Tauchmotorpumpe und Wassersauger

Geräte

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Tauchmotorpumpe ist elektrisch und fördert vor allem bei Lenzeinsätzen (Keller, Gruben, Zisternen) Wasser. Der Wassersauger saugt und pumpt Wasser aus Innenräumen ab.
  • Ablauf: B-Leitung zur Abgabestelle aufbauen, Mehrzweckleine an der Pumpe sichern, Pumpe ablassen, erst dann Stecker einstecken. Die Pumpe hat keinen Ein/Aus-Schalter.
  • Nie an der Anschlussleitung ablassen, Anlaufkondensator (Metallhülse) nicht ins Wasser.
  • Strom: grundsätzlich Stromerzeuger der Feuerwehr, Ausnahme Steckdose nur mit Personenschutzschalter (max. 30 mA). Leitung höchstens 100 m.
  • Nicht fördern: brennbare Flüssigkeiten, Säuren, Laugen, Lösemittel. Nicht im Ex-Bereich. Trockenlauf vermeiden.
Antrieb
elektrisch
Haupteinsatz
Lenzen von Wasser, Wasserentnahme aus Zisterne oder Gewässer
Anschluss
B-Leitung an den B-Anschluss der Pumpe
Befestigung
Mehrzweckleine mit Mastwurf und Spierenstich oder Karabinerhaken
Strom
genormter Feuerwehr-Stromerzeuger; ausnahmsweise nur über Personenschutzschalter (max. 30 mA)
Personal
zwei Feuerwehrangehörige
Hinweis
Die Grundsätze stammen aus der bundeseinheitlichen FwDV 1 und aus Ausbildungsunterlagen. Typ, Bedienung und Zubehör deiner Geräte (Hersteller, Akku oder Schlauch, Druckwerte) lernst du praktisch in der Wache an den vorhandenen Geräten. Die Bedienungsanleitung des Herstellers geht vor.

Tauchmotorpumpe

Wann und wozu?

  • Abpumpen von Wasser aus überfluteten Räumen (zum Beispiel Keller).
  • Wasserentnahme aus offenen Gewässern, Brunnen, Zisternen, wenn die Entnahmestelle für die Feuerlöschkreiselpumpe nicht zugänglich ist.
  • Bauart (Beispiel TP 4/1): Anschlusskabel mit Kondensator, Gehäuse mit Tragegriff und Festkupplung, Elektromotor mit Überlastschutz, Leckwasserraum (mit Ablassschraube für Leckwasser), Laufrad, Flachsaugsieb, äußeres Schmutzsieb mit Bodenplatte.
  • Anlaufruck: Beim Start dreht die Pumpe entgegen dem Anlaufruck (Pfeil auf dem Gehäuse), der Ruck ist normal.

Schritt für Schritt

  1. Material zum Einsatzort bringen (Pumpe, Stromversorgung, Druckschlauch, Mehrzweckleine, bei Bedarf Absperrorgan, Stützkrümmer oder formfester Schlauch, Seilschlauchhalter).
  2. Mehrzweckleine am Haltegriff der Pumpe befestigen (Karabinerhaken oder Mastwurf und Spierenstich).
  3. Druckschlauch anschließen: Zwischen Pumpe und Schlauchleitung kann ein Absperrorgan (verhindert Rückfluss) und ein Stützkrümmer oder formfester Schlauch (Knickschutz) eingebaut werden.
  4. B-Leitung zur Abgabestelle drall- und knickfrei verlegen, damit bei niedrigem Druck viel Wasser fließt. Schlauchende gegen Schlagen sichern (zum Beispiel Seilschlauchhalter).
  5. Pumpe an der Leine ins Wasser lassen. Sie kann ein- oder untergetaucht, stehend oder liegend arbeiten.
  6. Stromversorgung zum Stromerzeuger oder (Ausnahme) zur Steckdose mit Personenschutzschalter verlegen. Maximal 100 m.
  7. Starten: Stecker einstecken (die Pumpe hat keinen Ein/Aus-Schalter am Gerät).
  8. Am Ende: Absperrorgan schließen, damit sich die Schlauchleitung nicht in den ausgepumpten Raum entleert.

Hochhängen bei Schlamm

Bei Schlamm am Boden (Zisterne, Schacht):

  1. Pumpe bis auf den Grund ablassen und dann etwa 50 cm anheben.
  2. Brechstange (oder Unterflurhydrantenschlüssel) quer über die Öffnung legen.
  3. Mehrzweckleine darüber sichern (Mastwurf und Spierenstich).

Vorteil: Die Pumpe versinkt nicht im Schlamm, es werden keine Fremdkörper angesaugt.

Turbinentauchpumpe (TTP)

Fördert mit Treibwasser: Eine Turbine treibt über eine durchgehende Welle ein Schaufelrad an. Treibwasser und Schmutzwasser sind getrennt. Beispiel TTP 8/1/8: 800 l/min, 1 bar Förderdruck, Treibwasserdruck 8 bar.

  • Turbinenteil mit B-Festkupplungen (blau gekennzeichnet) für Ein- und Ausgang, Pumpenteil mit B-Festkupplung (rot gekennzeichnet) für Schmutzwasser.
  • Richtungspfeile und Farbkennzeichnung beachten.
  • Schritte: Druckleitungen knickfrei, Ventilleine am Entleerungsventil, Pumpe mit Mehrzweckleine in Stellung bringen, Feuerlöschkreiselpumpe in Betrieb nehmen (Tankbetrieb), befohlenen Druck einstellen, bei Bedarf per Ventilleine entwässern, Leitungen abkuppeln, mit sauberem Wasser spülen.

Wassersauger

Einsatz

Der Wassersauger saugt Wasser aus überfluteten Räumen (Keller, Gebäude) ab. Zwei Kräfte.

  1. Anschließen: Druckschlauch, bei Bedarf Absperrorgan und formfester Schlauch. Schlauchleitung drall- und knickfrei, Ende gegen Schlagen sichern.
  2. Strom verlegen (Stromerzeuger oder Steckdose mit Personenschutzschalter), maximal 100 m.
  3. Einschalten am Ein/Aus-Schalter am Gerät. Wasser mit Saugschlauch oder -rohr in das Gerät saugen.
  4. Die Schmutzwasserpumpe im Gerät schaltet bei einem bestimmten Wasserstand automatisch ein und pumpt ab.
  5. Am Ende das Absperrorgan schließen.

Sicherheit und Pflege

Einsatzgrundsätze

  • Elektrische Gefahren beachten (Kabel, Stecker, Feuchte). Grundsätzlich an den Stromerzeuger der Feuerwehr. Andere Stromquelle nur mit Personenschutzschalter (höchstens 30 mA, allpolige Abschaltung, Schutzleiterüberwachung, mindestens IP 54).
  • Nicht fördern: brennbare Flüssigkeiten, Säuren, Laugen, Lösemittel.
  • Nicht im explosionsgefährdeten Bereich.
  • Pumpe nie an der Anschlussleitung ablassen oder anheben, immer am Tragegriff mit Mehrzweckleine.
  • Anlaufkondensator (Metallhülse) am Kabel nicht ins Wasser legen.
  • Trockenlauf vermeiden (maximale Trockenlaufzeit nach Herstellerangabe).
  • Nicht in schlammigen Untergrund stellen.

Nach dem Einsatz und Fehler

  • Mit sauberem Wasser spülen, trocknen lassen (Hersteller-Hinweise beachten).
  • Sichtprüfung der Pumpe, des Kabels und Steckers. Nach dem Betrieb Schutzleiter prüfen (Schutzleiterprüfung am Stromerzeuger).
  • Siebe (äußeres Schmutzsieb, Flachsaugsieb) reinigen, Wellenabdichtung nach Herstellerangabe kontrollieren.
  • Beschädigte Ausrüstung melden und an den Gerätewart übergeben, Material verlasten.
  • Typische Fehler: Pumpe am Kabel gehalten, Schlauch geknickt, Schlauchende schlägt, Absperrorgan nicht geschlossen (Wasser läuft zurück), Pumpe im Schlamm, nasse Steckverbindung am Boden.

Siehe auch