Das Wichtigste in Kürze
- Der Sicherheitstrupp ist ein mit Atemschutz ausgerüsteter Trupp, der eingesetzten Atemschutztrupps im Notfall sofort hilft.
- Bei jedem Atemschutzeinsatz muss mindestens ein Sicherheitstrupp bereitstehen, Mindeststärke 0/2/2.
- Er trägt mindestens die Ausrüstung des Angriffstrupps, hat Gerät angelegt und die Einsatzkurzprüfung gemacht.
- Meist übernimmt der Wassertrupp diese Aufgabe: „Wassertrupp als Sicherheitstrupp einsatzbereit!“
- Reißt die Funkverbindung ab, geht der Sicherheitstrupp vor, bis die Verbindung steht oder er den Trupp erreicht. Ein neuer Sicherheitstrupp wird sofort bereitgestellt.
Der Sicherheitstrupp ist die Lebensversicherung der vorgehenden Atemschutztrupps. Er wartet nicht untätig, sondern ist jederzeit bereit zur Rettung.
- Definition
- Mit Atemschutzgeräten ausgerüsteter Trupp, der bereits eingesetzten Atemschutztrupps im Notfall unverzüglich Hilfe leistet (FwDV 3)
- Mindeststärke
- 0/2/2 (zwei Atemschutzgeräteträger), je nach Risiko größer (FwDV 7)
- Besetzung
- in der Regel der Wassertrupp
- Ausrüstung
- mindestens wie der Angriffstrupp, Atemschutzgerät mit Atemanschluss angelegt, Einsatzkurzprüfung durchgeführt, nach Lage weitere Hilfsmittel (zum Beispiel Rettungstuch) bereitgelegt
- Meldung
- „Wassertrupp als Sicherheitstrupp einsatzbereit!“
- Zusatzaufgaben
- nur, solange er jederzeit seiner eigentlichen Aufgabe gerecht werden kann
Aufgaben
- bereitstehen, um eingesetzten Atemschutztrupps im Notfall unverzüglich zu helfen
- ein entsprechend der zu erwartenden Notfalllage geeignetes Atemschutzgerät tragen
- weitere Hilfsmittel (zum Beispiel ein Rettungstuch) zum sofortigen Einsatz bereithalten
- zusätzliche Aufgaben übernehmen, solange er jederzeit seiner eigentlichen Aufgabe gerecht werden kann und der Einsatzerfolg nicht gefährdet wird
Wann muss ein Sicherheitstrupp bereitstehen?
- An jeder Einsatzstelle mit Atemschutztrupps unter Isoliergeräten mindestens ein Sicherheitstrupp (0/2/2).
- Bei mehreren Angriffswegen in von außen nicht einsehbare Bereiche: für jeden Angriffsweg mindestens ein Sicherheitstrupp. Die Anzahl richtet sich nach der Beurteilung der Lage durch den Einsatzleiter.
- Bei ausgedehnten Objekten (zum Beispiel Tunnelanlagen, Tiefgaragen) oder höherem Risiko wird die Stärke erhöht.
- Verzicht ist möglich, wenn eine Gefährdung der Trupps weitestgehend auszuschließen ist oder die Rettung auch ohne Atemschutz möglich ist, zum Beispiel bei Brandeinsätzen im Freien.
Schritt für Schritt: so wird ein Wassertrupp zum Sicherheitstrupp
- Wasserversorgung fertig: Der Wassertrupp stellt zuerst die Wasserversorgung her (sein Hauptauftrag).
- Ausrüsten: Beim Atemschutzeinsatz des Angriffstrupps rüstet sich der Wassertrupp mit Atemschutzgeräten aus, mindestens wie der Angriffstrupp.
- Anlegen und prüfen: Atemschutzgerät mit Atemanschluss anlegen und Einsatzkurzprüfung durchführen. Es kann angeordnet werden, dass der Atemanschluss noch nicht angelegt, sondern nur griffbereit ist.
- Hilfsmittel bereitlegen: zum Beispiel Rettungstuch, je nach Lage.
- Melden: „Wassertrupp als Sicherheitstrupp einsatzbereit!“
- Bereitstehen: Der Sicherheitstrupp bleibt in Bereitschaft, bis die Atemschutztrupps wieder draußen sind.
Funkverbindung und Rückweg
- Reißt die Funkverbindung zum Atemschutztrupp ab, muss der Sicherheitstrupp vorgehen, bis die Funkverbindung wieder besteht oder er den Atemschutztrupp erreicht hat. Sofort wird ein neuer Sicherheitstrupp bereitgestellt.
- Hat der vorgehende Trupp keine Schlauchleitung vorgenommen, muss der Rückweg anders gesichert sein, zum Beispiel durch eine Feuerwehrleine oder ein Leinensicherungssystem. Funk oder Wärmebildkamera sind dafür kein geeignetes Mittel.
Notfall: die Notfallmeldung „Mayday“
Geraten Einsatzkräfte in Not, setzen sie per Funk eine Notfallmeldung ab, mit dem Kennwort „mayday“. Es muss bei allen Notfallsituationen verwendet werden. Aufbau:
- Kennwort: „mayday; mayday; mayday“
- Hilfesuchende Einsatzkraft: „hier“ und der Funkrufname
- Standort
- Lage
- Gesprächsabschluss: „mayday – kommen!“
Ein Notsignalgeber erleichtert die Suche nach verunfallten Atemschutzgeräteträgern durch optische und/oder akustische Signale. Die FwDV 7 empfiehlt ihn für jede unter Atemschutz eingesetzte Einsatzkraft.