Das Wichtigste in Kürze
- Tunnelbrand heißt: schnell löschen, Personen finden, Rückzug sichern. Aufgaben im Tunnel: schnellstmögliche Brandbekämpfung, Absuchen des verrauchten Bereichs mit Menschenrettung und ein Sicherheitstrupp oder eine Sicherheitsstaffel.
- Personalbedarf: pro Tunnelseite mindestens zwei Staffeln, eine für den Erstangriff, eine als Sicherheitsstaffel nach FwDV 7.
- Anfahrt: von beiden Portalen, nicht in Rettungsstollen einfahren (flüchtende Personen), Löschangriff über die Zuluftseite, Feuerwehr-Schaltkasten (FSK) am Portal anfahren, über die Sprechverbindung zur Tunnelzentrale Informationen holen.
- Bei zwei Röhren: über die saubere Röhre anfahren, an jedem Übergang (Fluchttür, etwa alle 150 m) nachsehen, wo der Brand ist. Liegt eine Tür vor dem Brand (in Rauchrichtung gesehen), trägst du den Löschangriff durch diese Tür vor.
- Einsatzkräfte ohne Atemschutz betreten die brennende Röhre nie.
Anfahrt und Aufstellung
- Tunnel von beiden Portalen anfahren. Nicht in Rettungsstollen einfahren.
- FSK am Eingang anfahren, Gebäudefunkanlage gegebenenfalls aktivieren.
- Bei geringer Verrauchung langsam einfahren, Personen können plötzlich aus Fluchttüren treten.
- Fahrzeuge auf der linken Spur abstellen, damit rechts weitere Fahrzeuge vorbeikommen.
- Feuerwehr-Überfahrt (FÜF) vor den Portalen: Kräfte der schmutzigen Seite wechseln auf die saubere Seite und fahren gegen die Fahrtrichtung ein, außer der Brand liegt nur wenige Schlauchlängen hinter dem Portal.
- Tunnel mit einer Röhre: Angriff eventuell über Servicetunnel oder Fluchtweg.
Vorgehen
- Die Staffel geht geschlossen vor. Der Staffelführer kann sie in zwei Trupps teilen und schließt sich einem an.
- Löschwasser: meist Hydranten aus einer Zisterne. Bei Druckerhöhungspumpe nicht über die Tankfüllleitung, sondern über Sammelstück oder Pumpeneingang einspeisen (hoher Eingangsdruck kann den Tank beschädigen).
- Belüftungszustand prüfen: Strahlventilatoren hängen nicht an der Notstromversorgung.
- Massiven Personaleinsatz befehlen, Menschenrettung und Brandbekämpfung kombinieren, Tunnelwände kühlen.
- MANV vorbereiten. Verletzte und Geflüchtete suchen (Wärmebildkamera): im ganzen Tunnel, in Notrufkabinen, auf Fluchtwegen und Notausgängen, an den Ausgängen im Freien (eventuell durch die Polizei).
Kommunikation und Einsatzleitung
- Bei mehreren Gemeinden vorher festlegen, welche Feuerwehr die Einsatzleitung hat.
- Sprechverbindung zwischen Portalen, Einsatzleitung und Kräften im Tunnel: ein Kanal für die Einsatzleitung und mindestens zwei Kanäle für Abschnitte (Portal 1 und 2).
- Die Tunnelzentrale kann per Video überwachen, Durchsagen im Tunnel machen und Radiosender übersprechen.
Ausrüstung
- Eindringtiefe bis 200 m: Pressluftatmer. Über 200 m: Pressluftatmer mit 6-Liter-Doppelflaschen.
- Eine Wärmebildkamera je Staffel, vier Handsprechfunkgeräte (Staffelführer, Maschinist, Angriffstrupp, Wassertrupp).
- Markierungsleuchten: zwei blaue (Wasser), sechs grüne (Ausgänge), vier gelbe (abgesuchte Bereiche, gefundene Personen).
- Hilfsmittel für Rettung und Transport (Rolltragen, Loren), Suchstöcke zum Absuchen größerer Flächen.
Gefahren und Hinweise
- Lange Wege, abplatzende Betonstücke.
- Autofahrer fahren trotz roter Ampel weiter in den Tunnel, auch wenn schon Einsatzkräfte darin sind.
- Personen im Fahrzeug überleben etwa 15 Minuten, wenn Türen und Fenster zu bleiben und die Lüftung aus ist.
- Fahrbahnrand und Fluchtwegmarkierungen (Blitzleuchten) helfen den Atemschutztrupps bei der Orientierung.
- Tunnelabwasser läuft zuerst in Tanks: Entleerungspumpen abschalten, um Löschwasser und Gefahrstoffe zurückzuhalten.
- Die Wetterlage (Wind) hat in der Regel keinen Einfluss auf die Luftströmung im Tunnel. Wiedereinschalten oder Richtungswechsel der Strahlventilatoren dauert etwa zehn Minuten, die Luft strömt nachher noch weiter wie zuvor.
Was heißt das für dich?
- Zwei Seiten, zwei Staffeln, Sicherheit zuerst.
- Saubere Röhre nutzen, FSK kennen, Funkkanäle vorher festlegen.
- Keine Einfahrt ohne Atemschutz in die Brandröhre.
Siehe auch: B:Sonderobjekt, Innenangriff, Pressluftatmer.
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- Schmutzige Röhre
- Röhre mit Brand und Rauch
- Saubere Röhre
- Gegenröhre, nahezu rauchfrei
- Personal
- Pro Tunnelseite mindestens 2 Staffeln, eine davon Sicherheitsstaffel
- Eindringtiefe
- Bis 200 m Pressluftatmer, darüber Pressluftatmer mit 6-Liter-Doppelflaschen
- Fluchttüren
- Etwa alle 150 m
- Überleben im Fahrzeug
- Etwa 15 Minuten bei geschlossenen Fenstern und aus der Lüftung
- Strahlventilatoren
- Wiedereinschalten dauert etwa 10 Minuten, nicht an Notstrom