Steckleiter: Aufbau und Einsatz

Geräte

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Steckleiter besteht aus Leiterteilen, die ineinandergesteckt werden. Höchstens vier Teile. Der Truppführer bestimmt, wie viele gebraucht werden, alle Teile werden zur Anleiterstelle getragen.
  • Vornahme: drei Kräfte (Trupp plus Melder) oder zwei Trupps. Leiterfuß voraus tragen, einen Schritt vor der Anleiterstelle ablegen, zusammenstecken, Schnappschlösser einrasten.
  • Aufrichten: gegen einen Festpunkt schieben, an den Holmen aufrichten, Fuß mit dem Fuß auf unterster Sprosse oder Holmende sichern. Ohne Festpunkt Fuß abstützen.
  • Besondere Verfahren: Einstecken am Leiterfuß (enger Raum) und Aufstecken (in die Tiefe).
  • Rettungshöhe mit vier Teilen etwa 2. OG. Der B-Teil ohne die untersten zwei Sprossen braucht ein Einsteckteil, wenn er unten steht.
Teile
A-Teil mit Sprossen am Leiterfuß, B-Teil ohne die untersten zwei Sprossen; höchstens vier Teile
Länge nach EN 1147
1 Teil 2,66 m, 2 Teile 4,57 m, 3 Teile 6,48 m, 4 Teile 8,39 m; jedes weitere Teil verlängert um 1,91 m
Gewicht
Holzleiter etwa 100 kg insgesamt (Alu deutlich leichter)
Vornahme
drei Feuerwehrangehörige oder zwei Trupps
Hinweis
Die Abläufe stammen aus der bundeseinheitlichen FwDV 10. Handgriffe, Kommandos und Stand übst du praktisch in der Wache, am besten mit den Leitern deines Fahrzeugs (Typ, Gewicht und Teile unterscheiden sich). Herstellerangaben zur Belastung gehen vor.

Vornahme

Durch drei Feuerwehrangehörige (Schritt für Schritt)

Ein Trupp (1) und ein weiterer Angehöriger (2, zum Beispiel der Melder).

  1. Sie nehmen die Steckleiter vom Fahrzeug (bei Bedarf mit Hilfe des Maschinisten). Grundsätzlich alle Teile werden mitgenommen.
  2. Sie tragen die Leiter Leiterfuß voraus zur Anleiterstelle und legen sie einen Schritt davor ab (Holzleiter mit der Schrägfläche nach oben).
  3. Positionswechsel: Der Truppführer tritt vor den Leiterkopf, die dritte Kraft dreht sich um, der Truppmann geht bis zum Leiterfuß und stellt sich rechts neben die Leiter.
  4. Die oberen Leiterteile werden bis zum Leiterkopf der darunterliegenden Teile zurückgenommen und eingesteckt. Sind die Schnappschlösser (Federsperrbolzen) nicht verriegelt, durch Drehen zum Einrasten bringen. Dabei hält jeder mit der einen Hand den Leiterfuß an den Schnappschlössern und mit der anderen den Leiterkopf an der dritten Sprosse.
  5. Werden nur drei Teile gebraucht, das vierte Teil entfernen.
  6. Die gesteckte Leiter gegen einen Festpunkt schieben, das erleichtert das Aufrichten.
  7. Truppmann und dritte Kraft richten an den Holmen auf. Der Truppführer hilft anfangs am Kopf, geht dann zum Leiterfuß und sichert ihn mit einem Fuß auf der untersten Sprosse.
  8. Rücknahme in umgekehrter Reihenfolge.

Durch zwei Trupps

Die beiden Trupps nehmen die Leiter (mit dem Maschinisten) vom Fahrzeug, tragen sie Leiterfuß voraus, legen sie einen Schritt vor der Anleiterstelle ab, machen eine Kehrtwendung und stecken die Teile zusammen (vorderer Trupp hält Fuß an den Schnappschlössern und Kopf an der dritten Sprosse). Bei nur drei Teilen das vierte entfernen. Gegen einen Festpunkt schieben. Der hintere Trupp richtet an den Holmen auf, der andere Trupp sichert den Fuß mit je einem Fuß auf dem unteren Holmende. Rücknahme umgekehrt.

Besondere Verfahren

Einstecken am Leiterfuß (enger Raum)

Wenn wenig Platz ist, wird die Leiter am Fuß verlängert: Die Steckleiter wird nahe zur Anleiterstelle gebracht, die Leiterpaare auseinandergenommen.

  1. Der Trupp erfasst ein Teil (Holzleiter mit der Schrägfläche zum Objekt), hebt es an den Schnappschlössern und Holmen hoch und legt es möglichst schräg an das Objekt an. Beim Hochheben möglichst lange mit jeweils einer Hand an die Holme greifen, damit die Leiter nicht seitlich kippt.
  2. Ein weiteres Teil steckt der dritte Angehörige oder der unterstützende Trupp in die Steckkästen der hochgeschobenen Leiter ein, Schnappschlösser verriegeln.
  3. So werden weitere Teile am Fuß eingesteckt. Ein B-Teil als unterstes Teil braucht ein Einsteckteil.
  4. Rücknahme umgekehrt.

Aufstecken (in die Tiefe)

Wenn die Leiter nach unten reichen muss (zum Beispiel in einen Schacht oder an eine Böschung):

  1. Leiter nahe der Stelle bereitlegen, Paare auseinandernehmen.
  2. Der Trupp lässt ein Teil an den Sprossen bis zur drittletzten Sprosse nach unten, hält es mit jeweils einer Hand an der Sprosse.
  3. Ein weiteres Teil wird aufgesteckt, der erste Trupp fasst mit der zweiten Hand die Schnappschlösser des oberen Teils und führt die Teile zusammen, Schnappschlösser verriegeln.
  4. Die Leiter wird weiter herabgelassen, bis sie auf dem Boden steht. Die richtige Ausrichtung ergibt sich durch seitliche Bewegung am Kopf.
  5. Im absturzgefährdeten Bereich Sicherung nach FwDV 1 (siehe Seite „Haltegurt und Absturzsicherung“).

Aufstellen ohne Festpunkt und Hilfsgerät

  • Ohne Festpunkt: Der Leiterfuß wird abgestützt, von einem oder zwei Angehörigen (Fuß gegen die unterste Sprosse oder das Holmende).
  • Als Hilfsgerät: zum Beispiel Schlauchstütze, Lastverteilung bei der Eisrettung. Belastungsgrenzen beachten, Standsicherheit prüfen, Teile mit Mehrzweckleinen verbinden.

Einsatzgrundsätze

Regeln, Maße, typische Fehler

  • Höchstens vier Steckleiterteile miteinander verbinden. Mit vier Teilen etwa 8,4 m Länge, damit erreicht man bei richtigem Anstellwinkel das 2. Obergeschoss.
  • Unterstes Teil ein B-Teil: Einsteckteil verwenden.
  • Belastung: meist eine Person je Leiterteil (Herstellerangabe).
  • Typische Fehler: Schnappschlösser nicht eingerastet, zu wenig Überstand, Leiter ohne Festpunkt aufgerichtet (Fuß rutscht), Teile vertauscht (A oben, B unten ohne Einsteckteil), Leiter über Kopf an Freileitungen.

Siehe auch