Das Wichtigste in Kürze
- Verkehrsunfall, Person eingeklemmt: Laut Katalog ein Zug mit 2 LF, 2.000 l Löschmittel, 2 THL-Sätze, Rettungsdienst mit Notarzt bei Personen in Gefahr.
- ABS-Regel: Absichern, Brandschutz sicherstellen, Stabilisieren (Patient und Fahrzeug).
- Rettungsmodus: Der Zustand des Patienten bestimmt, ob schnell oder sofort gerettet wird.
- Innerer Retter betreut den Patienten, Glas- und Batteriemanagement schützen vor Verletzungen.
- Die Befreiung soll möglichst in etwa 20 Minuten gelingen. Die Zeit wird notiert.
- Stichwort
- H:VU Klemm (Nr. 7 im Katalog)
- Beispiele laut Katalog
- eingeklemmte Person
- Taktische Einheit
- Zug
- Löschmittel
- 2.000 l
- Fahrzeuge
- 2 LF
- Besondere Einsatzmittel
- 2 THL-Sätze
- Rettungsdienst-Stichwort
- ja
- Rettungsmittel
- ohne Personen in Gefahr: RTW; mit Personen in Gefahr: RTW + NA
Hinweis zur Tabelle: Stand der Katalogdaten: Juli 2015. Die Angaben sind Hinweise für mögliche Einsatzmittelketten. Maßgeblich ist die örtliche Alarm- und Ausrückeordnung.
Erkunden in vier Schritten
- Frontalansicht: Auf dem Weg zum Fahrzeug hören, riechen, sehen. Verkehr, Fahrzeuge, Schäden.
- Befragung: Möglichst von vorne nähern. Zeugen, Ersthelfer und Patienten befragen (Anzahl Insassen, Zustand, Beladung).
- Innenansicht: Zustand und Schwere der Einklemmung, weitere Insassen, Rettungsdatenblatt.
- Gesamtübersicht: Umgebung scannen, auslaufende Betriebsstoffe, Brandgefahr. Hilfsmittel: AUTO-Regel: Austretende Betriebsstoffe, Unterboden (Gastank, orange Hochvoltleitungen), Tankdeckel (Ladesystem, QR-Code), Oberfläche (Beschriftungen, Überdruckventile, fehlender Auspuff).
Rettungsmodus
- Schnelle (zeitkontrollierte) Rettung: Der Patient ist bei Bewusstsein, die Vitalfunktionen sind vorhanden. Die Rettung ist zügig, aber patientenschonend mit vollständiger Stabilisierung, Glas- und Batteriemanagement.
- Sofortrettung: Bei lebensbedrohlicher Umgebung (zum Beispiel Fahrzeugbrand) oder lebensbedrohlicher medizinischer Lage (zum Beispiel Reanimation). Mögliche weitere Schäden werden in Kauf genommen, einige Maßnahmen entfallen.
Typischer Ablauf
- Absichern und Brandschutz (mindestens zweifach), Fahrzeug stabilisieren (gegen Wegrollen sichern, Zündung aus, unterbauen).
- Erstzugang schaffen (offene Tür, Seitenscheibe, Heckklappe), Innerer Retter zum Patienten.
- Arbeitsbereich vorbereiten: Geräteablage THL, Schrottablage, Rettungsdienstablage.
- Glasmanagement: Seitenscheiben (Einscheibensicherheitsglas) vor dem Geräteeinsatz kontrolliert entfernen. Patientenschutz und Kantenschutz einsetzen.
- Batteriemanagement: Hinweise des Rettungsdatenblatts beachten.
- Rettungsöffnung schaffen und Einklemmung beseitigen (Spreizer, Schneidgerät, Rettungszylinder). Die Steuerung der Geräte übernimmt nur der Geräteführer.
- Patient retten, dem Rettungsdienst übergeben.
- Fahrzeug an den Abschleppdienst übergeben, Einsatzstelle räumen, Geräte prüfen.
Gerätegrundsätze
- Spreizer: nicht abrutschen lassen, unnötige Stöße vermeiden, Ansatzpunkte vorbereiten.
- Schneidgerät: keine gehärteten Metallteile (Lenksäulen, Achsen, Scharniere) durchtrennen, möglichst nah am Drehpunkt der Messer ansetzen.
- Rettungszylinder: keine Querbelastung der Kolbenstange, Unterbau am Ansatzpunkt.
- Geräteführer steht nicht eingeklemmt zwischen Gerät und Last.