Der Einsatzbefehl: Befehlsschema und Kommandos

Trupps und Funktionen

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Befehl besteht aus Einheit, Auftrag, Mittel, Ziel, Weg und endet mit „Vor!“.
  • Mit Bereitstellung: Lage noch unklar. Der Befehl nennt nur Wasserentnahmestelle und Verteiler und endet mit „Zum Einsatz fertig!“.
  • Ohne Bereitstellung: Lage reicht für einen vollständigen Auftrag. Der Befehl endet mit „Vor!“.
  • Der Truppführer wiederholt den Befehl (ab „Einheit“). So weiß der Befehlsgeber, dass er verstanden wurde.
  • „Gefahr – Alle sofort zurück!“ darf jede Einsatzkraft rufen. Alle geben es weiter und sammeln sich am Fahrzeug.

Diese Seite fasst die Befehlsgebung der FwDV 3 (Kapitel 5.3 bis 5.7 und 6.2) zusammen. Sie gilt für alle Funktionen, denn jeder muss einen Befehl verstehen und richtig wiederholen können.

Das Befehlsschema

Der Einheitsführer gibt Befehle in dieser festen Reihenfolge. Das macht sie kurz, klar und vollständig:

  1. Wasserentnahmestelle (nur im Löscheinsatz): woher kommt das Wasser?
  2. Lage des Verteilers: wo wird der Verteiler gesetzt?
  3. Einheit: wer führt aus (z. B. „Angriffstrupp“)?
  4. Auftrag: was ist zu tun (z. B. „zur Menschenrettung“)?
  5. Mittel: womit (z. B. „mit dem 1. Rohr“)?
  6. Ziel: wohin (z. B. „in das Erdgeschoss“)?
  7. Weg: wie dorthin (z. B. „über den Haupteingang“)?
  8. „Vor!“ als Ausführungskommando.

Beispiel (ausgedacht, nicht aus der Vorschrift): „Wasserentnahmestelle: Unterflurhydrant vor dem Haus. Verteiler: vor dem Eingang. Angriffstrupp zur Menschenrettung mit dem 1. Rohr in das Erdgeschoss über den Haupteingang – Vor!“

Einsatz mit und ohne Bereitstellung

Einsatz mit Bereitstellung: Der Einheitsführer kann nach dem Eintreffen die Lage zunächst nur so weit feststellen, dass er die Wasserentnahmestelle und die Lage des Verteilers bestimmen kann. Einsatzauftrag, Mittel, Ziel und Weg stehen noch nicht fest. Er befiehlt Wasserentnahmestelle und Verteiler und schließt mit „Zum Einsatz fertig!“. Der Angriffstruppführer wiederholt das Kommando. Die Mannschaft baut auf und wartet, während der Einheitsführer weiter erkundet. Sobald er einen Auftrag geben kann, folgt der eigentliche Befehl mit „Vor!“.

Einsatz ohne Bereitstellung: Liegen genug Informationen für den Einsatzauftrag vor, gibt der Einheitsführer gleich den gesamten Befehl nach einer kurzen Lageschilderung. Er endet mit „Vor!“.

Die wichtigsten Kommandos und Meldungen

  • „Aufsitzen!“ / „Absitzen!“: Die Mannschaft sitzt erst nach dem Kommando des Einheitsführers ab und tritt hinter dem Fahrzeug an.
  • „Zum Einsatz fertig!“: Ende des Befehls bei Einsatz mit Bereitstellung. Der Angriffstruppführer wiederholt.
  • „Vor!“: Ende des Befehls, die Ausführung beginnt.
  • „Wasser marsch!“: Der Maschinist gibt Wasser auf die Leitung. Gegeben wird das Kommando vom Wassertrupp (am Verteiler) oder vom Angriffstrupp (bei angekuppeltem Verteiler).
  • „1. Rohr Wasser marsch!“: Der Angriffstruppführer meldet, dass das erste Rohr bereit ist.
  • „… Rohr Wasser halt!“: Der Truppführer lässt das Wasser am Verteiler abstellen, vor Stellungswechsel oder Rücknahme.
  • „…trupp; … Rohr zurück!“ oder „Stellungswechsel nach …!“: Befehl des Einheitsführers.
  • „Angriffstrupp einsatzbereit!“: Meldung des Angriffstruppführers.
  • „Wassertrupp als Sicherheitstrupp einsatzbereit!“: Meldung des Wassertruppführers beim Atemschutzeinsatz.
  • „Zum Abmarsch fertig!“: Der Einheitsführer beendet den Einsatz. Der Maschinist meldet am Ende „Fahrzeug fahrbereit!“.
  • „Gefahr – Alle sofort zurück!“: Bemerkt eine Einsatzkraft eine besondere Gefahr (z. B. Einsturz oder Explosion), ruft sie das Kommando. Jeder gibt es weiter, alle gehen zurück und sammeln sich am Fahrzeug. Der Einheitsführer prüft die Vollzähligkeit.

Wenn Kräfte fehlen

Die Aufgabenbeschreibung geht von einer vollen Gruppe aus. Fehlen Einsatzkräfte, wird zuerst auf den Melder, dann auf den Schlauchtrupp und schließlich auf den Wassertrupp vorübergehend verzichtet. Ihre Aufgaben übernehmen andere Einsatzkräfte.

Der Befehl des Zugführers

Beim Zug gilt das Prinzip der Auftragstaktik: Der Zugführer sagt, was erreicht werden soll, nicht wie. Sein Befehl enthält mindestens Einheit und Auftrag. „Mittel“, „Ziel“ und „Weg“ nennt er nur, wenn sie zur Klarheit beitragen. Je nach Lage ergänzt er:

  • Lage: Schadenereignis, Gefahrenlage, Zuteilung oder Abgabe von Einsatzkräften
  • Durchführung: eigene Absicht, Aufträge an die Einheiten, Zusammenarbeit, Sicherheitstrupps, Abschnittsgrenzen, Zeiten, Schutzmaßnahmen
  • Versorgung: Verpflegung, Atemschutzgeräte, Betriebsstoffe, medizinische Versorgung
  • Führung und Kommunikation: Verbindungen, Meldewesen, Standort der Befehlsstelle, Erreichbarkeit

Lage und Durchführung sind besonders sinnvoll, wenn die Einheitsführer keinen Überblick haben oder als nachrückende Einheit eingesetzt werden. Sie gehen dem Befehl voraus.

Siehe auch