Das Wichtigste in Kürze
- Beim Atemschutznotfall zählen Luft und Zeit. Der Sicherheitstrupp führt einen kompletten, einsatzbereiten Pressluftatmer mit Lungenautomat mit. Du übst den Tausch unter Stress und bei Nullsicht.
- Ablauf in fünf Schritten: 1. Auffinden und Lage beurteilen, 2. Atemluft kontrollieren, 3. Atemluft sichern, 4. Transportfähigkeit prüfen, 5. an einen sicheren Ort bringen.
- Nur zugelassene Geräte und Kombinationen verwenden. Selbstgebaute Rettungssets sind unzulässig, solange sie keine EG-Baumusterprüfung haben.
- Nach jedem Notfall: Gerät sicherstellen und nicht verändern, Ventilstellung, Umdrehungen, Flaschendruck, Umgebungstemperatur, Einsatzzeit und Tätigkeit aufschreiben, Leiter der Feuerwehr und Unfallkasse informieren.
Der Ablauf im Notfall
- Auffinden und Lage beurteilen: Lebensbedrohlich? Bewusstlosigkeit oder Gefahr (zum Beispiel Flammen) verlangen die sofortige Schnellrettung. Sonst weiter mit Schritt 2.
- Atemluft kontrollieren: Der Sicherheitstrupp entscheidet, ob die Luftversorgung gesichert werden muss oder der Vorrat zunächst reicht.
- Atemluft sichern: je nach Lage Lungenautomat wechseln, Mitteldruckleitung umstecken oder Atemanschluss tauschen. Dafür braucht der Trupp ein zusätzliches Gerät oder ein Langzeitgerät mit zweiter Mitteldruckleitung und Rettungslungenautomat.
- Transportfähigkeit prüfen: Nicht weiter gefährdet und Luft gesichert: patientenorientiert retten (zum Beispiel bei Beinbruch). Eingeklemmt und nicht zu befreien: weitere Mittel wie Hebekissen. Die gesicherte Luft verschafft dir die Zeit dafür.
- An einen sicheren Ort bringen: rauchfreier Raum, Balkon, Geschoss unter dem Brandgeschoss.
Wege zur Luftversorgung bei drohender Luftnot
- Kompletter Gerätetausch (empfohlen): Nur der Lungenautomat wird vom leeren aufs volle Gerät gesteckt. Das übst du unter Stress und bei Nullsicht.
- Rettungs-Set aus Flasche, Druckminderer, Manometer und Lungenautomat in einer Tasche (RIT-PAK): hängt seltener an Gurten fest als ein ganzes Gerät. Es braucht eine EG-Baumusterprüfung.
- Langzeitgerät mit Y-Stück: zwei 6,8-Liter-Flaschen aus Kohlefaser am Druckminderer, der Verunfallte hängt über eine verlängerte Mitteldruckleitung dran.
- Umkuppeln der Mitteldruckleitung: Die Leitung wird unter Druck gelöst und sofort am vollen Gerät angekuppelt. Weniger gut, weil es mehr Training braucht: In einer Übung wurden die Anschlüsse vertauscht, das Opfer bekam keine Luft.
- Wechselatmung (schlechteste Methode): Opfer und Retter teilen einen Lungenautomaten. Sie braucht viel Disziplin und lässt Schadstoffe eindringen.
Nach dem Zwischenfall
- Sicherheitstrupp und Reservegerät bereitstellen, Transportmittel vorhalten, Betroffene sofort versorgen.
- Leiter der Feuerwehr informieren, Unfallkasse oder Dienstherrn verständigen. Arbeits- und Wegeunfälle zeigt der Träger innerhalb von drei Tagen an, bei Todesfall oder Massenunfall sofort.
- Gerät samt Atemanschluss sicherstellen und nicht verändern oder selbst prüfen, bevor es neutral untersucht wurde.
- Festhalten: Ventilstellung, Zahl der Umdrehungen beim Schließen, Flaschendruck, Umgebungstemperatur, Einsatzzeit, Tätigkeit. Ablauf des Einsatzes oder der Übung genau protokollieren.
- Beinaheunfälle und technische Probleme melden, auch anonym über das FUK-CIRS-Meldesystem.
- Regelmäßig am eigenen Gerät üben und Übungen nachweisen. Fehlendes Üben am Gerät gilt als Organisationsverschulden des Trägers.
Was heißt das für dich?
- Erst Gefahr beseitigen, dann Luft sichern, dann retten.
- Gerätetausch üben, auch blind.
- Nach dem Unfall nichts verändern und alles aufschreiben.
Siehe auch: Atemschutzgeräteträger: Eignung und Atemschutznotfall, Atemschutzüberwachung, FwDV 7, Pressluftatmer.
- Ablauf
- Auffinden, Luft prüfen, Luft sichern, Transportfähigkeit prüfen, sicherer Ort
- Sicherheitstrupp führt mit
- Kompletten Pressluftatmer mit Lungenautomat
- Langzeit-Atemschutz
- Zwei 6,8-Liter-Flaschen aus Kohlefaser mit Y-Stück
- Unfallanzeige
- Innerhalb von 3 Tagen, bei Todesfall sofort
- Selbstbau
- Unzulässig ohne EG-Baumusterprüfung
- Beste Methode
- Kompletter Gerätetausch, nur der Lungenautomat wird umgesteckt
- Schlechteste Methode
- Wechselatmung an einem Lungenautomaten