Das Wichtigste in Kürze
- Die dreiteilige Schiebleiter wird immer von zwei Trupps (vier Kräften) vorgenommen. Transportlänge etwa 5,60 m, ausgezogen 14 m, Rettungshöhe etwa 12,20 m (bis 3. OG).
- Fußabstand zum Objekt (Faustwerte): 1. OG etwa 1,5 m, 2. OG etwa 3,0 m, 3. OG etwa 4,5 m.
- Stützstangen sichern den Fuß und werden seitlich so ausgerichtet, dass sich die Leiter nicht durchbiegt oder verschiebt. Sie stehen locker auf dem Boden.
- Zugseil mit Mastwurf und Spierenstich um eine Sprosse. Die Fallhaken müssen aufsetzen. Ausfahren nur an einer Stütze, nicht im freien Stand.
- Als einzige Leiter wird sie beim Steigen vom anderen Trupp an den Stützstangen gesichert.
- Besetzung
- zwei Trupps (vier Feuerwehrangehörige)
- Maße
- Transportlänge ca. 5,60 m, Einsatzlänge 14 m, Rettungshöhe ca. 12,20 m (3. OG)
- Gewicht
- Holz etwa 100 kg, Aluminium etwa 75 kg
- Faustwerte Fußabstand
- 1. OG ca. 1,5 m, 2. OG ca. 3,0 m, 3. OG ca. 4,5 m
- Hinweis
- Die Abläufe stammen aus der bundeseinheitlichen FwDV 10. Handgriffe, Kommandos und Stand übst du praktisch in der Wache, am besten mit den Leitern deines Fahrzeugs (Typ, Gewicht und Teile unterscheiden sich). Herstellerangaben zur Belastung gehen vor.
Vornahme
Aufbau und Teile
- Drei Leiterteile, die sich ausschieben lassen. Beim Ausziehen verhindern Fallhaken das Wiedereinfahren, ein Zugseil zieht aus, eine Seilbremse bremst.
- Zwei Stützstangen seitlich am Unterteil sichern gegen Wegrutschen und seitliches Kippen.
- Im freien Stand nicht ausfahren, die Leiter wird zum Ausziehen aufgerichtet und von den Trupps gehalten.
Schritt für Schritt (FwDV 10)
- Zwei Trupps nehmen die Schiebleiter (mit dem Maschinisten) vom Fahrzeug.
- Sie tragen sie gemeinsam, mit ausgestrecktem Arm an den Sprossen, Leiterfuß voraus. Der Trupp, der später einsteigt, geht am Leiterkopf.
- Der Trupp am Leiterfuß legt diesen unterhalb der Anleiterstelle ab. Abstand zum Objekt nach der Einstiegshöhe (Faustwerte siehe oben).
- Der vordere Trupp löst die Halteriemen der Stützstangen, nimmt sie hoch und sichert den Fuß mit je einem Fuß auf der unteren Querstange.
- Der hintere Trupp richtet die Leiter auf, der vordere hilft durch Ziehen an den Stützstangen. Die Leiter steht nahezu senkrecht, mit leichter Neigung zur Anleiterstelle.
- Der vordere Trupp sichert die Leiter an den Innenseiten der Stützstangen. Der Truppführer des anderen Trupps tritt vor die Leiter, setzt einen Fuß auf die untere Querstange, hält die Leiter von außen an den Holmen und überwacht das Ausziehen.
- Der Truppmann löst das Zugseil, zieht die Leiter auf die erforderliche Länge aus und achtet auf das Aufsetzen der Fallhaken.
- Er befestigt das Zugseil mit Mastwurf an einer Sprosse und sichert mit Spierenstich.
- Die Leiter wird angelegt, die Stützstangen seitlich ausgerichtet (kein Durchbiegen, kein seitliches Verschieben), sie stehen locker auf dem Boden.
- Der befohlene Trupp steigt auf und ein. Der andere Trupp sichert beim Steigen die Leiter an den Stützstangen.
- Rücknahme umgekehrt. Zum Einfahren müssen die Fallhaken durch kontrollierten Zug am Zugseil eingeklappt werden, das Zugseil wird für den Transport gesichert.
Einsatz
Wann Schiebleiter, wann nicht
- Vorteil: große Höhe (3. OG), stabil durch die Stützstangen, Anleiterbereitschaft an Fassaden.
- Nachteil: schwer (bis etwa 100 kg), vier Kräfte, Platzbedarf (Fußabstand bis 4,5 m), Zufahrt und Untergrund nötig.
- Nicht bei Freileitungen in der Nähe, weichem Boden, Platzmangel (dann Steckleiter, Multifunktionsleiter oder Drehleiter).
Typische Fehler: Fußabstand zu klein oder zu groß, Zugseil nicht gesichert, Fallhaken nicht aufgesetzt, Stützstangen verspannt statt locker, Fuß nicht gesichert, Leiter im freien Stand ausgezogen.