Besonderheiten bei A-, B- und C-Einsätzen

Gefahrgut und ABC

Das Wichtigste in Kürze

  • A-Einsatz (radioaktiv): Strahlung, Messgeräte, Strahlenschutzüberwachung, 4A-Regel.
  • B-Einsatz (biologisch): Infektionsrisiko im Vordergrund, Risikogruppen 1 bis 4, Desinfektion.
  • C-Einsatz (chemisch): Stoff identifizieren ist entscheidend, Informationssysteme und Fachberater.
  • Bei A und B arbeitet die Feuerwehr eng mit Fachbehörden zusammen (Strahlenschutz, Gesundheitsamt, Veterinäramt, Pflanzenschutzamt).

A-Einsatz (radioaktiv)

  • Radioaktive Stoffe werden gesetzlich geregelt und behördlich kontrolliert, die Feuerwehr kann sich mit der Genehmigungsbehörde vorbereiten.
  • Messgeräte erkennen die Gefahr weitgehend.
  • Die Einteilung richtet sich nach Kontaminationsgefahr (offene Strahlenquelle) und Aktivität.
  • Schutz nach der 4A-Regel: Abstand halten, Aufenthaltsdauer begrenzen, Abschirmung nutzen, Abschalten. Je größer der Abstand, je kürzer der Aufenthalt, je besser die Abschirmung, desto geringer die Strahlendosis. Abschalten meint zum Beispiel Röntgen- und Beschleunigeranlagen.
  • Strahlenschutzüberwachung und ärztliche Überwachung. Erfassungsblatt für den A-Einsatz (Muster in Anlage 5).
  • Einsatzkräfte der Feuerwehr gelten als Einsatzkräfte im Sinn des Strahlenschutzgesetzes, nicht als beruflich exponierte Personen.

B-Einsatz (biologisch)

  • Im Vordergrund steht das Infektionsrisiko für Menschen. Bei pflanzen- oder tierpathogenen Agenzien arbeitet man mit Pflanzenschutzämtern und Veterinärämtern.
  • Risikogruppen nach Biostoffverordnung: 1 unwahrscheinlich krank machend, 2 Krankheit möglich, Verbreitung unwahrscheinlich, Behandlung möglich, 3 schwere Krankheit, Verbreitung möglich, Behandlung normalerweise möglich, 4 schwere Krankheit, große Verbreitung möglich, keine wirksame Behandlung.
  • Maßnahmen: Schutzkleidung, Desinfektion statt nur Dekon, Feststellung von Kontamination und Inkorporation, ärztliche Überwachung und Nachsorge.

C-Einsatz (chemisch)

  • C-Gefahrstoffe haben sehr unterschiedliche Eigenschaften, oft in Kombination: Inkorporation, Kontamination, aber auch Entzündung, Brandausbreitung, Explosion, Umweltgefahr.
  • Deshalb: den Stoff identifizieren und die Gefahren abschätzen. Informationssysteme und sachkundige Stellen sind besonders wichtig.
  • Einflussgrößen: Stoffart, Menge, Leckrate, Temperatur, Verdünnung, Brand, Explosionsgefahr, Ausbreitung (zum Beispiel durch Löschwasser).
  • Gefahrengruppen IC bis IIIC nach Standardmitteln, Sonderausrüstung oder Fachberatung.

Siehe auch