Das Wichtigste in Kürze
- Schutzkleidung, Atemschutz und Hitze belasten den Körper stark. Der Wärmeabgabe fehlt der Weg: Die Kleidung bremst Abstrahlung und Schweißverdunstung, und feuchte Kleidung lässt Schweiß gar nicht mehr verdunsten.
- Pausen planen: mindestens doppelt so lang wie die Einsatzzeit. Atemschutz höchstens zweimal am Tag etwa 40 Minuten, danach mindestens zwei Stunden Ruhe. In Chemikalienschutzanzügen höchstens 30 Minuten bei 20 bis 25 °C, bei über 35 °C nur 10 Minuten, danach mindestens zwei Stunden Ruhe.
- Bei langen Lagen richtest du eine Ruhezone mit Rehabilitation ein. Niemand ruht allein, unbeobachtet oder an einem nicht einsehbaren Ort.
- Warnzeichen für Hitzeerkrankung: Kopfschmerz, Übelkeit, Schwindel, Muskelschmerzen. Nahe 41 °C Körperkerntemperatur drohen Verwirrung, Krämpfe und Bewusstlosigkeit sehr schnell.
Warum Hitze gefährlich wird
- Der Körper gibt Wärme über Strahlung (etwa 65 %), Schwitzen (etwa 30 %), Luftbewegung und Berührung ab. Ist es draußen wärmer als der Körper, bleibt nur das Schwitzen.
- Schutzkleidung behindert diese Abgabe. Ist sie mit Feuchtigkeit gesättigt, verdunstet der Schweiß nicht mehr und die Kühlung bleibt aus.
- Es gibt zwei Arten von Hitzschlag: den klassischen bei älteren, geschwächten Menschen in extremer Hitze und den belastungsbedingten bei jungen, trainierten Menschen. Ungeübte sind besonders gefährdet.
- Schon bei 39 bis 40 °C kann ein einziger Fehltritt gefährlich werden. Nach Realbrandübungen wurden 39 bis 40 °C Körpertemperatur gemessen. Ohne Behandlung innerhalb von zwei Stunden steigt die Sterblichkeit stark an.
Belastung senken
- Bei Vegetationsbränden und Technischer Hilfeleistung ist keine mehrlagige Schutzkleidung nötig. Leichte Kleidung und regelmäßige Trinkpausen sind dort möglich.
- Bei langen Wald- und Flächenbränden sind Pausen unerlässlich. Statt Atemschutzgeräten genügen oft dichte Schutzbrille und FFP3-Maske mit Ausatemventil.
- Nach spätestens 20 Minuten prüfst du, ob eine Marscherleichterung möglich ist. Das heißt nicht, ohne Schutzausrüstung zu arbeiten. Einlagige Schutzausrüstung bereithalten.
- Bei Gebäudebrand und Gefahrguteinsatz ist volle Schutzkleidung Pflicht. Die Belastung gleichst du durch begrenzte Aufenthaltsdauer, Erholungszeiten und ausreichendes Trinken aus.
- Vorher: nüchtern und gesund sein, keine Blutspende in den Stunden davor, gut trinken (bei 20 bis 30 Minuten Belastung etwa 1,5 Liter Wasser oder Apfelschorle).
- Handcooling: Hände in kaltes Wasser tauchen (zum Beispiel in einer Schuttmulde), öffnen und schließen. Das senkt die Körperkerntemperatur.
- Verbrühungsgefahr: Keine Folgeeinsätze an der Brandstelle mit durchnässter Schutzkleidung.
Ruhezone mit Rehabilitation
- Ausstattung: Waschmöglichkeit, wettergerechte Sitzplätze, frische Getränke, medizinische Überwachung. Vorhandene Mittel (Mannschaftstransporter, Zelte, Pavillons, Betreuungs-Abrollbehälter) reichen.
- Niemand ruht allein oder unbeobachtet. Auch nach der Abmeldung bei der Atemschutzüberwachung kontrolliert die Führungskraft weiter nach.
- Messen: Körpertemperatur in den ersten 15 Minuten nach der Belastung, weil sie noch steigen kann. Ab 38 °C weiter betreuen, erneuter Einsatz erst nach Abkühlung.
- Rauchgas: Ist der SpCO-Wert ab 10 %, ist eine Rauchgasinhalation wahrscheinlich, unabhängig von Symptomen.
- Vitalwerte nach Übungen helfen als Orientierung: Ruheblutdruck bis 140/90 mmHg gilt als normal und sollte 5 Minuten nach der Belastung wieder erreicht sein, bis 160/100 mmHg ist bei Stress und Ausrüstung vertretbar. Herzfrequenz vor einer Übung nicht über 100 pro Minute. Das sind keine gesicherten Grenzwerte.
- Überwachen kann geschultes Feuerwehrpersonal. Wissen über Symptome und Basismaßnahmen zählt mehr als Technik.
Medizinische Absicherung
- Bei Einsätzen in Zugstärke alarmierst du einen Rettungswagen zum Eigenschutz, der bis Einsatzende bleibt.
- Bei Übungen sollte notfallmedizinische Versorgung bereitstehen: Beatmungsbeutel, Blutdruckmessgerät, AED, möglichst Sauerstoff, dazu geschulte Kräfte.
Hygiene nach dem Einsatz
- Grobreinigung: abklopfen, abkehren, nach Schaumeinsätzen abspülen.
- Kontaminierte Schutzausrüstung möglichst direkt ausziehen: Taschen leeren, Kleidung auf links drehen, in verschließbaren Foliensäcken lagern (mit Einmalhandschuhen), Hände reinigen, danach trinken.
- Schadstoffe aus verschmutzter Kleidung können über Haut und Atemwege aufgenommen werden. Sauberkeit senkt das Krebsrisiko.
Der Sicherheitsassistent
- Der Einsatzleiter trägt die Fürsorge, ebenso jede Führungskraft bis zum Fahrzeugführer. Jeder ist zusätzlich selbst verantwortlich.
- Ein Sicherheitsassistent ist das zweite Augenpaar des Einsatzleiters: Sicherheitstrupp einsatzbereit? Unterstützungstrupp nötig? Absperrungen und Abstände prüfen. Sicherheitsrelevante Informationen recherchieren. Warn- und Messgeräte einsetzen. Gesundheit der Kräfte im Blick behalten.
Was heißt das für dich?
- Pause doppelt so lang wie der Einsatz.
- Ab 38 °C nicht zurück in den Einsatz.
- Niemand ruht allein, jeder wird beobachtet.
Siehe auch: Gesundheit im Dienst, Atemschutzüberwachung, Einsatzstellenhygiene, Vegetationsbrand: Sicherheit, Betreuung.
- Pause
- Mindestens doppelt so lang wie die Einsatzzeit
- Atemschutz pro Tag
- Höchstens zweimal etwa 40 Minuten, danach 2 Stunden Ruhe
- Chemikalienschutzanzug 20 bis 25 °C
- Höchstens 30 Minuten
- Chemikalienschutzanzug über 35 °C
- Höchstens 10 Minuten
- Temperaturmessung
- In den ersten 15 Minuten nach Belastung
- Ab 38 °C
- Weitere Betreuung, erneuter Einsatz erst nach Abkühlung
- SpCO ab 10 %
- Rauchgasinhalation wahrscheinlich
- Kritische Körperkerntemperatur
- Etwa 41 °C