächen), Außenangriff von außen in den Raum, Innenangriff im Gebäude.
  • Auswahl nach Brandklasse, Lage und Ausrüstung, Eigenschutz zuerst, Schäden durch das Löschmittel klein halten.
  • Dynamische Rohrführung und Sprühstoß-Technik sparen Wasser und schützen die Einsatzkräfte (siehe Innenangriff).
Begriffe nach DIN 14011
Abkühlen, Ersticken, inhibierende Löschwirkung, Brandklasse, Löschmittel, Löschwasser, Löschschaum, Inertgas, Löschpulver, Netzmittel
Hinweis
Theorie zum Nachlesen. Praktisch geübt wird in der Wache (Strahlrohrführung, Feuerlöscher, Schaumerzeugung). Bei Abweichungen gelten die Weisungen deines Trägers und die Herstellerangaben.

Die Löschwirkungen

Abkühlen

Löschverfahren, bei dem den brennenden Stoffen durch das Löschmittel oder andere Maßnahmen die zur Aufrechterhaltung des Brennens nötige Wärme entzogen wird.

  • Mittel: Wasser (nimmt viel Wärme auf, verdampft).
  • Gut bei: Brandklasse A, zur Kühlung von Behältern und zum Schutz benachbarter Bauteile.
  • Vorbeugend: Kühlen verhindert das Entzünden und den Zerknall von Behältern (zum Beispiel Gasflaschen im Brandbereich).
  • Praxis: Wasser flächig und dort aufbringen, wo es Wärme aufnimmt (auf das Brandgut), nicht ins Leere. Sprühstrahl verdampft besser, Vollstrahl erreicht tiefe Glutnester.

Ersticken

Löschverfahren, bei dem das Brennen durch Verändern des Mengenverhältnisses zwischen brennbarem Stoff und Sauerstoff unterbunden wird.

  • Mittel: Löschschaum (deckt ab), Kohlendioxid und Inertgase (verdrängen Sauerstoff), Pulver, Abdecken (Löschdecke, Deckel auf die Pfanne), Wasserdampf.
  • Gut bei: Klasse B und F.
  • Praxis: Die Abdeckung muss dicht und lange genug liegen, sonst entzündet sich der Stoff wieder an der heißen Oberfläche.

Brennstoff entfernen oder trennen

  • Gaszufuhr absperren (Hauptabsperrung, Flaschenventil, Armatur).
  • Brennbare Flüssigkeit ablassen oder abpumpen, brennbare Stoffe wegschaffen (Material aus dem Brandbereich ziehen).
  • Schneisen und Streifen (Vegetationsbrand, siehe Seiten „Vegetationsbrand“).
  • Trennen durch Schaumdecke zwischen Brennstoff und Luft.

Inhibition (antikatalytische Wirkung)

Unwirksammachen der für das Brennen mit Flamme nötigen Radikale (Moleküle oder Atome, die die Kettenreaktion der Flamme tragen).

  • Mittel: Löschpulver. Es greift in die chemische Reaktion der Flamme ein und unterbricht sie, deshalb ist die Wirkung schlagartig.
  • Gut bei: Flammenbränden der Klassen B und C, bei ABC-Pulver auch A.

Verdünnen und Abmagern

Brennbare Dämpfe und Gase in der Luft unter die untere Explosionsgrenze bringen, zum Beispiel durch Lüften und Sprühstrahl. Das senkt die Explosionsgefahr, ersetzt aber nicht das Absperren der Quelle.

Im Einsatz anwenden

Löschmittel auswählen: Entscheidungshilfe

  1. Eigensicherung: Abstand, Atemschutz, Strom, Explosion?
  2. Brandklasse bestimmen (A, B, C, D, F) und gefährliche Stoffe erkennen (Kennzeichnung).
  3. Löschmittel wählen: Wasser (A), Schaum (A, B), Pulver (A, B, C je nach Art), CO₂ (B, Elektro), Spezialmittel (D, F).
  4. Menge und Wasserversorgung prüfen (Tank, Pendelverkehr, lange Schlauchstrecke).
  5. Schäden durch das Löschmittel abwägen (Wasserschaden, Schaum- und Pulverschäden, Umwelt).
  6. Löschwasser bei Gefahrstoffen zurückhalten.

Direkter, indirekter Angriff, Außen- und Innenangriff

  • Direkte Brandbekämpfung: gezielt auf den Brandherd, mit dynamischer Strahlrohrführung (der Strahl wird kontrolliert bewegt). Ziel: gezielt löschen, unnötigen Wasserschaden vermeiden, den vorgehenden Trupp nicht durch zu viel Wasserdampf gefährden. Bei jedem Löschangriff geht man irgendwann in die direkte Brandbekämpfung über.
  • Indirekt: Kühlen von Rauchgasen und Oberflächen (Sprühstöße in die Rauchschicht), um Durchzündungen zu verhindern.
  • Außenangriff: Löschmittel wird von außen in das Innere eines Gebäudes oder Raums gebracht.
  • Innenangriff: Vorgehen im Gebäude unter Atemschutz. Regeln auf der Seite „Innenangriff unter Atemschutz“.

Siehe auch