Das Wichtigste in Kürze
- Fahrzeugfunk und Einsatzstellenfunk bleiben getrennt. Die Trupps sprechen an der Einsatzstelle mit ihrer Führungskraft, die Einsatzleitung gibt Wichtiges per Fahrzeugfunk an die Leitstelle weiter. Ein Trupp ruft nicht direkt die Leitstelle.
- Grundsatz im Digitalfunk BOS: Netzbetrieb (TMO) zuerst. Direktbetrieb (DMO) ist die Ausweichlösung für Stellen ohne gesicherte Netzabdeckung, zum Beispiel im Innenangriff.
- An der Einsatzstelle gilt meist: Trupps funken im DMO, die Einsatzleitung im TMO. Die Rufgruppen der Atemschutztrupps bleiben frei von allem anderen Funkverkehr.
Warum die Trennung wichtig ist
- Die Leitstelle braucht ein klares Lagebild, keine zwanzig Stimmen. Wenn jeder Trupp direkt meldet, geht der Überblick verloren.
- Die Meldekette folgt der Führungsorganisation: Trupp meldet an Gruppenführer, der an Zug- oder Abschnittsführer, die Einsatzleitung an die Leitstelle.
- Führungsebenen werden nicht übersprungen. Das muss geübt werden, sonst verlieren Führungskräfte den Überblick.
Netzbetrieb und Direktbetrieb an der Einsatzstelle
- TMO (Netzbetrieb): große Reichweite, vom Netz geführt, belastet aber Netzkapazität. Für die Einsatzleitung gut geeignet, weil Einsatzstellen oft weit ausgedehnt sind.
- DMO (Direktbetrieb): Geräte sprechen direkt miteinander, ohne Funkmast. Im Innenangriff, im Keller oder in Gebäuden reicht die Netzabdeckung oft nicht, deshalb ist DMO dort die übliche Lösung. Es schont außerdem das Netz.
- Grenze von DMO: begrenzte Reichweite. Größere Einsatzstellen lassen sich damit nicht mehr koordinieren.
- Zusammenarbeit mit anderen Organisationen: Polizei, Rettungsdienst oder Hilfsorganisationen werden über Zusammenarbeits-Rufgruppen im TMO eingebunden.
Rufgruppen im Direktbetrieb
- Die BDBOS hat für die Feuerwehr 20 DMO-Rufgruppen vorgesehen, die auf jedem Gerät vorhanden sind. Welche Gruppe an welcher Einsatzstelle gilt, regelt das jeweilige Land.
- Wiederholung vermeiden: Benachbarte Einsatzstellen dürfen nicht dieselbe DMO-Gruppe nutzen, sonst stören sie sich gegenseitig.
- Oberstes Ziel: Die Gruppen der Atemschutztrupps bleiben frei, damit ein Notruf oder eine Meldung nie zwischen anderem Funkverkehr untergeht.
- Bei größeren Einsätzen: weitere DMO-Gruppen für Einsatzabschnitte, damit keine Gruppe überlastet wird.
Zwei Geräte für Führungskräfte
- Eine höhere Führungskraft (Zugführer, Abschnittsführer) trägt oft zwei Geräte: eines im TMO für die Einsatzleitung, eines im DMO für die unterstellten Gruppenführer.
- Die beiden Geräte stören sich nicht, weil sie in verschiedenen Betriebsarten laufen.
- Die Ausstattung ist begrenzt: Je Fahrzeug werden meist nur wenige Geräte gebraucht, die Anzahl hängt von der Fahrzeuggröße ab (Trupp-, Staffel- und Gruppenfahrzeug).
Einheits-Handfunkgeräte
- Alle Handsprechfunkgeräte werden gleich programmiert. Jedes Gerät kann für Trupp- oder Führungsaufgaben genutzt werden, das ist flexibel.
- Voreinstellung: DMO-Gruppe bei Einsatztrupp-Geräten, TMO-Gruppe bei Führungs-Geräten.
- Farbmarkierung als Orientierung: Rot für Einsatztrupps, Gelb für Führung (Tastaturabdeckung oder Antennenring). Das ist keine verbindliche Norm, aber verbreitet.
- Kennung im Display (OPTA): nur Bezeichnung „HRT“ und eine laufende Nummer, keine Funktion. Der gesprochene Funkrufname darf zur Lage passen.
- Florian und Florentine: Florian nutzt man, wenn der Funkverkehr in erster Linie zur Leitstelle, zu Fahrzeugen oder Feuerwehrhäusern geht. Florentine gilt für Funk, der primär der Einsatzstelle dient, unabhängig von TMO oder DMO.
Objektfunk
- Wo möglich, setzt man bei Objektfunkanlagen auf Netzbetrieb (TMO). Das gilt besonders, wenn mehr als zwei Rufgruppen gebraucht werden, zum Beispiel in Krankenhäusern, Schulen, Versammlungs- und Verkaufsstätten.
- Netzunabhängige Anlagen können bei Produktions- und Lagerhallen oder reinen Bürogebäuden sinnvoll sein. Sie müssen mit der Brandschutzdienststelle abgestimmt werden.
- Genehmigungen laufen zentral: Frequenzen gehören der BDBOS, Betreiber stimmen sich mit den zuständigen Stellen ab.
Was heißt das für dich?
- Trupp im DMO, Führung im TMO, nie am Trupp vorbei zur Leitstelle.
- Atemschutz-Gruppe bleibt frei.
- Welche Gruppe gilt, steht in der Alarm- und Funkplanung deines Landes.
Siehe auch: Digitalfunk BOS, Regeln im Sprechfunkverkehr, Zusammenarbeit mit der Leitstelle, Atemschutzüberwachung.
- Taktische Trennung
- Fahrzeugfunk und Einsatzstellenfunk getrennt
- Netzgrundsatz
- TMO zuerst, DMO als Redundanz
- Einsatztrupps
- Handsprechfunkgerät im DMO
- Einsatzleitung
- TMO, meist über die Lokalgruppe der Feuerwehr
- DMO-Rufgruppen der Feuerwehr
- 20 von der BDBOS vorgegebene Gruppen
- Atemschutztrupps
- eigene DMO-Rufgruppe, nicht für anderen Verkehr nutzen
- Zweites Funkgerät für Führungskraft
- eines im DMO, eines im TMO
- Funkgeräte
- alle als Einheits-HRT programmiert, Farbmarkierung Rot (Trupp) und Gelb (Führung)