Das Wichtigste in Kürze
- Der Brustbund hält eine gefährdete Person in der Feuerwehrleine, damit sie nicht abstürzt.
- Die Leine liegt um den Nacken, die Enden laufen unter den Armen zum Rücken, kreuzen sich und kommen vor die Brust.
- Geschlossen wird er mit einem Pfahlstich, der straff über der Brust sitzt, und gesichert mit einem Spierenstich.
- Man braucht zwei Einsatzkräfte: eine bindet, eine wird gesichert.
- Gruppe
- Sicherungsbund
- Verwendung
- Halten, Rückhalten und Retten von Personen, Absturz ausschließen
- Personal
- zwei Einsatzkräfte
- Verschluss
- Pfahlstich, gesichert mit Spierenstich

Anlegen
Leine um den Nacken und über Kreuz

- Die Leine in ausreichender Länge aus dem Beutel nehmen.
- Die Feuerwehrleine der zu haltenden Person um den Nacken legen.
- Beide Enden nach vorn führen, sodass das kurze Ende den Boden berührt.
- Beide Enden unter den Armen zum Rücken führen, dort kreuzen und wieder nach vorn führen.
Pfahlstich über der Brust

- Mit dem langen Ende auf Höhe des Brustbeins ein Auge formen. Die Drehrichtung des Auges ist für die Funktion entscheidend.
- Das kurze Ende durch das Auge stechen, hinter dem langen Ende vorbei führen und von vorn wieder durch das Auge ziehen. Das ist der Pfahlstich.
- Den Knoten möglichst straff über der Brust schließen.
- Mit dem Spierenstich sichern, möglichst nah am Brustbund.
Sichern und Gesamtansicht

Merke: Der Pfahlstich ist ein fester Knoten, der sich nicht zuzieht. Er drückt deshalb nicht auf den Brustkorb. Sitzt er locker, kann die Person nach unten rutschen. Darum: straff.
Einsatz
Anwendungsbeispiele
- Halten mit der Feuerwehrleine: Die zu haltende Person wird mit dem Brustbund eingebunden, sie befindet sich unterhalb der Führung der Leine. Der Haltende steht außerhalb des absturzgefährdeten Bereichs.
- Rückhalten auf Böschung, Leiter, Flachdach.
- Retten einer Person (zum Beispiel aus einer Grube, Höhe) mit Feuerwehrleine.
Fehlerquellen
- Locker gebunden: Die Person rutscht nach unten.
- Auge falsch gedreht: Der Pfahlstich sitzt nicht richtig.
- Leine über die Schulter statt um den Nacken oder nicht gekreuzt.
- Spierenstich vergessen.
- Einbinden vor dem Halbmastwurf: Zuerst muss der Halbmastwurf (Haltender) stehen, erst dann der Brustbund.
Sicherheitshinweise
- Zwei Kräfte: eine bindet, eine sichert. Gegenseitige Sicherheitskontrolle.
- Leine straff führen, kein freies Hängen.
- Nur Feuerwehrleine, keine Mehrzweckleine.
- Bei Verletzten nach Absprache mit dem Rettungsdienst (Brustbund drückt auf den Brustkorb).
- Übung nur mit Puppen oder gesicherten Personen (siehe Seite „Haltegurt und Absturzsicherung“).
Hinweis zum Üben
Das Lesen ersetzt keine Übung. Knoten lernst du mit den Händen: mit Feuerwehrleine und einem Pfosten oder Karabiner, zuerst langsam, dann blind und mit Handschuhen. Knoten, die Menschen sichern, übst du unter Aufsicht deines Ausbilders und lässt sie vor dem Einsatz kontrollieren.