Das Wichtigste in Kürze
- Beim Hochhausbrand großzügig nachalarmieren: bei bestätigtem Brand mindestens zwei Löschzüge, Reserven bilden, Bereitstellungsraum festlegen.
- Depotgeschoss einrichten: in der Regel zwei Stockwerke unter dem Brandgeschoss. Von dort führt der Zugführer die Brandbekämpfungstrupps, dort stehen Rettungsdienst und Atemschutzüberwachung bereit.
- Aufzug bewusst nutzen: Feuerwehraufzug in die Taktik einbeziehen. Ohne Feuerwehraufzug zu Fuß mit dem Nötigsten aufsteigen, Ausrüstung erst im Depotgeschoss.
- Räumen mit System: zuerst das Brandgeschoss, dann die Stockwerke darüber (meist höchstens vier), dann das darunter. Weitere Geschosse kontrollieren, Personen in Wohnungen belassen, wenn keine Gefahr besteht.
- Einsatzabschnitte bilden: zum Beispiel Brandbekämpfung, Logistik, Kontrolle und Belüftung, Wasserversorgung, Räumung, Rettungsdienst.
Gefahren
- Komplexe Grundrisse und unübersichtliche Gebäudestruktur.
- Absturz von Trümmern und Glas.
- Hoher Winddruck in großer Höhe: Nach dem Bersten von Fenstern wird der Brand tiefer in das Gebäude gedrückt.
- Stromausfall: Gebäudetechnik und brandschutztechnische Einrichtungen können ausfallen.
- Gegebenenfalls sozialer Brennpunkt mit vielen Bewohnern.
Erste Maßnahmen
- Belüften und die betroffenen Bereiche kontrollieren.
- Zugangskontrolle im Erdgeschoss einrichten, gegebenenfalls durch die Polizei.
- Steigleitung und Wandhydranten nutzen. Druckerhöhungsanlage betriebsbereit?
- Atemluftfahrzeuge nachfordern. Versorger (Gas, Wasser, Strom) bei Bedarf einbinden, Sanität und Betreuung vorsehen.
- Lüftungs- und Klimaanlagen abstellen lassen, nicht den Rauchabzug.
Aufzug und Depotgeschoss
- Das Depotgeschoss ist der Ort, an dem sich Material, Atemschutz und Rettung sammeln. Atemschutzüberwachung läuft von dort.
- Weitere Ausrüstung schickst du allein mit dem Aufzug in das Depotgeschoss, aber nicht alles auf einmal, sonst fehlt bei einem Aufzugausfall alles.
Räumung und Kontrolle
- Personen sammeln lassen: Polizei und Rettungsdienst bringen sie zum Sammelplatz, damit wenige Feuerwehrkräfte gebunden werden.
- Zu erwarten: bei verrauchtem Treppenraum erfahrungsgemäß 10 bis 20 Rauchvergiftete. MANV erst auslösen, wenn die Personenzahl bestätigt ist, damit Kapazitäten geschont werden.
- Wohnungen kennzeichnen, mit unterschiedlicher Markierung für geräumt und nur kontrolliert.
Nach der Anfangsphase
- Betreuung und Unterbringung der Betroffenen organisieren.
- Verpflegung und Ablösung der Einsatzkräfte, Presseanfragen vorbereiten.
Was heißt das für dich?
- Zeit und Höhe zählen: Depotgeschoss früh einrichten, nicht bis zur Brandetage schleppen.
- Material zu Fuß, Aufzug nur gestaffelt.
- Räumen heißt Ordnung: erst Brand, dann oben, dann unten, Wohnungen markieren.
Siehe auch: B:Gebäude groß, Innenangriff, Feuerwehrpläne.
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- Löschzüge
- Mindestens 2 bei bestätigtem Brand
- Depotgeschoss
- In der Regel 2 Stockwerke unter dem Brandgeschoss
- Drehleiter
- Nennrettungshöhe etwa 7. OG, bei besten Verhältnissen höchstens etwa 10. OG
- Räumen
- Brandgeschoss, dann höchstens vier darüber, dann das darunter
- Funk
- Kanäle trennen, Funkabschirmung im Gebäude beachten, Gebäudefunk oder Repeater prüfen