Trennschleifmaschine und Säbelsäge

Geräte

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Trennschleifmaschine trennt Metall und Gestein (Elektro-, Verbrennungs- oder Akkuantrieb). Die Säbelsäge trennt Holz, Metall, Kunststoff (Netz oder Akku).
  • Trennschleifer: passende Scheibe (Metall/Stein), auf Schäden prüfen, erst Betriebsdrehzahl, dann ansetzen, Schnitttiefe höchstens ein Drittel des Scheibenradius, Richtung nicht ändern, Handschutz nie entfernen.
  • Immer: Augenschutz (Korbbrille), Gesichtsschutz, Gehörschutz, bei Staub Halbmaske (mindestens FFP2).
  • Funkenflug: Löschmittel bereit, Personen schützen, nicht in Ex-Bereichen. Elektrogeräte an den Stromerzeuger der Feuerwehr.
  • Scheibenwechsel / Blattwechsel: Netzstecker ziehen oder Akku entnehmen.
Trennschleifer
Metall und Gestein; Verbrennungsmotor, Netz oder Akku
Säbelsäge
Holz, Metall, Kunststoff; Netz oder Akku
Schnitttiefe
Trennschleifer: höchstens ein Drittel des Scheibenradius
Leitungslänge
bei Elektrogeräten höchstens 100 m
Hinweis
Die Grundsätze stammen aus der bundeseinheitlichen FwDV 1 und aus Ausbildungsunterlagen. Typ, Bedienung und Zubehör deiner Geräte (Hersteller, Akku oder Schlauch, Druckwerte) lernst du praktisch in der Wache an den vorhandenen Geräten. Die Bedienungsanleitung des Herstellers geht vor.

Trennschleifmaschine

Vorbereiten und Starten

  1. Schutz: Augenschutz (Korbbrille), Gesichtsschutz zum Helm, Gehörschutz, bei Staub Halbmaske (mindestens FFP2), Handschuhe. Löschmittel (Feuerlöscher, Kübelspritze) bereitstellen.
  2. Trennscheibe prüfen: ohne Beschädigung, passend zum Werkstoff (Metall oder Stein, entfällt bei Diamantscheiben), für die Umfangsgeschwindigkeit zugelassen, zentriert und mit Spannmutter festgezogen, Drehrichtung (falls angegeben) beachten. Handschutz montiert.
  3. Verbrennungsmotor: Gerät auf dem Boden abstellen, Benzinhahn öffnen, Zündung ein, Choke betätigen, Gashebel in Startposition, Fuß in den Handgriff stellen und oberen Griff fassen, am Starterseil ziehen. Warmlaufen lassen, Choke zurücknehmen.
  4. Elektro: Leitung zum Stromerzeuger der Feuerwehr verlegen (Ausnahme: andere Steckdose nur mit Personenschutzschalter). Höchstens 100 m Leitung. Akku: Schalter betätigen.

Trennen

  1. Werkstück sicher festlegen. Im festen Stand, mit beiden Händen, nicht über Schulterhöhe.
  2. Mit voller Drehzahl an das Werkstück ansetzen.
  3. Leicht in Trennrichtung bewegen, das beugt dem Festklemmen vor. Trennscheibe nicht im Schnitt verkanten, Trennrichtung nach dem Ansetzen nicht mehr ändern.
  4. Schnitttiefe höchstens ein Drittel des Scheibenradius. Tiefere Schnitte in mehreren Schritten.
  5. Funkenflugrichtung beachten, Personen und Patienten vor Funken und Splittern schützen, leicht entzündliche Stoffe entfernen oder abdecken.
  6. Standortwechsel erst nach Stillstand.

Scheibenwechsel

  1. Gerät ausschalten, Netzstecker ziehen oder Akku entnehmen.
  2. Zulassung der neuen Scheibe für die Umfangsgeschwindigkeit prüfen.
  3. Feststellvorrichtung (Knopf oder Dorn) betätigen.
  4. Scheibe zentrisch aufsetzen, mit Spannmutter und Spezialschlüssel klemmen. Drehrichtung beachten.

Säbelsäge

Einsatz Schritt für Schritt

Einsatzbeispiele: Äste, Zaunpfähle, Fahrzeugfrontscheiben sägen. Zwei Feuerwehrangehörige.

  1. Schutz: Augenschutz, Gesichtsschutz, Gehörschutz, bei Staub Halbmaske (FFP2).
  2. Sägeblatt prüfen: ohne Beschädigung, passend zum Werkstoff (entfällt bei Universalblättern), ausreichend lang für die Schnitttiefe, fest eingespannt.
  3. Strom: wie bei der Trennschleifmaschine (Stromerzeuger, Personenschutzschalter bei anderer Quelle, höchstens 100 m Leitung) oder Akku.
  4. Werkstück sicher einspannen. Erst Betriebsdrehzahl, dann Sägeblatt ansetzen.
  5. Anschlagfläche der Säge möglichst am Werkstück anlegen. Blatt nicht verkanten. Gegebenenfalls Pendelhub einstellen.
  6. Verformte Teile können unter Spannung stehen und beim Trennen wegschnellen.
  7. Blattwechsel: Netzstecker ziehen oder Akku entnehmen, Spannvorrichtung betätigen, neues Blatt klemmen und sichern.

Beispiel Fahrzeugscheibe und Baum auf Fahrbahn

  • Frontscheibe (Verbundglas): Sie wird mit der Säbelsäge ausgeschnitten, damit der Rettungsdienst Zugang bekommt. Dabei Patienten und Retter vor Glas- und Staubpartikeln schützen (Abdeckung, Atem- und Augenschutz).
  • Baum auf Fahrbahn: Äste und dünne Stämme mit der Säbelsäge trennen, Verkehr absichern, Zug und Druck im Holz beachten. Dicke Stämme: Motorkettensäge (nur geschulte Kräfte).

Weitere Trenngeräte

Kappmesser, Bolzenschneider, Brenn- und Plasmaschneider

  • Kappmesser und Gurtmesser: Sicherheitsgurte, Leinen und Bindestränge trennen, Polster und Verkleidungen öffnen.
  • Bolzenschneider (Rundmaterial bis 12 mm): Gesichtsschutz, keine unter Spannung stehenden Leitungen, nicht an gehärteten Teilen, Zug- und Druckspannung beachten, freie Enden gegen Wegschnellen sichern.
  • Brennschneidgerät: trennt auch gehärteten Stahl. Gerät und Reserveflaschen mindestens 3 m von der Arbeitsstelle, Löschgeräte bereit, Schneidflamme nur mit zugelassenem Gerät entzünden (kein Feuerzeug), Gasschläuche schützen, kein Einsatz in Ex-Bereichen, in geschlossenen Räumen Umluft.
  • Plasmaschneidgerät (Plasmastrahl 10.000 bis 20.000 °C): vollständige Schutzkleidung, Schweißerschutzbrille, Stromversorgung mindestens 8 kVA, keine Behälter schneiden, die brennbare Stoffe enthalten, keine Druckbehälter.

Scheibenalter und Aufbau

Trennscheiben altern. Sie bestehen aus Schleifkorn (zum Beispiel Korund), Füllstoffen und Kunstharz und sind zusätzlich in ein Glasfasergewebe eingebettet, damit sie den Fliehkräften bei etwa 80 m/s Umlaufgeschwindigkeit standhalten. Das Kunstharz verändert sich mit der Zeit, deshalb haben Scheiben ein Verfallsdatum: in der Regel höchstens 3 Jahre nach der Herstellung. Es steht auf dem Aufnahmering der Scheibe. Abgelaufene Scheiben werden nicht mehr benutzt, auch wenn sie unbenutzt aussehen, denn es können sich Teile lösen.

  • Trennscheibe ist keine Schruppscheibe. Das Gewebe liegt bei Trennscheiben außen. Nutzt man die Fläche zum Schruppen, ist es schnell abgenutzt und die Scheibe verliert ihre Stabilität. Schruppscheiben sind viel dicker, zum Schleifen gedacht und zum Trennen ungeeignet.
  • Nicht verwenden: beschädigte, falsch eingespannte oder falsch aufgesetzte Scheiben. Schon bei hoher Drehzahl können sich Teile ablösen und als Splitter Augen und Haut verletzen.
  • Drehzahl passend: Die Maschine darf nicht schneller laufen als die zulässige Höchstdrehzahl der Scheibe.
  • Werkstück fest: Das Material muss so fest liegen oder eingespannt sein, dass es sich nicht löst und wegschleudert.
  • Prüfung: Scheiben und Gerät werden vor und nach der Arbeit und mindestens einmal im Jahr sicht- und funktionsgeprüft. Die Herstellerangaben gelten zusätzlich.
  • Normen: DIN EN 12413 (Trennscheiben aus gebundenen Schleifmitteln) und DIN EN 13236 (Diamanttrennscheiben).
  • Hand-Arm-Vibration entsteht durch ungeeignete Maschine, falsch eingespannte Scheiben oder falsche Anwendung. Pausen und eine gute Maschine verringern das Risiko.

Regeln und Fehler

  • Nicht im explosionsgefährdeten Bereich (Ex-Bereich) einsetzen.
  • Bei möglichem Freiwerden von Atemgiften geeigneten Atemschutz tragen.
  • Nach dem Einsatz: Sichtprüfung aller Geräte, Kabel und Stecker besonders ansehen, Akku laden, Benzinhahn schließen, nach dem Abkühlen betanken, defekte Teile dem Gerätewart übergeben.
  • Typische Fehler: Scheibe verkantet, Handschutz abgenommen, zu tiefer Schnitt, Standortwechsel mit drehender Scheibe, Funken auf brennbaren Stoffen, gehärtetes Teil mit Bolzenschneider.

Siehe auch