Brustbund mit Pfahlstich

Knoten und Stiche

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Brustbund hält eine gefährdete Person in der Feuerwehrleine, damit sie nicht abstürzt.
  • Die Leine liegt um den Nacken, die Enden laufen unter den Armen zum Rücken, kreuzen sich und kommen vor die Brust.
  • Geschlossen wird er mit einem Pfahlstich, der straff über der Brust sitzt, und gesichert mit einem Spierenstich.
  • Man braucht zwei Einsatzkräfte: eine bindet, eine wird gesichert.
Gruppe
Sicherungsbund
Verwendung
Halten, Rückhalten und Retten von Personen, Absturz ausschließen
Personal
zwei Einsatzkräfte
Verschluss
Pfahlstich, gesichert mit Spierenstich
Fünf Zeichnungen, die Schritt für Schritt zeigen, wie ein Pfahlstich (Palstek) gebunden wird
Der Pfahlstich (Palstek), mit dem der Brustbund geschlossen wird, Schritt für Schritt Abbildung: Buz11, CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons

Anlegen

Leine um den Nacken und über Kreuz

Zwei Fotos: Feuerwehrleine um den Nacken gelegt, Rückansicht des Brustbunds
Feuerwehrleine um den Nacken legen (links), Brustbund in der Rückansicht (rechts) (FwDV 1, Seite 115) Abbildung: FwDV 1 „Grundtätigkeiten – Lösch- und Hilfeleistungseinsatz“, Hrsg. Ausschuss für Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung (AFKzV), Stand September 2006, Seite 115, Kapitel 16. Amtliches Werk (§ 5 UrhG). Bildausschnitt der Originalseite, in Größe und Dateiformat angepasst, Inhalt nicht verändert.
  1. Die Leine in ausreichender Länge aus dem Beutel nehmen.
  2. Die Feuerwehrleine der zu haltenden Person um den Nacken legen.
  3. Beide Enden nach vorn führen, sodass das kurze Ende den Boden berührt.
  4. Beide Enden unter den Armen zum Rücken führen, dort kreuzen und wieder nach vorn führen.

Pfahlstich über der Brust

Vier Phasen des Pfahlstichs am Brustbund
Pfahlstich in vier Phasen (FwDV 1, Seite 116) Abbildung: FwDV 1 „Grundtätigkeiten – Lösch- und Hilfeleistungseinsatz“, Hrsg. Ausschuss für Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung (AFKzV), Stand September 2006, Seite 116, Kapitel 16. Amtliches Werk (§ 5 UrhG). Bildausschnitt der Originalseite, in Größe und Dateiformat angepasst, Inhalt nicht verändert.
  1. Mit dem langen Ende auf Höhe des Brustbeins ein Auge formen. Die Drehrichtung des Auges ist für die Funktion entscheidend.
  2. Das kurze Ende durch das Auge stechen, hinter dem langen Ende vorbei führen und von vorn wieder durch das Auge ziehen. Das ist der Pfahlstich.
  3. Den Knoten möglichst straff über der Brust schließen.
  4. Mit dem Spierenstich sichern, möglichst nah am Brustbund.

Sichern und Gesamtansicht

Spierenstich am Brustbund und Gesamtansicht
Sicherung mit Spierenstich und Gesamtansicht des Brustbunds (FwDV 1, Seite 117) Abbildung: FwDV 1 „Grundtätigkeiten – Lösch- und Hilfeleistungseinsatz“, Hrsg. Ausschuss für Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung (AFKzV), Stand September 2006, Seite 117, Kapitel 16. Amtliches Werk (§ 5 UrhG). Bildausschnitt der Originalseite, in Größe und Dateiformat angepasst, Inhalt nicht verändert.

Merke: Der Pfahlstich ist ein fester Knoten, der sich nicht zuzieht. Er drückt deshalb nicht auf den Brustkorb. Sitzt er locker, kann die Person nach unten rutschen. Darum: straff.

Einsatz

Anwendungsbeispiele

  • Halten mit der Feuerwehrleine: Die zu haltende Person wird mit dem Brustbund eingebunden, sie befindet sich unterhalb der Führung der Leine. Der Haltende steht außerhalb des absturzgefährdeten Bereichs.
  • Rückhalten auf Böschung, Leiter, Flachdach.
  • Retten einer Person (zum Beispiel aus einer Grube, Höhe) mit Feuerwehrleine.

Fehlerquellen

  • Locker gebunden: Die Person rutscht nach unten.
  • Auge falsch gedreht: Der Pfahlstich sitzt nicht richtig.
  • Leine über die Schulter statt um den Nacken oder nicht gekreuzt.
  • Spierenstich vergessen.
  • Einbinden vor dem Halbmastwurf: Zuerst muss der Halbmastwurf (Haltender) stehen, erst dann der Brustbund.

Sicherheitshinweise

  • Zwei Kräfte: eine bindet, eine sichert. Gegenseitige Sicherheitskontrolle.
  • Leine straff führen, kein freies Hängen.
  • Nur Feuerwehrleine, keine Mehrzweckleine.
  • Bei Verletzten nach Absprache mit dem Rettungsdienst (Brustbund drückt auf den Brustkorb).
  • Übung nur mit Puppen oder gesicherten Personen (siehe Seite „Haltegurt und Absturzsicherung“).

Hinweis zum Üben

Das Lesen ersetzt keine Übung. Knoten lernst du mit den Händen: mit Feuerwehrleine und einem Pfosten oder Karabiner, zuerst langsam, dann blind und mit Handschuhen. Knoten, die Menschen sichern, übst du unter Aufsicht deines Ausbilders und lässt sie vor dem Einsatz kontrollieren.

Siehe auch