Das Wichtigste in Kürze
- Die SEE-San ist ehrenamtlich besetzt. Die Helfer kommen meist aus den Hilfsorganisationen (DRK, ASB, Johanniter, Malteser) und sind im Alltag berufstätig.
- Sie ist eine taktische Einheit mit Führung, Behandlungs- und Transportteilen. Die Mindeststärke steht in der Anlage zur KatSV (Größenordnung knapp 40 Kräfte und rund 10 Fahrzeuge).
- Folge für den Einsatz: Sie ist nicht jederzeit sofort da. Tagsüber und an Werktagen ist die Verfügbarkeit geringer, der Aufbau dauert.
- Ausbildung: Sanitätsausbildung der Organisation, ergänzt durch Katastrophenschutzlehrgänge und Übungen (Alarmierungs- und Vollübungen nach KatSV).
- Einsatzkleidung und Fahrzeuge unterscheiden sich von denen der Feuerwehr. Auch die Rangbezeichnungen und Funkrufnamen.
Wer stellt die SEE-San?
Die Landkreise und kreisfreien Städte stellen die Einheit auf und unterhalten sie. Die Helfer kommen in aller Regel von Hilfsorganisationen, die im Katastrophenschutz mitwirken (BbgBKG § 18). Der Aufbau steht in der KatSV und ihrer Anlage. Das Land hat in der Verordnung mehrere Einheiten festgelegt, die SEE-San ist die des Sanitätsdienstes.
Ehrenamt und Hauptamt: was heißt das?
- Im Katastrophenschutz arbeiten die Helfer freiwillig und ehrenamtlich (BbgBKG § 19). Sie haben einen Beruf und sind nicht jederzeit verfügbar.
- Der Rettungsdienst im Alltag wird dagegen hauptamtlich gefahren (Rettungsdienstpersonal von Hilfsorganisationen und privaten Anbietern). Das sind andere Personen und eine andere Struktur als die SEE-San.
- Freistellung: Für Mitwirkende gelten die Regeln zur Freistellung und Lohnfortzahlung entsprechend wie bei Feuerwehrangehörigen (über BbgBKG § 19 Abs. 1 und § 27). Das funktioniert nur, wenn der Arbeitgeber mitspielt.
Für dich heißt das: Rechne damit, dass die SEE-San erst nach einiger Zeit eintrifft und ihre Stärke schwankt. Plane die erste Phase der Lage mit Feuerwehr und Regelrettungsdienst.
Wie die Einheit aufgebaut ist
- Taktische Einheit: Sie arbeitet als strukturierte Gliederung am Schadensort. Zur Gliederung gehören typisch Führung, Behandlung (Patientenablage, Behandlungsplatz) und Transport.
- Führung: Es gibt Einheitsführer und Führungsgehilfen. Sie melden an den Abschnittsleiter oder die Einsatzleitung.
- Fahrzeuge und Material: Sanitäts- und Behandlungsfahrzeuge, Zelte und Beleuchtung. Genauer legt es die Anlage zur KatSV fest.
- Absetzbar: Die Einheit kann auch an einem abgesetzten Platz arbeiten (zum Beispiel Behandlungsplatz am Rand der Lage).
Worauf du als Feuerwehrangehöriger achten solltest (Sensibilisierung)
- Begrüße und weise ein. Die Helfer kennen die Einsatzstelle nicht. Zeige Zufahrt, Aufstellfläche und Gefahrenbereich.
- Unterschiedliche Sprache: Rettungsdienst und Feuerwehr nennen Funktionen und Fahrzeuge unterschiedlich. Frag nach statt zu raten.
- Belastung beachten: Ehrenamtliche Helfer sind oft nach dem Beruf im Einsatz. Denke an Ablösung und Verpflegung, auch für sie.
- Eigene Zuständigkeit: Die Helfer folgen ihrer Führung. Aufträge gehen über deren Einheitsführer, nicht an einzelne Helfer vorbei.
- Gefahren erklären: Sie sind für den Gefahrenbereich der Feuerwehr nicht ausgebildet. Lass sie nicht ohne Einweisung in den Gefahrenbereich.
Siehe auch: Schnittstellen zur SEE-San, KatSV, Hilfsorganisationen.
Das ist eine Zusammenfassung zum Lernen und keine Rechtsberatung. Die Zahlen der Mindeststärke stehen in der Anlage zur KatSV und ändern sich mit der Fassung. Verbindlich ist der aktuelle Text in BRAVORS.
- Besetzung
- überwiegend ehrenamtlich
- Träger
- Hilfsorganisationen im Auftrag von Landkreis oder kreisfreier Stadt
- Gliederung
- Führung, Behandlung, Transport (taktische Einheit)
- Mindeststärke
- laut Anlage zur KatSV (Größenordnung knapp 40 Kräfte, rund 10 Fahrzeuge)
- Übungen
- Planübungen und Alarmierungsübungen alle 2 Jahre, Vollübungen alle 5 Jahre (KatSV)
- Wichtig für
- alle Einsatzkräfte, die mit Sanitätsdienst zusammenarbeiten