Hitze, Kälte, Verbrennung und Stromunfall

First Responder

Das Wichtigste in Kürze

  • Hitzschlag ist ein Notfall: Körperkerntemperatur nahe 41 °C, Verwirrtheit, Krämpfe, Bewusstlosigkeit. Erst kühlen, dann transportieren. Raus aus der Hitze, überflüssige Kleidung ab, Schatten, aktive Kühlung.
  • Unterkühlung: Kälte stoppen, nasse Kleidung weg, trocken einpacken. Im zweiten Stadium (bewusstlos) keine Aufwärmversuche und keine heftige Bewegung.
  • Verbrennung: brennende Kleidung löschen, kleine Flächen etwa 10 Minuten mit kühlem bis handwarmem Wasser kühlen, großflächig nicht kühlen (Unterkühlung), keimfrei abdecken, Brandblasen nie öffnen, Rettungsdienst rufen.
  • Stromunfall: erst Strom unterbrechen, nie selbst in den Stromkreis geraten. Hochspannung: 20 m Abstand, Rettung nur durch Fachpersonal.
  • Wer Strom abbekommen hat, muss zum Arzt, auch wenn er sich besser fühlt.

Hitzschlag und Sonnenstich

  • Hitzschlag: Überhitzung bei Anstrengung und Hitze. Roter Kopf, Kopfschmerz, heiße trockene Haut, Übelkeit, Erbrechen, kein Schwitzen mehr, mögliche Bewusstlosigkeit.
  • ERC 2025: Aus der Hitze holen, überflüssige Kleidung entfernen, passiv kühlen. Ist die Kerntemperatur über 40 °C: aktive Kühlung mit allem, was sofort da ist. Ganzkörper (vom Hals abwärts) in kaltes Wasser (1 bis 26 °C), bis die Kerntemperatur unter 39 °C fällt. Alternativen: nasse Planen, Eis, Kühlpacks, Ventilator, kalte Dusche, Handkühlung, Kühlwesten, Verdunstungskühlung.
  • Ohne Temperaturmessung: 15 Minuten kühlen oder bis die Symptome abklingen. Erst kühlen, dann transportieren, die Kühlung läuft auf dem Transport weiter.
  • Nach DGUV: im Schatten flach, aber mit erhöhtem Kopf, kühle feuchte Tücher oder Eisbeutel nie direkt auf die Haut, bei Bewusstlosigkeit Seitenlage und Notruf.
  • Sonnenstich: Schwindel, Kopfschmerz, Nackensteife, Übelkeit, hochroter Kopf. Schatten, Kopf kühlen. Bei Kleinkindern können Erbrechen und Fieber Stunden später auftreten, dann sofort zum Arzt (Meningitis möglich).
  • Im Feuerwehrdienst siehe Rehabilitation und Ruhezone.

Unterkühlung und Erfrierung

  • Vorbeugen: trockene Decken, Windschutz, nasse Kleidung ausziehen, Isolierung zum Boden.
  • 1. Stadium (bei Bewusstsein, heftiges Zittern): warmer, windgeschützter Ort, Notruf, nasse Kleidung ausziehen (nur wenn Ersatz da ist), mit warmer trockener Kleidung und Rettungsdecke wärmen (Silberseite innen), warme gezuckerte Getränke, nie Alkohol, Atmung und Temperatur beobachten.
  • 2. Stadium (unter 30 °C, kein Zittern mehr, bewusstlos, schwache Atmung): sofort Notruf, in den Bergen Bergwacht, am Wasser Wasserrettung. Keine Aufwärmversuche, keine starken Bewegungen, sie können die Kerntemperatur weiter senken und tödlich enden. Vorsichtig in Seitenlage, zudecken, Atmung und Bewusstsein ständig prüfen, bei Stillstand Wiederbelebung.
  • Erfrierung: Finger, Zehen, Nase, Ohren: blaurot, dann weißgelb, dann weißgrau, anfangs weich und schmerzhaft, später hart und gefühllos. Nicht bewegen, keine aktive Wärme (Wärmflasche), keimfrei abdecken. Unterkühlung hat Vorrang.

Verbrennung und Verbrühung

  • Schwere nach Grad und Fläche. 1. und 2. Grad: Rötung, Blasen, Schmerzen. 3. Grad: grauweiß oder schwarz. Gesichtsverbrennung heißt Atemstörungen erwarten.
  • Brennende Kleidung mit Wasser oder Löscher löschen. Bei Verbrühung Kleidung schnell, aber vorsichtig entfernen. Eingebrannte Kleidung bleibt, außerhalb der Wunde abschneiden.
  • Kühlen nur kleine Verbrennungen (etwa bis 5 bis 10 Prozent der Körperoberfläche) und nur etwa 10 Minuten mit kühlem bis handwarmem Wasser (etwa 15 bis 20 °C). Kinder nur an Armen und Beinen und kurz. Mehr zu Graden und der Neunerregel unter Verbrennungen vertieft. Großflächige Verbrennungen am Rumpf nicht kühlen, sonst droht Unterkühlung. Immer nur die verbrannte Stelle kühlen, nie den ganzen Körper. Im Gesicht feuchte Tücher, Atemwege frei.
  • Danach keimfrei abdecken (Verbandtuch), Brandblasen nie öffnen, Rettungsdienst, zudecken (Rettungsdecke leicht, kein Druck), Bewusstsein, Atmung und Kreislauf ständig beobachten.

Stromunfall

  • Beschwerden: Atemnot, Engegefühl, Herzjagen, Unruhe, Schwitzen. Strommarken an Ein- und Austrittsstelle sind Verbrennungen. Herzrhythmusstörungen bis Kammerflimmern und Bewusstlosigkeit, Krämpfe.
  • Niederspannung (bis 1 kV): Eigensicherung zuerst. Stromkreis unterbrechen (Stecker, Gerät, Hauptsicherung). Geht das nicht: mit isolierenden Gegenständen (Decke, Kleidung) wegziehen, nicht direkt anfassen, Vorsicht in Feuchträumen.
  • Danach: Bewusstsein und Atmung prüfen, Wiederbelebung und AED, Notruf, Brandwunden verbinden (Lebensrettung hat Vorrang), warm halten.
  • Hochspannung (über 1 kV): mindestens 20 m Abstand, ein Lichtbogen kann überspringen. Notruf mit Hinweis auf Hochspannung, Rettung nur durch Fachpersonal, danach Wiederbelebung, Brandwunden, Wärme.

Was heißt das für dich?

  • Hitzschlag: kühlen, dann transportieren.
  • Unterkühlt und bewusstlos: sanft handhaben.
  • Strom zuerst unterbrechen, bei Hochspannung 20 m Abstand.

Siehe auch: Rehabilitation und Ruhezone, Wasserrettung, Eisrettung, Hochspannung im Einsatz.

Hitzschlag Kerntemperatur
Kritisch nahe 41 °C
Kühlung Hitzschlag
Ganzkörper in kaltes Wasser (1 bis 26 °C) bis unter 39 °C
Ohne Temperaturmessung
15 Minuten kühlen oder bis Symptome abklingen
Unterkühlung 2. Stadium
Unter 30 °C, Kältezittern hört auf, Bewusstlosigkeit
Verbrennung großflächig
Nicht kühlen
Hochspannung
Mindestens 20 m Abstand
Niederspannung
Strom unterbrechen, mit isolierendem Gegenstand wegziehen
Erste Hilfe bei Erfrierung
Nicht bewegen, nicht aktiv wärmen, keimfrei abdecken

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