Nachrichten und Vorrangstufen

Funk und Leitstelle

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt drei Vorrangstufen: einfach, Sofort („Sofort“ oder „SSS“) und Blitz („Blitz“ oder „BBB“).
  • Der Absender legt die Stufe fest. Jede normale Nachricht ist eine einfache Nachricht.
  • Blitz nur bei unmittelbarer Gefahr für Leib und Leben, Kapitalverbrechen, bevorstehender Katastrophe oder dringendem Interesse der öffentlichen Sicherheit.
  • Notrufe im Digitalfunk entsprechen Blitz-Nachrichten.
  • Im Funk: „Blitz, Blitz, Blitz“ beziehungsweise „Sofort, Sofort, Sofort“ vor dem Rufnamen ankündigen.

Arten von Nachrichten

  • Gespräch: unmittelbarer, formloser Austausch.
  • Durchsage: formlose Übermittlung schriftlich abgefasster Nachrichten.
  • Spruch: Übermittlung formgebundener Nachrichten, die genau wiedergegeben werden.

Die drei Vorrangstufen

  • Einfache Nachricht: nicht gekennzeichnet, normaler Einsatzverkehr.
  • Sofort („Sofort“ oder „SSS“): Verzögerung würde zu negativen Einsatzauswirkungen führen, zum Beispiel mögliche Gefährdung von Personen, erheblicher Sachschaden oder unvorhergesehene Einsatzverlagerung. Bearbeitung vorrangig, aber nicht unverzüglich.
  • Blitz („Blitz“ oder „BBB“): unterbricht andere Kommunikation. Der Empfänger muss unverzüglich entgegennehmen und sichten. Nur bei unmittelbarer Gefahr für Leib und Leben, zur Bekämpfung von Kapitalverbrechen, bei unmittelbar bevorstehender Katastrophe oder dringendem Interesse der öffentlichen Sicherheit und Ordnung.

Anrufe mit Vorrangstufe

  • „Blitz, Blitz, Blitz – Heros K von Heros H neuer Einsatzauftrag – kommen.“
  • Die Stufe wird dreimal angekündigt, dann folgen Rufname der Gegenstelle, „von“ und eigener Rufname.
  • Wenn technisch möglich, nutzt man Verbindungen, die eine technische Bevorrechtigung erlauben.

Beispiele für die Wahl der Stufe

  • Einfach: „Leitstelle von Florian Havelland 10 LF 16/12-2: Einsatzstelle erreicht – kommen.“ Normaler Einsatzverkehr.
  • Sofort: Es wird Verstärkung gebraucht, die Lage verschlechtert sich, noch keine unmittelbare Lebensgefahr. Beispiel: weiteres Löschfahrzeug nachfordern, weil die Wasserversorgung nicht reicht.
  • Blitz: Unmittelbare Gefahr für Leib und Leben, zum Beispiel Atemschutzgeräteträger in Not, Gebäude droht einzustürzen, Person in akuter Lebensgefahr.

Beispielsprüche (Übung)

  • Sofort: „Sofort, Sofort, Sofort. Leitstelle von Florian Havelland 10 LF 16/12-2: weiteres Löschfahrzeug nachfordern, Wasserversorgung ungenügend – kommen.“
  • Blitz: „Blitz, Blitz, Blitz. Leitstelle von Florian Havelland 10 LF 16/12-2: Atemschutznotfall im Gebäude, Notfall-Trupp eingesetzt – kommen.“
  • Rufnamen und Texte sind Beispiele (Aufbau siehe Seite „Funkrufnamen in Brandenburg“). Verbindlich sind Funkrufnamen und Meldeverfahren deiner Leitstelle.

Wie reagierst du als Empfänger?

  • Blitz: sofort unterbrechen, annehmen, Nachricht sichten, bestätigen. Andere Gespräche ruhen.
  • Sofort: vorrangig vor einfachen Nachrichten bearbeiten, aber ohne die laufende Arbeit abzubrechen, wenn es nicht nötig ist.
  • Einfach: in der Reihenfolge abarbeiten.

Typische Fehler

  • Blitz zu oft: Wer dauernd „Blitz“ nutzt, entwertet ihn. Nur bei unmittelbarer Gefahr für Leib und Leben.
  • Sofort für Routine: „Sofort“ rechtfertigt keine normale Statusmeldung.
  • Stufe nicht angekündigt: Dreimal sagen („Blitz, Blitz, Blitz“), dann Rufname.
  • Notruf im Digitalfunk vergessen: Die Notruftaste entspricht einer Blitz-Nachricht (siehe Seite „Digitalfunk BOS: Grundlagen, TMO und DMO“).

Hinweis

Die Beispiele sind Übungsbeispiele, keine Einsatzvorgaben. Maßgeblich bleibt die Alarm- und Ausrückeordnung deiner Wehr.

Siehe auch