Das Wichtigste in Kürze
- Die Tragkraftspritze (TS) ist eine tragbare Feuerlöschkreiselpumpe (PFPN, zum Beispiel PFPN 10-1000) mit eigenem Motor. Sie steht auf TSF, TSF-W, KLF, GW-TS oder als Beladungssatz E auf größeren Löschfahrzeugen.
- Standort bestimmt der Einheitsführer. Aufstellen möglichst waagerecht, gegen Ab- und Verrutschen sichern, vor dem Anschluss der Saugleitung.
- Vor dem Start: Blindkupplungen ab, Druckausgänge und Ablasshähne zu. Nicht betanken während des Betriebs (Ausnahme: externer Kraftstofftank mit Dreiwegehahn).
- Betrieb: ansaugen, bei etwa 3 bar Druckausgang langsam öffnen, Druck erst nach dem Füllen auf den befohlenen Wert (meist 5 bis 8 bar) steigern. Abgase ableiten, Kraftstoffreserve (Tankvorrat oft nur etwa 1 Stunde).
- Pflege: nach jedem Einsatz entwässern, bei Schmutzwasser spülen, monatlich 15 Minuten Nassbetrieb und Trockensaugprobe.
- Kurzzeichen
- PFPN (tragbare Feuerlöschkreiselpumpe Normaldruck), zum Beispiel 10-1000
- Auf Fahrzeugen
- TSF, TSF-W, KLF, GW-TS; Beladungssatz E (DIN 14800-18) auf größeren Löschfahrzeugen
- Standort
- bestimmt der Einheitsführer (FwDV 3)
- Kraftstoffvorrat
- moderne PFPN führen meist nur für mindestens eine Stunde Betrieb Kraftstoff mit
- Hinweis
- Nachschlagetext. Handgriffe und Kommandos übt ihr praktisch in der Wache. Maße und Durchflüsse sind Richtwerte und hängen von Fabrikat und Druck ab. Herstellerangaben und Weisungen deines Trägers gehen vor.
Aufbau und Einsatz
Was ist eine Tragkraftspritze?
- Pumpe + Motor: Eine Feuerlöschkreiselpumpe (nach EN 1028 oder altem Typ FP 8/8) wird von einem Zwei- oder Viertakt-Verbrennungsmotor über eine Pumpenkupplung angetrieben. Mehr zu Aufbau, Saugvorgang und Entlüftung auf der Seite „Feuerlöschkreiselpumpen“.
- Tragbar: hat Trageholme (Tragevorrichtung für mehrere Kräfte), Gewicht nach Typ. Sie wird vom Fahrzeug entnommen und in Wassernähe aufgestellt.
- Entlüftung: je nach Bauart Gasstrahler, Flüssigkeitsring-, Membran- oder Trockenringpumpe, bei Neuerem Ansaugautomatik.
- Kraftstoff: moderne Geräte haben Tank für mindestens eine Stunde. Nachtanken im Betrieb nur über einen Dreiwegehahn mit externem Tank (nicht über den Tankdeckel).
Aufstellen und Betrieb Schritt für Schritt
- Standort vom Einheitsführer, möglichst waagerecht, fester Boden, nicht im Wasser, Abgase ableiten (Abgasschlauch), nicht in geschlossenen Räumen.
- Gegen Ab- und Verrutschen sichern, bevor die Saugleitung angeschlossen wird.
- Blindkupplungen ab, Druckausgänge und Ablasshähne schließen.
- Saugleitung erst an die Pumpe kuppeln, dann ins Wasser (siehe Seite „Saugschläuche und Saugkorb“), Saugkorb mindestens 30 cm unter Wasser.
- Motor starten, Kupplung einrücken, entlüften, bis Ausgangsdruck angezeigt wird.
- Druckausgang bei etwa 3 bar langsam öffnen, Leitung füllen, dann Druck auf den befohlenen Wert (meist 5 bis 8 bar) erhöhen.
- Beobachten: Druck, Motor (Kühlung, Schmierung), Kraftstoff, Erwärmung der Pumpe bei Stillstand des Wasserflusses.
- Außerbetriebnahme nur auf Weisung des Gruppenführers: Leerlauf (nach Dauerbetrieb etwa 2 Minuten), Niederschraubventile zu, auskuppeln, Motor aus, entwässern, spülen bei Schmutzwasser, Blindkupplungen kuppeln, Kraftstoffhahn zu.
Alle Einzelheiten (Hydrant, Winter, Wartung) auf der Seite „Pumpe bedienen“.
Bezug zum Fahrzeug
- TSF: Die TS ist die einzige Pumpe des Fahrzeugs (sechs Einsatzkräfte, Staffel).
- TSF-W und KLF: zusätzlich Löschwassertank mit Einrichtung zur schnellen Wasserabgabe. Beim TSF-W ist die TS im Heck eingeschoben und über einen besonderen Saugschlauch mit dem Tank verbunden, sie wird im Fahrzeug betrieben.
- Löschgruppenfahrzeuge führen eine zusätzliche TS mit, zum Beispiel für die Wasserförderung über lange Strecken (siehe Seite „Wasserförderung über lange Schlauchstrecken“): einheitliche Pumpen nach EN 1028 sind dort ideal, leistungsstärkste Pumpe an die Entnahmestelle.
Pflege
Wartung und Fehler
- Nach jedem Einsatz: entwässern, bei Schmutzwasser mit sauberem Wasser spülen, Sichtprüfung (Leitungen, Schläuche, Tank, Luftfilter), Kraftstoff auffüllen.
- Monatlich: Betrieb möglichst im Nassbetrieb mindestens 15 Minuten, Trockensaugprobe (mindestens 0,8 bar in 30 Sekunden, Abfall höchstens 0,1 bar in einer Minute).
- Halbjährlich und jährlich: Druckprobe (Schließdruck) und Trockensaugprobe mit Saugschläuchen, alles im Maschinistenheft dokumentieren.
- Frostschutz im Winter: entwässern und mit Frostschutzgemisch spülen (siehe Seite „Feuerwehr im Winter“).
- Typische Fehler: Nachtanken im Betrieb, Standplatz schief oder weich (Rutschen), Saugkorb zu flach, zu früh mit Druck auf die leere Leitung, Pumpe ohne Wasserabnahme laufen lassen (Überhitzung).