Das Wichtigste in Kürze
- Zum Transportieren von Verletzten: Krankentrage, Rettungstuch (behelfsmäßig, mindestens drei Träger), Schleifkorbtrage, Schaufeltrage.
- Vor dem Transport: Anschnallgurte schließen, Tragholme herausziehen. Getragen wird in der Regel in Blickrichtung der Person. Der Truppführer am Kopfende gibt die Kommandos zum gleichmäßigen Anheben, Tragen, Absetzen.
- Retten aus Höhen und Tiefen: Person zusätzlich mit der Feuerwehrleine auf der Trage einbinden, waagerecht (Kopf etwas höher) ablassen, Führungsleine.
- Schleifkorbtrage: waagerecht oder senkrecht, vier Ringe für Karabiner, kann auf jede Krankentrage gelegt werden (kein Umlagern).
- Schaufeltrage: schonend aufheben, besonders bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung.
- Krankentrage
- Verletzte transportieren; Truppführer am Kopfende gibt die Kommandos
- Rettungstuch
- behelfsmäßig, mindestens drei Träger
- Schleifkorbtrage
- waagerecht und senkrecht nutzbar, Schleif- und Abseilkorb, vier Ringe für Karabiner
- Schaufeltrage
- zwei Schaufelteile werden seitlich untergeschoben
- Hinweis
- Die Grundsätze stammen aus der bundeseinheitlichen FwDV 1 und aus Ausbildungsunterlagen der Landesfeuerwehrschulen. Handgriffe und Bedienung der Geräte deiner Wache übst du praktisch dort. Herstellerangaben gehen vor.

Tragen im Überblick
Welche Trage wann?
- Krankentrage: Standardtrage für Verletzte und nicht gehfähige Personen auf ebenen Wegen und Treppen.
- Rettungstuch: wenn nichts anderes möglich ist, besonders bei ungünstigen räumlichen Verhältnissen (enge Treppenhäuser, Türen). Mindestens drei Träger. Ausgeschlossen bei Becken-, Wirbelsäulen- oder anderen schwerwiegenden Verletzungen.
- Schleifkorbtrage: schwieriges Gelände, enge Räume, Retten aus Höhen und Tiefen (Abseilkorb).
- Schaufeltrage: Aufheben und Umlagern, besonders bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung.
- Immer: Die Rettung geht nach den Regeln der Ersten Hilfe, der Rettungsdienst wird so früh wie möglich einbezogen, die Person nicht allein lassen.
Anwendung
Krankentrage
- Trage einsatzbereit machen, mit Krankenhausdecke bereitstellen.
- Person nach den Regeln der Ersten Hilfe lagern (Verletzung, Atmung, Bewusstsein beachten).
- Anschnallgurte schließen, Tragholme herausziehen.
- Truppführer am Kopfende gibt Kommandos: gemeinsam anheben, gleichmäßig tragen, absetzen.
- In Blickrichtung der Person tragen, Schritt für Schritt, Treppen besonders langsam und abgestimmt.
Rettungstuch
- Mindestens drei Feuerwehrangehörige tragen.
- Zur Stabilisierung Latten oder Stangen in die durchgehenden Seitentaschen schieben. Dann wird es wie eine Trage verwendet.
- Bei Becken- und Wirbelsäulenverletzungen und anderen schweren Verletzungen nicht verwenden.
Schleifkorbtrage
- Aufbau: stabiler Korb, innen Matte, die Stöße abfängt, verstellbare Fußstütze, vier metallverstärkte Ringe für Karabiner.
- Einsatz: waagerecht (schleifen, tragen) oder senkrecht; als Schleifkorb oder Abseilkorb.
- Weitertransport: Der Korb kann auf jede herkömmliche Krankentrage gelegt werden, Umlagern nicht nötig.
- Gehänge: Für das Abseilen wird ein 4-Strang-Gehänge an den vier Ringen befestigt (siehe Seite „Auf- und Abseilgerät, Dreibock, Schleifkorbtrage und Wathose“).
Schaufeltrage
- Beide Schaufelteile öffnen, seitlich unter die Person schieben, wieder schließen.
- Vorsichtig anheben und umlagern.
- Besonders empfehlenswert bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung.
Retten aus Höhen und Tiefen
Person auf der Trage sichern
Wo keine Schleifkorbtrage zur Verfügung steht, wird die Person mit der Feuerwehrleine auf der Krankentrage fest eingebunden.
- Einbinden: Mastwurf und Halbschläge in Brust-, Hüft- und Kniehöhe (siehe Seite „Halbschlag“).
- Anschlagen der Trage zum Ab- und Aufseilen: Mastwurf an den Tragefüßen, Pfahlstich und Spierenstich.
- Grundsätze (FwDV 1): Leinen straff führen, Anschlagpunkt oberhalb des Arbeitsstandorts, nicht über scharfe Kanten (Kantenschutz), Gesichts- und Kopfschutz für die zu rettende Person, gegenseitige Sicherheitskontrolle.
Ablassen und Führen
- Waagerecht ablassen, oder Kopfseite etwas höher als die Fußseite.
- Führungsleine einsetzen, damit die Trage nicht an der Wand schleift oder pendelt.
- Beispiel Treppenhaus mit Seilunterstützung (drei Kräfte): Das Auf- und Abseilgerät an einem Festpunkt oberhalb, Seilstoppgerät mit separatem Festpunkt (indirekte Steuerung, der Sicherungsmann steht außerhalb der Tragesicherungskette). Zwei Kräfte heben die Schleifkorbtrage an Kopf- und Fußende und führen sie möglichst waagerecht durch das Treppenhaus, der Dritte lässt ab. Absprache untereinander ist wichtig.
- Übung: Mit Puppen üben, nicht mit Personen, wenn Höhen oder Tiefen überwunden werden.
Typische Fehler
- Gurte nicht geschlossen, Person rutscht.
- Kopfende nicht geführt (Truppführer gibt keine Kommandos).
- Rettungstuch bei Wirbelsäulenverdacht eingesetzt.
- Ohne Führungsleine abgelassen, Trage schlägt an.
- Zu steil gekippt.
- Leine über scharfe Kante ohne Schutz.