Pumpe bedienen: Inbetriebnahme, Betrieb, Winter und Wartung

Wasserversorgung

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Drücke zählen: der Eingangsdruck (was ankommt) und der Ausgangsdruck (was du abgibst, meist 5 bis 8 bar nach Befehl).
  • Eingangsdruck am Hydranten oder bei langen Strecken nie unter 1,5 bar.
  • Faustregel beim Ansaugen: ab 3 bar den Druckausgang langsam öffnen, Leitung füllen, erst dann auf Befehlsdruck steigern.
  • Pumpe nie lange ohne Wasserabnahme: Sie erwärmt sich schnell. Kreislauf öffnen und dem Gruppenführer melden.
  • Winter: im Leerlauf laufen lassen oder entwässern. Prüfen: monatlich Betrieb und Trockensaugprobe (mindestens 0,8 bar in 30 s), alles ins Maschinistenheft.
Wichtige Werte
Ausgangsdruck meist 5 bis 8 bar (nach Befehl), Eingangsdruck mindestens 1,5 bar, Saugkorb mindestens 30 cm unter Wasser, Tankfüllen höchstens 5 bar und 800/1600 l/min (Herstellerangabe), Trockensaugprobe 0,8 bar in 30 s
Hinweis
Die Technik ist genormt (zum Beispiel DIN EN 1028, DIN 14420). Bedienungsanleitung des Herstellers, Weisung deines Trägers und dein Maschinistenlehrgang gehen vor. Die Abläufe übst du an deiner eigenen Pumpe in der Wache.

Das Wichtigste vorab

Was die Pumpe können muss

  • Wasser fördern: aus Tank, Hydrant oder offenem Gewässer.
  • Druck erzeugen: passend zum Auftrag (Strahlrohr, lange Strecke, Schaumrohr).
  • Nicht zu heiß werden: Wird kein Wasser abgenommen, erwärmt sich das Wasser in der Pumpe.

Immer vorher

  • Tragkraftspritze: möglichst waagerecht und standsicher aufstellen. Fahrzeug: Feststellbremse, Motor im Leerlauf, bei Bedarf Unterlegkeile.
  • Blindkupplungen abnehmen, Ablass- und Belüftungshähne sowie Druckausgänge schließen.
  • Fahrzeug mit Tank: Die Tankumschaltung steht für das Saugen immer auf „Saugbetrieb“ und wird nie unter Druck umgeschaltet.

Woher kommt das Wasser?

Aus einem offenen Gewässer

Vorbereiten: Saugkorb, Schutzkorb, zwei Kupplungsschlüssel, Ventil- und Halteleine bereitlegen, die gekuppelte Saugleitung an der Pumpe anschließen.

  • Saugkorb mindestens 30 cm unter der Oberfläche, mit Schutzkorb gegen Schmutz sichern. Mit der Halteleine (freies Ende zum Verankern) lässt er sich bewegen und sichern.

Ansaugen:

  1. Pumpe starten, bei der Tragkraftspritze Kupplung einrücken (Flüssigkeitsring gegebenenfalls auffüllen).
  2. Entlüften: bis das Ausgangsdruckmanometer mindestens 3 bar zeigt. Dabei die Drehzahl nach Pumpentyp wählen: Gasstrahler Vollgas, Flüssigkeitsring etwa drei Viertel, Trockenring-, Membran- und Kolbenpumpen leicht erhöhter Leerlauf. Eine Ansaugautomatik erledigt das selbst.
  3. Entlüftung ausschalten, sobald Druck anliegt.
  4. Druckausgang bei etwa 3 bar langsam bis zur Sperrklinke öffnen und das Füllen der Leitung beobachten.
  5. Erst danach den Ausgangsdruck auf den Befehl erhöhen.

Aus dem Hydranten

  1. Sammelstück ankuppeln: B-Leitung vom Hydranten am Sammelstück, B-Leitung zum Verteiler am Druckausgang.
  2. Hydrant spülen, bevor angeschlossen wird.
  3. Beim Öffnen einen Druckabgang leicht offen lassen, damit Luft entweichen kann.
  4. Pumpe starten, bei etwa 3 bar langsam den Druckausgang öffnen, Leitung füllen, dann auf Befehlsdruck.
  5. Eingangsdruck im Betrieb nicht unter 1,5 bar. Fällt er ab, Drehzahl zurücknehmen und dem Gruppenführer melden.

Trinkwasserschutz: Es darf keine direkte Verbindung zwischen Schmutz- und Trinkwasser entstehen. Wasser wird nie zurück ins Netz gepumpt. Zwischen Hydrant und Verbrauchern sitzt eine Pumpe, die Rückfließen verhindert.

Aus dem Tank des Fahrzeugs

  • Schnellangriff: Umschaltung auf „Tankbetrieb“, Pumpe starten, Absperrung zum Schnellangriff ganz öffnen, Schlauch vollständig abrollen, Druck vorsichtig auf 5 bis 8 bar steigern.
  • Kein ständiger Wasserverbrauch? Absperrung zum Tank öffnen (Kreislauf), sonst wird die Pumpe zu heiß.
  • Druckausgänge: auf „Tankbetrieb“, Pumpe starten, B-Leitung zum Verteiler, Ausgang langsam öffnen, Füllen beobachten, dann Druck steigern.
  • Tank nachfüllen mit der Pumpe: Absperrung der Tankfüllleitung öffnen. Höchstens 5 bar und 800 beziehungsweise 1.600 l/min (Herstellerangabe), sonst droht ein Tankschaden. Wasserstandsanzeige beobachten.
  • Tank am Hydranten füllen: Leitung vom gespülten Hydranten an den Tankfüllstutzen, maximalen Fülldruck nicht überschreiten, Überlaufen vermeiden (im Winter Glatteis). Fehlt eine Absperrung am Füllstutzen, einen Verteiler in Fahrzeugnähe einbauen.
  • Langer Tankbetrieb: Tank etwa zu drei Vierteln gefüllt halten.
  • Nach Schmutzwasser: Pumpe und Tank mit Leitungswasser spülen, Tank wieder auffüllen.
  • TSF-W: Dort sitzt eine Tragkraftspritze im Heck und ist mit einem besonderen Saugschlauch an den Tank angeschlossen.

Betrieb

Was der Maschinist im Blick hat

  • Er bleibt am Bedienstand und beobachtet Saugseite, Eingangs- und Ausgangsdruck sowie Temperatur und Betriebsanzeigen.
  • Er ist verantwortlich für den befohlenen Druck, in der Regel mindestens 5 bar, an Hydranten und langen Strecken ist der Eingangsdruck mindestens 1,5 bar.
  • Nach Kühl- und Schmierungssignalen: Grünes Licht (Kühlmittel) flackert oder erlischt, oder das Kühlmittel ist zu heiß: Motor abstellen und Keilriemen, Sicherung, Lampe, Kühlmittelstand und Zusatzlüfter prüfen. Rotes Licht (Schmierung): Motor abstellen, Ölstand prüfen.
  • Stopfbuchse bei übermäßigem Wasserdurchlass im Nassbetrieb nachziehen, Lager nach Anleitung schmieren.
  • Kraftstoff: nur sauberen, bereithalten, nicht überschütten (Brandgefahr).

Wenn etwas anders läuft als geplant

  • Alle Strahlrohre zu (kein Förderstrom): Pumpe auf Erwärmung kontrollieren. Ein freies Niederschraubventil oder die Tankfüllleitung leicht öffnen, Gas zurücknehmen, bis der Befehlsdruck stimmt. Gruppenführer melden.
  • Wasserzufluss bricht ab (Ein- und Ausgangsdruck fallen ganz ab, etwa durch eine geplatzte Leitung): Drehzahl zurücknehmen, Pumpe auskuppeln, Druckausgänge schließen, melden und Weisung abwarten.
  • Druck fällt, Drehzahl hoch: Zu viele Abnehmer oder Netz überlastet: Gruppenführer informieren, nicht eigenmächtig ändern.

Im Winterbetrieb

  • Kurze Unterbrechung: Pumpe im Leerlauf weiterlaufen lassen, Erwärmung beachten, etwas Wasser kontrolliert ableiten (Glatteis!), beim Tankfahrzeug Tankkreislauf schalten, Absperrungen in Abständen bewegen.
  • Längere Unterbrechung: sofort entwässern, Trockensaugprobe, Niederschraubventile entlasten.
  • Eingefroren: vorsichtig auftauen (Abgasschlauch oder warmes Wasser), nie mit offener Flamme.
  • Mehr dazu auf der Seite „Feuerwehr im Winter: Haus, Fahrzeug, Wasser, Pumpe und Einsatz“.

Abschluss und Pflege

Pumpe außer Betrieb nehmen

  1. Nur auf Weisung des Gruppenführers.
  2. Gas auf Leerlauf (Tragkraftspritze nach Dauerbetrieb noch etwa 2 Minuten laufen lassen), Niederschraubventile schließen, auskuppeln, Motor aus.
  3. Offenes Gewässer: Ventilleine ziehen, Saugleitung abkuppeln, Pumpe entwässern.
  4. Nach Schmutzwasser: Pumpe und Entlüftung mit sauberem Wasser spülen, Trockensaugprobe, bei Undichtheit Spülen wiederholen.
  5. Sieb am Sauganschluss reinigen und fetten, Blindkupplungen ankuppeln, Niederschraubventile entlasten, bei der Tragkraftspritze Kraftstoffhahn schließen.
  6. Bei Frostgefahr: entwässern und frostsicher machen (1 bis 2 Liter Frostschutzgemisch, erhöhte Drehzahl, Gemisch auffangen). Schnellangriffsschlauch ganz abrollen und entleeren.

Prüfrhythmus

  • Immer: Alles ins Maschinistenheft (Wartung und Betriebszeiten). Das Heft wird jährlich geprüft und dem Leiter der Feuerwehr zur Unterschrift vorgelegt. Mängel sofort beheben (lassen).
  • Monatlich: mindestens 15 Minuten laufen lassen, möglichst im Nassbetrieb. Trockensaugprobe mit Abgasen ins Freie: mindestens 0,8 bar in 30 s, danach darf der Unterdruck in einer Minute höchstens um 0,1 bar fallen.
  • Halbjährlich: dazu vorher mindestens 15 Minuten Nassbetrieb (bei etwa 8 bar) und Druckprobe. Schließdruck bei geschlossenen Druckausgängen: 14 bis 16 bar bei FP 8/8, 16/8, 24/8, 10 bis 17 bar bei Typen nach EN 1028 (Herstellerangaben beachten).
  • Jährlich: zusätzlich Trockensaugprobe mit Saugschläuchen (je Schlauch 15 Sekunden mehr) und Tank innen auf Schmutz, Rost, Schwallwände und Heizung prüfen, Tankbefestigung kontrollieren.

Typische Fehler

Was Maschinisten häufig falsch machen

  • Zu früh Druck gegeben: Schlauch platzt oder Strahlrohrführer stürzt. Erst füllen, dann steigern.
  • Hydrant nicht gespült oder Eingangsdruck unter 1,5 bar nicht bemerkt.
  • Saugkorb zu flach: Es zieht Luft, die Pumpe saugt nicht.
  • Pumpe ohne Wasserabnahme laufen lassen: gefährliche Erwärmung.
  • Umschaltung unter Druck: Beschädigung der Tankumschaltung.
  • Nach Frost nicht entwässert: Frostschaden.
  • Nichts ins Maschinistenheft eingetragen: Mängel bleiben unbemerkt.

Siehe auch