Unfallschutz und Unfallverhütung

Gefahren der Einsatzstelle

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Feuerwehrdienst dürfen nur Maßnahmen getroffen werden, die ein sicheres Tätigwerden ermöglichen (DGUV Vorschrift 49, § 15).
  • Nur zur Rettung von Personen aus Lebensgefahr darf im Einzelfall unter Beachtung des Eigenschutzes von den Unfallverhütungsvorschriften abgewichen werden.
  • Auch Weg, Anfahrt, Dunkelheit, Hitze, Gewässer, Geräte und elektromagnetische Felder sind Gefahren.
  • Kein Gerät benutzen, dessen Bedienung du nicht kennst. Gute Ausbildung und Fortbildung schützen.

Grundsatz

Nach § 15 (1) DGUV Vorschrift 49 „Feuerwehren“ dürfen im Feuerwehrdienst nur Maßnahmen getroffen werden, die ein sicheres Tätigwerden ermöglichen. Im Einzelfall kann bei Einsätzen unter Beachtung des Eigenschutzes zur Rettung von Personen aus Lebensgefahr von den Bestimmungen abgewichen werden. Wurden Einsatzmittel nicht bestimmungsgemäß verwendet, prüft ein Sachkundiger danach, ob sie entsorgt werden müssen.

Weitere Gefahren im Alltag der Feuerwehr

  • Weg zum Feuerwehrhaus: kein Wegerecht für Privatfahrten, Witterung beachten.
  • Unvollständige Schutzausrüstung: führt zur Gefährdung und stellt einen Einsatz in Frage.
  • Einsatzfahrt: Sicherheitsgurte immer benutzen, Maschinisten nicht ablenken, Atemschutzgeräte im Mannschaftsraum erst nach dem Halt entriegeln.
  • Fließender Verkehr: auf der verkehrsabgewandten Seite absitzen, vor dem Fahrzeug antreten, Einsatzstelle absichern, Einweiser bei Fahrzeugbewegungen.
  • Dunkelheit und Sichtbehinderung: weiträumig ausleuchten, Scheinwerfer hoch anordnen, Blendung vermeiden, Freileitungen beachten. Bei Explosionsgefahr nur zugelassene Beleuchtung und Funkgeräte.
  • Hitze und Kälte: früh und genug trinken, rechtzeitig ablösen. Bei Kälte warme Kleidung.
  • Geräte: nur benutzen, was man bedienen kann.
  • Gewässer: Ertrinkensgefahr. Einsatzkräfte sichern, Rettungswesten nutzen.
  • Elektromagnetische Felder (Mobilfunk-, Rundfunk- und TV-Sender, MRT): Anlage vom Betreiber abschalten lassen, Sicherheitsabstand halten (Mobilfunk etwa 5 m, UKW etwa 10 m, TV etwa 50 m), Einsatzzeit dokumentieren.
  • Brandgefahr: jederzeit auf neue Brände achten, Zündquellen vermeiden.

Einsatzstellenhygiene

Am Einsatzort nicht essen, trinken oder rauchen (vor allem bei Rauch, Ruß und Gefahrstoffen). Schmutzige Schutzkleidung nicht in den Mannschaftsraum tragen, Hände und Gesicht reinigen. Verletzungen und Erkrankungen im Dienst im Meldeblock beziehungsweise Verbandbuch dokumentieren, damit der Zusammenhang mit dem Dienst später nachweisbar ist.

Siehe auch