Das Wichtigste in Kürze
- Brand mit Gefahrgut: Laut Katalog ein Zug mit 2 LF und 1 RW, ABC-Zug, Wärmebildkamera, 16 Atemschutzgeräte, ELW 1. Fachberater Gefahrgut.
- GAMS-Regel: Gefahr erkennen, Absperren, Menschenrettung durchführen, Spezialkräfte alarmieren.
- Abstand halten und die Kennzeichnung (Warntafel, Gefahrzettel) von Weitem erkennen.
- Löschwasser kann Stoffe verteilen oder die Umwelt belasten. Wenn möglich auffangen.
- Stichwort
- B:Gefahrgut (Nr. 15 im Katalog)
- Beispiele laut Katalog
- (kein Beispiel im Katalog)
- Taktische Einheit
- Zug
- Löschmittel
- 2.000 l
- Fahrzeuge
- 2 LF, RW
- Besondere Einsatzmittel
- ABC-Zug, WBK
- Atemschutz
- 16 Atemschutzgeräte, 16 Atemschutzgeräteträger
- Führungskomponente
- ELW 1
- Eigensicherung
- im Katalog mit „ja“ gekennzeichnet
- Rettungsdienst-Stichwort
- ja
- Rettungsmittel
- ohne Personen in Gefahr: RTW; mit Personen in Gefahr: RTW + NA
- Sonstige Stellen
- Fachberater Gefahrgut
- Besonderheiten
- außerorts 4.000; bei schlechter Löschwasserversorgung 4.000 (Zahlen = Löschmittel in Litern; SW = Schlauchwagen)
Hinweis zur Tabelle: Stand der Katalogdaten: Juli 2015. Die Angaben sind Hinweise für mögliche Einsatzmittelketten. Maßgeblich ist die örtliche Alarm- und Ausrückeordnung.
Vorgehen
- Gefahr erkennen: Welche Stoffe? Warntafel mit Gefahrnummer und UN-Nummer, Gefahrzettel, Frachtpapiere.
- Absperren: Gefahrenbereich weiträumig absperren, Windrichtung und Geländeform beachten.
- Menschenrettung nur mit passendem Schutz und wenn dies ohne Selbstgefährdung möglich ist.
- Spezialkräfte alarmieren: ABC-Einheiten, Fachberater Gefahrgut, Umweltbehörde.
- Brandbekämpfung nach Rücksprache mit der Fachberatung. Löschmittel und Löschwassermenge an den Stoff anpassen.
- Dekontamination: Kontaminierte Personen und Einsatzmittel schleusen, bevor sie den Gefahrenbereich verlassen.
Typische Lagen
- Brand an einem Gefahrgut-Lkw oder Kesselwagen.
- Brand in einem Betrieb, der Chemikalien lagert (Lager, Labor, Tankstelle).
- Lagerbrand mit Gasflaschen oder Sprühdosen.
- Brand mit freigesetzten Stoffen, die selbst brennbar, giftig oder ätzend sind.
Bereiche und Aufstellung
- Gefahrenbereich etwa 50 m, Absperrbereich etwa 100 m, bei Bedarf Übergangsbereich (siehe Seite „Gefahrenbereich und Absperrbereich“).
- Aufstellung: hangaufwärts und mit dem Wind im Rücken, Fahrzeuge in Fluchtrichtung. Zündquellen vermeiden.
- Bei Explosions- oder Zerknallgefahr (Gasflaschen, Behälter) den Bereich erheblich erweitern und Deckung nutzen.
- Bevölkerung warnen (Durchsagen, Warn-Apps) nach Absprache mit dem Einsatzleiter, siehe Seite „Warnung der Bevölkerung: Sirenen, NINA, Warntag“.
Löschen und Löschwasser
- Erst den Stoff klären: Es gibt Stoffe, die mit Wasser reagieren. Löschmittel nur nach Rücksprache mit Fachberater.
- Kühlen von Behältern aus der Deckung, mit großer Menge, wenn Behälter erhitzt werden.
- Löschwasser kann Stoffe verteilen oder Gewässer belasten. Wenn möglich auffangen (Kanaleinläufe abdecken, Rückhaltung, siehe Seite „H:Öl Land und H:Öl auf Wasser“, wenn Öl beteiligt).
- Rauch und Löschwasser können Gefahrstoffe enthalten: Wasser nicht berühren, Atemschutz nach Lage.
- Gefahrgut-Fachberatung und ABC-Zug einbinden (siehe Seite „ABC-Einsatz: Aufgaben von Gruppe, Zug und Dekon-Einheit“).
Menschenrettung und Dekontamination
- Retten nur mit geeigneter Schutzausrüstung und wenn ohne Selbstgefährdung möglich (siehe Seite „Schutzausrüstung und Körperschutzformen“).
- Betroffene aus dem Gefahrenbereich bringen, nasse Kleidung ausziehen, Dekontamination vor Weitergabe an den Rettungsdienst (siehe Seite „Dekontamination“).
- Einsatzkräfte und Geräte werden ebenfalls dekontaminiert, bevor sie den Gefahrenbereich verlassen.
Typische Fehler
- Zu nah ran wegen Neugier oder Menschenrettung ohne Schutz.
- Direkt Wasser auf unbekannten Stoff.
- Windrichtung ignoriert.
- Fachberater zu spät angefordert.
- Löschwasser ungehindert in Kanal oder Gewässer.
- Dekon vergessen.
Hinweis
Maßgeblich sind Alarm- und Ausrückeordnung und Weisung des Einsatzleiters.