Das Wichtigste in Kürze
- Im Wald fehlen Hydranten. Wassersparend arbeiten: D-Strahlrohre (etwa 100 l/min), Löschrucksack, Netzmittel, Handwerkzeug. Die Wasserversorgung bekommt oft einen eigenen Einsatzabschnitt.
- Pendelverkehr (einfach oder doppelt) mit Zubringer-TLF und Angriffs-TLF, dazwischen ein Wasserübergabepunkt (WÜP). Bei langer Dauer wird der Zubringer-Kreislauf durch eine offene Schaltreihe ersetzt.
- Brandenburg: Einsatzleiter ist der Leiter der örtlichen Feuerwehr, ein Vertreter des Forstamtes ist Fachberater Forst. Waldbrandeinsatzkarten zeigen Wege und Löschwasserstellen.
- Luftunterstützung fordern die Träger an. Bundespolizei über KKM-Rufbereitschaft, Bundeswehr über das Kreisverbindungskommando. Die Kostenübernahme wird schriftlich erklärt.
- Nach dem Löschen: Der Einsatzleiter entscheidet über die Brandwache, die Übergabe wird protokolliert.
- Gefahrenstufen
- 1 sehr gering, 2 gering, 3 mittel, 4 hoch, 5 sehr hoch, täglich vom 1. März bis 30. September (Landesinformation des MLUK)
- Gefahrenklassen
- Waldbrandgefahrenklassen A1 (sehr hoch) und A (hoch) sind in Brandenburg ausgewiesen, festgelegt vom MLUK
- Hinweis
- Die Regeln folgen bundesweiten Ausbildungsempfehlungen (AG Nationaler Waldbrandschutz). Ob einzelne Regeln in Brandenburg als Weisung eingeführt sind, entscheidet der Träger des Brandschutzes. Brandenburger Vorgaben stehen auf der Seite „Löschwasser und Unterstützung“.
Löschwasser
Wasser sparen
Im Wald und auf Feldern ist das Löschwasser eingeschränkt. Man arbeitet wassersparend mit Strahlrohren um 100 l/min, Löschrucksäcken, Handwerkzeug, Hochdrucksystemen, Netzmitteln oder Schaum. Bei Wassermangel muss man auf defensive, indirekte Maßnahmen umstellen.
Netzmittel (zum Beispiel Class-A-Schaummittel, Mehrbereichsschaummittel) mit Zumischrate unter 1 %, meist 0,1 bis 0,5 % senken die Oberflächenspannung. Das Wasser dringt besser ein (Strohballen, tiefe Glutnester). Es wird nicht verschäumt, die Wirkung ist weiter die Kühlung. Umweltverträglich und abbaubar muss es sein. Schwerschaum kann als Riegel an Objekten oder für nasse Streifen helfen.
Frühzeitig die benötigte Wassermenge abschätzen und entscheiden: Wie viel Wasser, wie weit weg, wie groß und dynamisch ist der Brand, wie lange dauert der Einsatz? Der Abschnittsleiter Wasserversorgung plant und koordiniert.
Entnahmestellen
Teiche, Flüsse, Seen, Brunnen, Zisternen, Löschwasserbehälter. In Trockenzeiten können offene Wasserstellen ausgetrocknet sein. Gute Zufahrt und befestigte Aufstellfläche für Fahrzeuge, Tragkraftspritzen und Behälter. Liegt sie schlecht, kommt der Wasserübergabepunkt an eine Straße. Optimal sind große Stellen mit mehreren Pumpen, so dass mehrere TLF zugleich füllen.
Hubschrauber tauchen Außenlastbehälter in offene Gewässer ein. Die Tiefe sollte je nach Behälter 1,5 bis 3 m betragen, ohne Schlamm, Fremdkörper, Hindernisse, Bewuchs, Strömung.
Pendelverkehr
- Einfach: mehrere Fahrzeuge mit großem Tank bringen Wasser von der Entnahmestelle zur Brandstelle oder zum WÜP.
- Doppelt: Der Zubringer-Kreislauf (Zubringer-TLF) fährt von der Entnahme zum WÜP, der Angriffs-Kreislauf (Angriffs-TLF, ggf. mit thermischem Unterbodenschutz) vom WÜP zur Brandstelle.
- In schwer zugänglichem Gelände können Hubschrauber mobile oder feste Behälter füllen, aus denen die Kräfte entnehmen.
Wasserübergabepunkt
Puffer zwischen Zufuhr und Abnahme oder Schnittstelle zwischen zwei Förderarten. Möglich: großvolumige TLF, Pump- oder Güllefässer, Abrollbehälter, Faltbehälter, Becken, Teiche. Entnahme wie bei Entnahmestellen über eigene Pumpen (auch Tauchmotorpumpen), Schnellentleerungssysteme füllen schnell.
Für Hubschrauber ein eigener WÜP mit großen Auffangbehältern über 15.000 l und ausreichender Landefläche (je nach Behälter mindestens 35 × 35 m bzw. 50 × 50 m, Bewuchs höchstens 30 cm, kein loses Material, keine Freileitung).
Langfristig sichern
Bei großen, langen Lagen entstehen Mischformen. Der Zubringer-Kreislauf wird durch eine offene Schaltreihe (lange Schlauchstrecke mit Pufferbehälter) ersetzt: kontinuierlicher Wasserstrom mit wenig Personal. Ab dem WÜP bleibt der Angriffs-Kreislauf beweglich. Mehr dazu auf der Seite „Wasserförderung über lange Schlauchstrecken“.
Brandenburg: Waldbranderlass 2024
- Gefahrenstufen 1 bis 5 (1. März bis 30. September) werden täglich veröffentlicht. Waldbrandzentralen sind ab Stufe 3 zu besetzen und melden an die Integrierte Regionalleitstelle (IRLS) und das diensthabende Forstamt, umgekehrt auch.
- Einsatzleitung: Der Einsatzleiter der örtlich zuständigen Feuerwehr leitet die Bekämpfung (§ 9 Abs. 1 BbgBKG). Fachberater Forst: vor Ort ein Vertreter des Forstamtes, auf Kreisebene der Waldbrandschutzbeauftragte im Katastrophenschutzstab, auf Landesebene der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes.
- Waldbrandeinsatzkarten: digital beim Landesbetrieb Forst und den Gefahrenabwehrorganisationen, ergänzt durch analoge Karten 1 : 25.000 im UTM-System ETRS 89 bei Forstämtern, Landkreisen und kreisfreien Städten, KKM und IRLS. Sie enthalten Waldeinteilung, Wegenetz, Befahrbarkeit, Löschwasserentnahmestellen und Standorte des Überwachungssystems.
- Löschwasserentnahmestellen im Wald (§ 20 LWaldG): an Gewässern oder künstlich angelegt (Teiche, Brunnen, unterirdische Behälter), deutlich gekennzeichnet, einsatzbereit, jederzeit für Löschfahrzeuge erreichbar, nach DIN errichtet. Festlegung durch die untere Forstbehörde mit den Aufgabenträgern.
- Früherkennung: Der Landesbetrieb Forst betreibt das sensorgestützte System FireWatch mit über 100 Kamerasystemen.
- Luft und schwere Technik: Die Träger fordern Luftfahrzeuge und Außenlastbehälter an. Bundespolizei über die Rufbereitschaft des KKM (Koordinierungszentrum Krisenmanagement), Bundeswehr in der Regel über das örtliche Kreisverbindungskommando. Der Anfordernde erklärt die Kostenübernahme schriftlich. Landkreise halten Start- und Landeplätze, Ressourcen und Entnahmestellen in den Einsatzunterlagen bereit.
- Brandwache: Der Einsatzleiter entscheidet nach der Bekämpfung. Die untere Forstbehörde ermittelt den Eigentümer oder Nutzer und benachrichtigt ihn. Ist er nicht erreichbar oder nicht in der Lage, übernimmt die Forstbehörde die Wache (§ 35 Abs. 2 BbgBKG), der Verpflichtete trägt die Kosten. Übergabe und Übernahme der Fläche werden vor Ort protokolliert.
- Kampfmittel: In Brandenburg sind viele Flächen munitionsbelastet. Verdachtsflächen sind in den Einsatzkarten zu beachten. Abstände siehe Seite „Gefahren, LACES und Kontrollschwellen“.
Unterstützung
Weitere Einheiten
Frühzeitig Verbindungspersonen und Fachberater einbinden und Kosten klären. Landkreise und Kommunen können bei Hitze und Trockenheit Lagerfeuerverbote per Allgemeinverfügung erlassen.
- Polizei: Hubschrauber mit Wärmebild zur Erkundung und kleinen Außenlastbehältern (Landespolizei etwa bis 1000 l, Bundespolizei etwa bis 2000 l), Wasserwerfer, Räum- und Bergetechnik, Kampfmittelspezialisten, Absperrung, Durchsagetechnik.
- Bundeswehr (Amtshilfe): Hubschrauber mit Behältern bis etwa 5000 l, Feuerlöschkraftfahrzeuge, Pionier- und Räumtechnik, Aufklärung, Kampfmittelspezialisten, Transport und Versorgung. Nur ergänzend im Einzelfall und mit Vorlauf, also bei Großschadenslagen.
- Hilfsorganisationen: Betreuung, Behandlungsplätze, Unterkünfte, Logistik, Sammelräume, Wasserrettung (Überwachung von Entnahmegewässern für Luftfahrzeuge). Die Bergwacht hilft in unwegsamem Gelände.
- THW: Fachgruppen Räumen, Wasserschaden/Pumpen, Führung/Kommunikation, Logistik. Fachberater nötig, jeder Ortsverband hat einen.
- Forst: Ortskenntnis, Fachberater, Forwarder, Forsttraktor, Mulcher, Kenntnis der Wege und Entnahmestellen, Einschätzung von Folgen wie Erosion.
- Land- und Forstwirtschaft: Traktoren mit Pump-/Güllefässern, Pflüge, Mulcher, Lohnunternehmen für Wassertransport und Kontrolllinien.
- Luftbeobachter und Flughelfer: In Bayern als eigene Fachgruppen organisiert. Wie das in Brandenburg abläuft, regeln die Träger (siehe oben).
Luftkoordination
Setzen mehrere Träger Luftfahrzeuge ein, braucht es einen Luftkoordinator (Fachberater Luft in der Technischen Einsatzleitung oder Einsatzabschnittsleiter Luft). Aufgaben, Kennzeichnung (grüne und weiße Weste), Ausbildung und Alarmierung stehen auf der Seite „Luftkoordinator: Fachberater Luft und Einsatzabschnittsleiter Luft“. Wichtig: Im Abwurfbereich dürfen sich keine Bodenkräfte aufhalten.