Mastwurf: Knoten der Feuerwehr

Knoten und Stiche

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Mastwurf ist der wichtigste Befestigungsknoten: anschlagen, selbstretten, halten, auffangen.
  • Er wird gelegt (zwei Augen über den Gegenstand schieben) oder gebunden (um den Gegenstand legen).
  • Er ist immer durch einen Spierenstich zu sichern.
  • Weitere Verwendung: Hochziehen von Geräten, Halteleine am Anschlagpunkt, Auszugseil der Schiebleiter, Seilsack.
Gruppe
Befestigungsknoten
Varianten
gelegt (über das offene Ende) und gebunden (um den Gegenstand)
Sicherung
immer mit Spierenstich, möglichst nah am Mastwurf
Verwendung
Anschlagen, Selbstretten, Halten, Auffangen, Hochziehen von Geräten, Auszugseil der Schiebleiter, Seilsack
Mastwurf um eine Holzstange, fertig angezogen
Fertiger Mastwurf um eine Stange Abbildung: USCG PTC Developer, CC0, über Wikimedia Commons

Mastwurf legen

Schritt für Schritt

Zwei übereinanderliegende Augen einer Leine
Zwei übereinanderliegende Augen: so sieht der fertige Mastwurf vor dem Überschieben aus (FwDV 1, Seite 109) Abbildung: FwDV 1 „Grundtätigkeiten – Lösch- und Hilfeleistungseinsatz“, Hrsg. Ausschuss für Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung (AFKzV), Stand September 2006, Seite 109, Kapitel 16. Amtliches Werk (§ 5 UrhG). Bildausschnitt der Originalseite, in Größe und Dateiformat angepasst, Inhalt nicht verändert.
  1. Mit der Leine zwei Augen nebeneinander legen: Die Leine so drehen, dass das von links kommende Ende über dem nach rechts laufenden liegt. Das rechte Auge auf dieselbe Weise formen.
  2. Das rechte Auge über das linke ziehen, sodass beide direkt übereinander liegen. Nicht verdrehen.
  3. Das Augenpaar über den Gegenstand schieben (Pfosten, Karabiner, Stiel).
  4. Festziehen und mit dem Spierenstich sichern.
Drei Phasen: ein Auge, zwei Augen nebeneinander, zwei Augen übereinander
Mastwurf legen: Auge, zweites Auge, beide übereinander (FwDV 1, Seite 109) Abbildung: FwDV 1 „Grundtätigkeiten – Lösch- und Hilfeleistungseinsatz“, Hrsg. Ausschuss für Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung (AFKzV), Stand September 2006, Seite 109, Kapitel 16. Amtliches Werk (§ 5 UrhG). Bildausschnitt der Originalseite, in Größe und Dateiformat angepasst, Inhalt nicht verändert.
Mastwurf über eine Stange geschoben und festgezogen
Mastwurf überschieben, festziehen und durch Spierenstich sichern (FwDV 1, Seite 109) Abbildung: FwDV 1 „Grundtätigkeiten – Lösch- und Hilfeleistungseinsatz“, Hrsg. Ausschuss für Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung (AFKzV), Stand September 2006, Seite 109, Kapitel 16. Amtliches Werk (§ 5 UrhG). Bildausschnitt der Originalseite, in Größe und Dateiformat angepasst, Inhalt nicht verändert.

Merkhilfe: Der Mastwurf entsteht aus zwei Halbschlägen, die man übereinanderschiebt, über den Gegenstand streift, festzieht und sichert.

Mastwurf binden

Schritt für Schritt

  1. Die Leine einmal um den Gegenstand führen und über die stehende Leine legen (1. Phase).
  2. Ein zweites Mal um den Gegenstand führen (2. Phase).
  3. Das Ende direkt an der Kreuzung unter der zuletzt gelegten Windung hindurchstecken (3. Phase).
  4. Festziehen (4. Phase) und mit dem Spierenstich sichern.
Vier Fotos: Mastwurf wird um einen Holm gebunden
Mastwurf binden in vier Phasen (FwDV 1, Seite 110) Abbildung: FwDV 1 „Grundtätigkeiten – Lösch- und Hilfeleistungseinsatz“, Hrsg. Ausschuss für Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung (AFKzV), Stand September 2006, Seite 110, Kapitel 16. Amtliches Werk (§ 5 UrhG). Bildausschnitt der Originalseite, in Größe und Dateiformat angepasst, Inhalt nicht verändert.

Wann legen, wann binden?

  • Legen: wenn du ein freies Ende hast und den Knoten über das Gerät schieben kannst (Haken, Karabiner, Griff).
  • Binden: wenn der Gegenstand schon an seiner Stelle steht (Geländer, Anschlagpunkt, Holm).

Einsatz

Anwendungsbeispiele

  • Anschlagen einer Leine am Anschlagpunkt (Treppengeländer, Leiterholm), Halteleine.
  • Selbstretten und Auffangen mit Feuerwehrleine.
  • Hochziehen von Geräten (Axt, Strahlrohr): Mastwurf plus Halbschlag.
  • Auszugseil der Schiebleiter an einer Sprosse (Mastwurf, Spierenstich).
  • Seilsack: zuerst eingelegtes Ende am Sack befestigen.
  • Saugleitung: Halteleine am Saugkorb (Mastwurf und Spierenstich oder Zimmermannsschlag).

Fehlerquellen

  • Spierenstich vergessen.
  • Augen verdreht beim Legen.
  • Nicht festgezogen oder Hintersicherung zu weit entfernt.
  • Bei großem Umfang des Anschlagpunkts (dicker Pfosten, Baum) kann sich der Mastwurf lösen: dann besonders sorgfältig sichern.
  • Knoten ohne Zug an einem glatten Gegenstand: rutscht.

Sicherheitshinweise

  • Anschlagpunkt auf Tragfähigkeit prüfen und oberhalb des Arbeitsplatzes wählen (siehe Seite „Haltegurt und Absturzsicherung“).
  • Immer hintersichern, Partnercheck.
  • Nie an scharfen Kanten oder beweglichen Teilen anschlagen.

Hinweis zum Üben

Das Lesen ersetzt keine Übung. Knoten lernst du mit den Händen: mit Feuerwehrleine und einem Pfosten oder Karabiner, zuerst langsam, dann blind und mit Handschuhen. Knoten, die Menschen sichern, übst du unter Aufsicht deines Ausbilders und lässt sie vor dem Einsatz kontrollieren.

Siehe auch