Das Wichtigste in Kürze
- Fit sein schützt im Einsatz. Körperliche Ertüchtigung gehört auf den Dienstplan jeder Wehr, aber sie muss sicher sein.
- Aufwärmen ist Pflicht (etwa 10 bis 12 Minuten), kein „Kaltstart“ wie im Einsatz. Der Dienstsport ist planbar.
- Vorbesprechung und Einweisung vor jeder Einheit: Uhren und Schmuck ab, Piercings abkleben, Geräte prüfen, Notfallplan.
- Passende Ausrüstung: Hallenschuhe für die Halle, Sportschuhe für draußen, im Zweifel Schoner und Helm beim Radfahren.
- Fair Play: körperbetonte Spielweisen vermeiden. Ballsportarten verursachen die meisten Sportunfälle.
- Feste und Spiele brauchen eine Gefährdungsprüfung, keine Aktion „auf gut Glück“.
- Aufwärmen
- etwa 10 bis 12 Minuten, 6 bis 8 Übungen, 2 Durchgänge
- Pause zwischen Übungen
- etwa 10 bis 15 Sekunden
- Beliebteste Sportart
- Volleyball, dann Fußball und Handball (Untersuchung HFUK Nord)
- Ausrüstung Halle
- Hallenschuhe mit abriebfester Sohle
- Notfall
- mindestens ein Handy mit in die Halle
- Quellen der Unfallkasse
- Leitfäden „Feuerwehrsport“ und „Sport in der Jugendfeuerwehr“, „FitForFire-Aufwärmfibel“
Vorher planen: Halle oder Platz?
Bevor es losgeht, klärst du, was die Sportstätte bietet:
- Wie viele Personen können mitmachen?
- Welche Geräte gibt es, welche Spielformen sind möglich, wie viel Platz haben wir?
- Wo ist die Erste-Hilfe-Ausrüstung und in welchem Zustand?
- Draußen zusätzlich: Stolperfallen und Unebenheiten auf Platz oder Laufstrecke, Rutschgefahr durch nassen Rasen, standfeste Tore und Geräte. Bei der Jugendfeuerwehr auch Gefahren in der Umgebung durch Straßenverkehr oder Gewässer, notfalls mit Sicherungsposten.
Einweisung am Anfang der Stunde
Der Übungsleiter bespricht und weist ein:
- Uhren und Schmuck ablegen, Piercings abkleben, lange offene Haare mit Haarband sichern.
- Geräte prüfen: Verstellmechanismen, Arretierungen, Verschraubungen fest? Bänke und Sprossenwände auf Splitter prüfen.
- Stolperfallen in der Halle: Bodenöffnungen (zum Beispiel für Volleyballnetze) verschließen, Trageschlaufen der Matten unter die Matte.
- Parcours: Auslaufzone frei von Hindernissen, hinter und neben den Hindernissen eine Auffangzone mit Matten. Keine „Abenteuerkonstruktionen“ aus aufgetürmten oder verbundenen Einzelgeräten. Geräte einzeln und nacheinander einsetzen, wenn nötig mit Hilfestellung. Tore und Geräte auf Kippsicherheit prüfen und nicht mehr benötigte wegräumen. Türen und Geräteraumtore bleiben geschlossen.
- Notfallablauf durchsprechen. Mindestens ein Handy ist dabei.
Aufwärmen
Aufwärmen ist die Verletzungsvorbeugung Nummer eins. Es macht Muskeln, Sehnen und Bänder elastischer, Gelenke belastbarer, verbessert die Sauerstoffversorgung und das Koordinationsvermögen und stimmt mental ein.
- Etwa 10 bis 12 Minuten, in sinnvollem Zusammenhang mit dem Hauptteil.
- Langsam beginnen und schrittweise steigern, nicht sofort „in die Vollen“.
- Allgemeines Programm: 6 bis 8 Übungen (zum Beispiel Laufen oder Walken, Armekreisen, Knieheben, „Äpfel pflücken“), mehrere Wiederholungen, 2 Durchgänge, niedrige Intensität, 10 bis 15 Sekunden Pause zwischen den Übungen, auf etwa 10 bis 15 m Strecke.
- Spezielles Programm (nach dem allgemeinen): bereitet auf Schnelligkeit, Sprungkraft und Gewandtheit vor.
- Kleine Spiele ohne maximalen Krafteinsatz und ohne starken Wettbewerbscharakter.
Ballsport und Fairness
Volleyball ist laut einer Untersuchung der HFUK Nord der beliebteste Feuerwehrsport, dicht gefolgt von Fußball und Handball. Hier passieren auch viele Unfälle.
Häufigste Ursachen: fehlerhafte Bewegung (Überstrecken von Hand, Arm oder Knie), Fouls und Behinderung durch Gegenspieler, unzureichendes Aufwärmen, schlechter Boden, falsche Ausrüstung, mangelhafte Geräte.
Häufigste Verletzungen: Bänderdehnungen und -risse, Hautabschürfungen, Prellungen, Gelenkkapselverletzungen, Brüche.
Vorbeugen:
- Aufwärmen (5 bis 10 Minuten moderat aktivieren).
- Bewegungsabläufe einüben, bevor das Spiel losgeht (Dribbeln, Passen, Wurf- und Fangtechnik, Ballannahme).
- Fair Play: nicht-körperbetonte Spielweise und angepasstes Tempo, zum Beispiel den Ball höchstens etwa 4 Sekunden halten, bei Körperkontakt automatisch Ballwechsel, höchstens drei Abspiele im Team.
- Auf Schuhe, Schoner und Spielfeld achten.
Ausrüstung
- Schuhe sind das Wichtigste. Hallenschuhe (flacher, stabiler, abriebfeste, nicht färbende Sohle) für die Halle, Laufschuhe (leicht, gedämpft, im Vorfuß eine halbe Daumenbreite Luft) für draußen, Walkingschuhe zum Walken, Fußballschuhe mit Nocken, ohne Stollen für den Rasen. Normale Turnschuhe sind auf Rasen rutschig.
- Schoner: Schienbeinschoner beim Fußball, Gelenkschoner für Knie und Ellbogen bei Sprungaktionen in der Halle.
- Kleidung: Funktionskleidung aus Kunstfasern statt Baumwolle, bei Kälte mehrere dünne Schichten (Zwiebelprinzip), Kopfbedeckung bei Kälte und Sonne.
- Radfahren oder Skaten: Helm gehört dazu, auch als Vorbild.
Verletzt? Erste Hilfe
Aufwärmen, Fairness, passende Ausrüstung und ein planbares Spielfeld verhindern die meisten Verletzungen. Wenn doch etwas passiert: Erste Hilfe leisten, bei Bedarf den Rettungsdienst rufen, den Unfall melden und dokumentieren (siehe die Seite zur Unfallversicherung).
Feste, Spiele und Kameradschaftsabende
Auch dienstliche Veranstaltungen stehen unter dem Schutz der Unfallversicherung, fallen aber durch viele Unfälle auf: Knochenbrüche, Band- und Gelenkschäden, Gesichts-, Augen- und Ohrverletzungen. Besonders riskant sind „Spiele ohne Grenzen“, Schubkarrenrennen, Orientierungsmärsche mit Spaßeinlagen und „Coldwater-Challenges“. Sie sind oft nicht trainierbar und verlangen ungewohnte Leistung. Eine Positiv- oder Negativliste gibt es nicht. Prüfe jede geplante Aktion auf Gefährdungen, nimm die Gesundheit der Teilnehmenden ernst und lass dir nicht von der Stimmung die Sicherheit nehmen.