Das Wichtigste in Kürze
- H:Öl Land: laut Katalog Gruppe, Umweltbehörde als sonstige Stelle. H:Öl auf Wasser: Zug mit Ölsperre und Boot.
- Ziel: Ausbreitung stoppen, Gewässer und Boden schützen, Gefahrenstellen absichern. Reinigung und Entsorgung übernehmen Fachfirmen und Behörden.
- Kanalisation und Gewässer haben Vorrang: Gullys abdecken, Zuläufe sperren, Bindemittel streuen. Bindemittel auf Straßen nur mit Kennzeichnung „R“ (rutschfest).
- Ölsperre: schräg zur Strömung, Winkel nach Fließgeschwindigkeit (45° bei bis 0,5 m/s bis 15° bei 1,5 bis 2 m/s), mindestens 1/3 der Wassertiefe frei unter der Sperre.
- Übergabe: Die Feuerwehr gibt die Fläche nicht frei, sie übergibt an Straßenbaulastträger oder Polizei beziehungsweise Umweltbehörde.
- Stichwort
- H:Öl Land (Nr. 20 im Katalog)
- Beispiele laut Katalog
- (kein Beispiel im Katalog)
- Taktische Einheit
- Gruppe
- Sonstige Stellen
- Umweltbehörde
- Stichwort
- H:Öl auf Wasser (Nr. 21 im Katalog)
- Taktische Einheit
- Zug
- Besondere Einsatzmittel
- Ölsperre, Boot
- Hinweis
- Welche Kräfte für das Stichwort ausrücken, steht in der Alarm- und Ausrückeordnung deiner Wehr, die Katalogwerte sind nur Hinweise. Vor Ort entscheidet der Einheitsführer. Die Handgriffe übst du praktisch in der Wache.
Hinweis zur Tabelle: Stand der Katalogdaten: Juli 2015. Die Angaben sind Hinweise für mögliche Einsatzmittelketten. Maßgeblich ist die örtliche Alarm- und Ausrückeordnung.
Öl auf Land und Straße
Lage und Gefahren
- Gefahren: Rutschgefahr, Brandgefahr, Bodenverunreinigung, Eintrag in Kanalisation und Gewässer.
- Zuständigkeit: Sofortmaßnahmen der Feuerwehr, Reinigung durch Straßenbaulastträger, Fachfirma, Behörden (Untere Wasserbehörde).
- Kosten: nach Satzung, § 45 BbgBKG (Nr. 3 bei brennbaren Flüssigkeiten).
Schritt für Schritt
- Einsatzstelle absichern gegen den fließenden Verkehr (Aufstellung, Warnung).
- Quelle stoppen: Leck abdichten, Behälter aufrichten, Ablauf unterbinden.
- Ausbreitung verhindern: Wälle aus Bindemittel oder Erdreich, Gullys abdecken, Zuläufe sperren, Kanalisation und Gewässer schützen.
- Bindemittel dünn und gleichmäßig aufbringen (Sack, Eimer, Kanister), mechanisch einarbeiten, zusammenkehren und aufnehmen. Auf Verkehrsflächen nur Bindemittel mit Zusatz „R“ (rutschfest, rau; Typen I, II, III).
- Auffangen und Aufnehmen: Mulden, Pumpen, Auffangwannen.
- Behörden informieren: Untere Wasserbehörde bzw. Umweltbehörde, Straßenbaulastträger.
- Brandschutz und Rutschgefahr: Fahrbahn absichern, Verkehr warnen.
- Übergabe: Straßenbaulastträger oder Polizei veranlassen Nachreinigung, Entsorgung und Freigabe. Gebrauchtes Bindemittel hat die Eigenschaften des Öls, fachgerecht entsorgen.
Öl auf Wasser
Ölsperre richtig legen
- Lage erkunden: Menge, Strömung, Windrichtung, Zuläufe, Gewässerart.
- Ölsperre möglichst nahe an der Austrittsstelle, mit Boot und Verankerung.
- Immer schräg zur Strömung legen, damit das Öl nicht untergespült wird. Mindestens ein Drittel der Wassertiefe muss unter der Sperre frei bleiben.
- Anschlagpunkt am Ufer stromabwärts, dort sammelt sich das Öl. Bei Kurven innen liegen.
- Winkel und Länge nach Fließgeschwindigkeit (B = Gewässerbreite):
- bis 0,5 m/s: 45°, Länge etwa 1,5 × B.
- 0,5 bis 1,0 m/s: 30°, Länge etwa 2 × B.
- 1,0 bis 1,5 m/s: 20°, Länge etwa 3 × B.
- 1,5 bis 2,0 m/s: 15°, Länge etwa 4 × B.
- Mehrere Sperren hintereinander: mindestens 6 m Abstand.
- Öl abschöpfen oder binden durch geeignete Geräte und Fachfirmen.
- Behörden: Umweltbehörde, Wasser- und Schifffahrtsamt oder Wasserschutzpolizei.
Typische Fehler
- Gullys nicht abgedeckt.
- Falsches Bindemittel auf der Fahrbahn.
- Ölsperre senkrecht zur Strömung.
- Zu spät Umweltbehörde.
- Einsatzstelle zu früh freigegeben.
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