Offenes Gewässer und Saugleitung

Wasserversorgung

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Saugleitung wird zuerst vom Maschinisten an die Pumpe angekuppelt, danach zu Wasser gebracht.
  • Sie liegt genügend tief und entgegen der Fließrichtung. Die Halteleine wird unter Spannung befestigt.
  • Die Ventilleine wird lose verlegt und neben der Pumpe abgelegt.
  • Eine Tragkraftspritze wird bei Bedarf vor dem Anschluss gegen Ab- und Verrutschen gesichert.
  • Alternativ geht auch eine Turbinentauchpumpe oder Tauchmotorpumpe.
Reihenfolge
Saugleitung an Pumpe kuppeln, dann ins Wasser bringen
Lage
genügend tief, gegen die Fließrichtung
Halteleine
unter Spannung an geeigneter Stelle befestigen
Alternative
Turbinentauchpumpe, Tauchmotorpumpe

Schritt für Schritt

  1. Saugleitung auslegen und vom Maschinisten an die Pumpe ankuppeln.
  2. Die Leitung zu Wasser bringen und im Gewässer positionieren: genügend tief, entgegen der Fließrichtung.
  3. Halteleine unter Spannung an einer geeigneten Stelle befestigen.
  4. Ventilleine lose verlegen und neben der Pumpe ablegen.
  5. Bei einer Tragkraftspritze diese bei Erfordernis vor dem Anschluss gegen Ab- und Verrutschen sichern.

Einsatz im Löschzug

Bei der Wasserentnahme über Saugschläuche aus offenem Gewässer befiehlt der Einheitsführer in der Regel einen Einsatz mit Bereitstellung. Den Aufbau übernimmt vor allem der Wassertrupp.

Saugbetrieb im Detail

  • Standort: Pumpe möglichst waagerecht und nahe am Gewässer aufstellen.
  • Vor dem Einbringen bereitlegen: Saugkorb, Schutzkorb, zwei Kupplungsschlüssel, Ventilleine, Halteleine.
  • Lage des Saugkorbs: mindestens 30 cm unter der Wasseroberfläche (sonst Lufttrichter), nicht bis in den Schlamm.
  • Fließrichtung: Die FwDV 1 verlangt die Saugleitung entgegen der Fließrichtung. In Bayern wird bei verschmutzten, fließenden Gewässern teils die Lage in Fließrichtung gelehrt. In Brandenburg gilt die FwDV 1, bei Unklarheit fragt den Ausbilder (siehe Seite „Pumpe bedienen: Inbetriebnahme, Betrieb, Winter und Wartung“).
  • Entlüften: Saugleitung und Pumpe entlüften. Sobald das Ausgangsdruckmanometer Druck zeigt, Entlüftungseinrichtung ausschalten (entfällt bei Ansaugautomatik).
  • Druckausgang öffnen: Niederschraubventil bei etwa 3 bar langsam bis zur Sperrklinke, Füllen der Schlauchleitung beobachten. Die Ansaugautomatik schaltet spätestens bei 2,5 bar ab. Erst nach gefüllter B-Leitung auf 5 bis 8 bar erhöhen.
  • Praktische Saughöhe: abhängig von Luftdruck (Höhenlage, Wetter), Wassertemperatur und Saughöhenverlusten, im Regelfall etwa 6 bis 8 m.

Typische Störungen beim Saugen

  • Keine Unterdruckanzeige am Eingangsdruckmanometer: Saugkorb im Wasser? Saugleitung stark undicht? (Trockensaugprobe ohne Saugleitung, Saugschläuche einzeln prüfen), Manometer defekt, Fehler an der Entlüftungseinrichtung.
  • Unterdruck steigt, Ausgangsdruck fällt leicht: Rückschlagorgan im Saugkorb defekt, Saugkorb oder Sieb verlegt (reinigen), Innengummierung der Saugleitung lose, Saughöhe zu groß.
  • Manometerzeiger flattern: Saugkorb nicht tief genug, Saugleitung leicht undicht oder Luftpolster („Schwanenhals“). Lage der Saugleitung prüfen.
  • Unterdruck steigt, Ausgangsdruck fällt stark, ungewöhnliche Pumpengeräusche: Schlauch geplatzt, Druckbegrenzungsventil spricht an, zu viel Wasserabgabe, zu wenig Gegendruck (Gefahr der Kavitation, zum Beispiel beim Lenzen im Hochwasser). Drehzahl vermindern, Gegendruck erzeugen (Niederschraubventil teilweise schließen), Gruppenführer verständigen.

Abbau, Prüfung und Pflege

  • Außerbetriebnahme nur auf Weisung des Gruppenführers. Gashebel auf Leerlauf, Ventile schließen, auskuppeln, Motor aus, Ventilleine ziehen, Saugleitung abkuppeln, Pumpe entwässern.
  • Nach Schmutzwasserbetrieb Pumpe und Entlüftungseinrichtung mit sauberem Wasser spülen.
  • Sieb am Sauganschluss reinigen und fetten, Trockensaugprobe, Blindkupplungen ankuppeln, Niederschraubventile entlasten.
  • Schließdruck jährlich prüfen: höchster erreichbarer Druck bei Nullförderung und Höchstdrehzahl. Pumpen nach DIN 14420 liegen bei 14 bis 16 bar, Pumpen nach DIN EN 1028 (FPN 10-xxxx) bei 10 bis 17 bar. Abweichungen oder Undichtigkeiten dem Kommandanten melden.
  • Entnahme genehmigen lassen: Für Übungen Genehmigung der zuständigen Dienststellen einholen.

Die Handgriffe übst du praktisch in der Wache.

Siehe auch