Das Wichtigste in Kürze
- Schaum besteht aus Wasser, Schaummittel und Luft. Er deckt ab (trennt Brennstoff von Sauerstoff, erstickt) und kühlt (das Wasser im Schaum).
- Verschäumungszahl = Schaumvolumen geteilt durch Flüssigkeitsvolumen: Schwerschaum 4 bis 20, Mittelschaum 21 bis 200, Leichtschaum 201 bis 1.000.
- Geeignet für A und vor allem B. Nicht in spannungsführenden Anlagen und nicht bei Gasbränden (Klasse C). Polare Flüssigkeiten (Alkohol) brauchen alkoholbeständigen Schaum.
- Zumischrate (zum Beispiel 3 % = 3 Liter Schaummittel auf 100 Liter Gemisch) nach Herstellerangabe. Netzmittel (Class-A-Schaummittel) wirken schon bei 0,1 bis 0,5 %.
- Schaumstrahlrohr erst auf das Objekt richten, wenn gleichmäßiger Schaum kommt. Schaummittel nicht vermischen, nach dem Einsatz spülen, Löschwasser nicht ins Gewässer.
- Verschäumungszahl
- Schwerschaum 4 bis 20, Mittelschaum 21 bis 200, Leichtschaum 201 bis 1.000
- Frostbeständigkeit
- Schaummittel meist bis etwa −15 °C (Herstellerangaben, siehe Seite „Feuerwehr im Winter“)
- Umwelt
- Schaummittel sind wassergefährdend (Wassergefährdungsklasse 2), Löschwasser auffangen
- Hinweis
- Theorie zum Nachlesen. Praktisch geübt wird in der Wache (Strahlrohrführung, Feuerlöscher, Schaumerzeugung). Bei Abweichungen gelten die Weisungen deines Trägers und die Herstellerangaben.
Schaumarten und Wirkung
Wie Schaum entsteht
Ein Zumischer gibt dem Löschwasser Schaummittel zu (Schaummittellösung). Im Schaumstrahlrohr tritt Luft ein, die das Gemisch aufbläht. Je mehr Luft, desto leichter der Schaum. Die Verschäumungszahl gibt an, wie oft das Volumen zunimmt.
Begriffe nach DIN 14011: Löschschaum: Schaum aus Luft, Wasser und Schaummittel. Schaummittel: Flüssigkeit, die mit Wasser zur Schaummittellösung verdünnt wird. Schaummittellösung: Schaummittel in Wasser. Netzmittel: setzt die Oberflächenspannung des Wassers herab.
Schwer-, Mittel- und Leichtschaum
- Schwerschaum (4 bis 20): Hauptwirkung Kühlen, daneben Ersticken. Große Wurfweite, haftet gut, Standard bei Feuerwehren. Für Brandklasse A und B.
- Mittelschaum (21 bis 200): Hauptwirkung Ersticken, deckt größere Flächen ab, geringere Wurfweite.
- Leichtschaum (201 bis 1.000): verdrängt die Luft, füllt Räume (Keller, Lagerräume), sehr wenig Wasser, kaum Wurfweite.
- Class-A-Schaum: Bei Zumischrate 0,1 bis 0,5 % wirkt er schon als Netzmittel (Vegetationsbrand, Stroh). Er wird dabei nicht verschäumt, man benutzt normale Strahlrohre.
- Schaummitteltypen: Proteinschaum (nur Schwerschaum, gute Haftung), Fluorproteinschaum (eher Werkfeuerwehren), AFFF/AR (bilden einen dampfdichten Film auf Flüssigkeiten, teils wegen der Umwelt verboten oder eingeschränkt, alkoholbeständige Typen für polare Flüssigkeiten).
Einsatz Schritt für Schritt
Schaumangriff aufbauen (Zumischer)
- Befehl des Einheitsführers (Schaumart nur auf Befehl umstellen).
- Zumischer in Pfeilrichtung zwischen Verteiler und Schaumstrahlrohr einkuppeln, Dosierrad auf die nötige Zumischung stellen, Ansaugschlauch in den Schaummittelbehälter.
- Pumpe hochfahren, den richtigen Druck einstellen.
- Schaumstrahlrohr zunächst nicht auf das Objekt richten, bis gleichmäßiger Schaum austritt.
- Kein Brandrauch ansaugen, die Luftzutrittsöffnungen am Rohr nicht zuhalten.
- Schaum sanft auftragen, von der Seite, nicht in die brennende Flüssigkeit spritzen (sonst Verspritzen). Fläche vollständig abdecken, Schaumdecke erneuern, solange Brennstoff Dämpfe abgibt.
- Nach dem Einsatz Schläuche, Zumischer, Ansaugschlauch und Rohr gründlich mit Wasser spülen.
Grenzen, Sicherheit und Umwelt
- Nicht in unter Spannung stehenden Anlagen. In freigeschalteten Anlagen möglich.
- Nicht bei Gasbränden, und Pulver zerstört Schaum, nur schaumverträgliche (SV) Pulver zusammen mit Schaum.
- Schaummittel sind wasser- und gesundheitsgefährdend: nicht einatmen oder verschlucken, Augenschutz, Löschwasser nicht in Gewässer und Kanalisation.
- Verschiedene Schaummittel nicht mischen (Unverträglichkeit), Herstellerangaben beachten.
- Winter: Schaummittel sind meist bis etwa −15 °C frostbeständig.
Druckluftschaum im Innenangriff: Schläuche und Hitze
Feuerwehrschläuche nach DIN 14811 (Klasse C, Kategorie 1, die üblichen) wurden in Versuchen bei Hitze geprüft:
- Bei fließendem Löschmittel (Wasser oder Druckluftschaum) versagen sie bis etwa 500 °C Umgebungstemperatur nicht.
- Bei stehendem Löschmittel versagen sie unter etwa 250 °C nicht.
- Zwischen 250 und 400 °C bei stehendem Löschmittel halten wasserführende Schläuche lange (zum Beispiel 270 °C ohne Versagen, 400 °C Versagen nach etwa 48 Minuten). Schläuche mit Druckluftschaum platzen dagegen viel früher (270 °C nach etwa 34 Minuten, 300 °C nach etwa 8 Minuten, 400 °C nach etwa 1,6 Minuten).
Daraus folgt: Druckluftschaum im Innenangriff ist weiter möglich, aber mit Regeln.
- Im Innenangriff am Druckluftschaum-Strahlrohr die Stellung „Nass“ nach DIN 14430 verwenden.
- Schläuche nicht über 250 °C aussetzen. Ist das möglich (heiße Konvektion im Treppenraum, warme Blechflächen, Strahlung durch eine durchgebrannte Wand), darf die Löschmittelabgabe nur kurz unterbrochen werden, unabhängig vom Löschmittel.
- Über 250 °C verzichtet man auf die Druckluftzugabe. Der Maschinist schaltet sie ab, sodass die Leitung nur mit Wasser-Schaummittel-Gemisch gefüllt ist. Das senkt die Versagensgefahr auf das Niveau von Wasser, aber die Wurfweite sinkt.
- Über etwa 500 °C (Glut, Flammen, offene Strahlung) hilft keine Maßnahme. Eine solche Situation muss ausgeschlossen werden.
- Die alte Regel bleibt: Schläuche nicht mit Brandschutt, Glut oder Hitze in Kontakt bringen, egal welches Löschmittel.
- Orientierung: Mit Schutzkleidung zieht man sich ab etwa 200 °C zurück. Wo Kräfte sich aufhalten, ist Schlauchversagen daher in der Regel nicht zu erwarten. Bei Wohnungsbränden liegen die Leitungen meist in sicheren Bereichen.
- Immer gilt: Rückzugsweg des Angriffstrupps sichern oder einen Ersatzweg schaffen.
Quelle der Hinweise: Landesbranddirektor Baden-Württemberg (2014) auf Basis des Forschungsberichts 150 der Forschungsstelle für Brandschutztechnik Karlsruhe und eines vfdb-Berichts.