Druckschläuche und Kupplungen

Geräte

Das Wichtigste in Kürze

  • Druckschläuche führen das Wasser unter Druck (Größen B, C, D, selten A und F). B-Schläuche kuppeln zwei Einsatzkräfte, C-Schläuche eine.
  • Kuppeln: zusammen im Uhrzeigersinn, auseinander gegen den Uhrzeigersinn. Mit Kupplungsschlüsseln nur nach, die Schlüssel beim Lösen über Kreuz.
  • Immer ausreichende Schlauchreserve: eine C-Länge je Geschoss, mindestens eine C-Länge je abzusuchender Nutzungseinheit, vor dem Verteiler und an Zugängen.
  • Sichern: An Außenfronten und in Treppenräumen an Festpunkten (Seilschlauchhalter, Feuerwehrleine). Leitungen nie an Leitern befestigen. C-Leitung über Leiter nur bis zum 1. OG mit leerem Schlauch.
  • Über Straßen: mindestens zwei, besser drei Schlauchbrücken auf einer Fahrbahnseite, Verkehr sichern. Zurücknehmen: entkuppeln, entwässern, Glatteis und Wasserschaden beachten.
Größen
A 110 mm, B 75 mm, C 42 oder 52 mm, D 25 mm (F 150 mm für Großfördersysteme)
Druck
Prüfdruck B, C, D 16 bar (A und F 12 bar), übliche Betriebsdrücke bis etwa 17 bar; Berstdruck neuer Schläuche deutlich darüber
Kuppeln
B: zwei Einsatzkräfte, C: eine; zusammen im Uhrzeigersinn, auseinander dagegen
Reserve
eine C-Länge je Geschoss, mindestens eine C-Länge je abzusuchender Nutzungseinheit
Leitern
leere C-Leitung nur bis 1. OG über Leitern, höher mit der Feuerwehrleine hochziehen
Hinweis
Nachschlagetext. Handgriffe und Kommandos übt ihr praktisch in der Wache. Maße und Durchflüsse sind Richtwerte und hängen von Fabrikat und Druck ab. Herstellerangaben und Weisungen deines Trägers gehen vor.

Schläuche und Kupplungen

Größen und Aufbau

  • A (110 mm) und F (150 mm) für Großfördersysteme, B (75 mm) für Wasserförderung und Verteiler, C (42 oder 52 mm) für Angriffsleitungen, D (25 mm) für Schnellangriff, Vegetation, Handstrahlrohre mit kleinen Mengen.
  • Aufbau: rundgewebter Kunststoffschlauch (Polyester), innen gummiert. Ungefüllt lässt er sich flach zusammenlegen. Trinkwasserschläuche sind blau und dicker.
  • Reibungsverlust steigt mit Förderstrom und Länge (siehe Seite „Wasserförderung über lange Schlauchstrecken“). B-Schläuche haben deutlich weniger Verlust als C.
  • Länge: üblich 20 m je Schlauch (B-Länge, C-Länge), kürzere Längen für Anschlüsse (zum Beispiel 5-m-B-Schlauch).

Storz-Kupplung

  • Aufbau: symmetrische („hermaphrodite“) Bajonettkupplung: beide Hälften sind gleich, keine Unterscheidung von Stecker und Buchse. Knaggen greifen in die Gegenkupplung und werden durch Verdrehen verriegelt. Aus Aluminium, Dichtung aus Nitrilkautschuk.
  • Größen: A, B, C (C52) und D passend zu den Schlauchgrößen (Knaggenabstand zum Beispiel B etwa 89 mm, C etwa 66 mm).
  • Druckkupplung hat eine Drucklippe, Saugkupplung zusätzlich einen Wulst (Sauglippe) für Unterdruck.
  • Kuppeln: Hälften aneinanderpressen und im Uhrzeigersinn drehen, bis die Knaggen einrasten. Der drehbare Knaggenteil erleichtert das Kuppeln und schont die Dichtung. Auseinander gegen den Uhrzeigersinn.
  • Schlüssel: B-Schläuche grundsätzlich von zwei Einsatzkräften, C-Schläuche von einer, von Hand, bei Bedarf mit Kupplungsschlüsseln. Beim Lösen mit Schlüsseln werden sie über Kreuz gehalten.
  • Pflege: Dichtung auf Risse und Verformung prüfen, Knaggen sauber (kein Sand), Kupplungen nicht fallen lassen oder über den Boden schleifen, defekte Kupplungen aussondern.

Auslegen und Vornehmen

Auslegen: Verfahren im Überblick

  • Schlauchtragekorb oder tragbare Haspel: Legt der Trupp seine Leitung selbst, wird sie vom Verteiler Richtung Einsatzstelle ausgelegt, sonst von der Einsatzstelle zum Verteiler. Bei der tragbaren Haspel muss der Schlauch von unten abrollen. Der Truppführer sorgt für ausreichende Schlauchreserve und unterstützt den Truppmann bei der Vornahme des Rohres.
  • Rollschlauch: durch Auswerfen oder Abrollen aus der Armbeuge. Eine Hand führt die Rolle, die andere fasst beide Schlauchenden unmittelbar hinter den Kupplungen.
  • Schnellangriffsleitung: Der Truppmann nimmt das Strahlrohr aus der Halterung und geht mit dem Truppführer vor, ein weiterer Trupp hilft beim Abziehen. Auf „Wasser marsch!“ öffnet der Maschinist das Absperrorgan an der Pumpe. C-Schnellangriff vollständig auslegen!
  • Fahrbare Schlauchhaspel (B-Leitung): Wassertrupp und Maschinist setzen sie gemeinsam ab, die Ein-Mann-Haspel setzt der Maschinist. Sie wird an den Handgriffen gezogen, der Schlauch rollt von unten ab.

Vornehmen und Sichern

  • Über tragbare Leitern: leere C-Druckschlauchleitung nur bis auf Höhe des 1. Obergeschosses, darüber mit der Feuerwehrleine hochziehen oder hochführen. Nicht am Körper befestigen. Schlauchleitungen nie auf Leitern verlegen oder daran befestigen.
  • An Außenfronten und in Treppenräumen: an geeigneten Festpunkten mit Seilschlauchhalter oder Feuerwehrleine sichern. In Treppenräumen sonst die Leitung auf der Treppe verlegen. Schlauchreserve beachten.
  • Über Hindernisse (Zäune): Steckleiterteile als Schlauchstütze (Standsicherheit und Verbindung der Teile beachten, Verbindung meist mit Mehrzweckleinen).
  • Verkehrswege unterqueren: Freiräume unter Gleisen und Rohrdurchlässe nutzen. Gleiskörper nur nach Freigabe betreten.
  • Straßen überqueren: mindestens zwei, besser drei Schlauchbrücken auf einer Fahrbahnseite, damit Fahrzeuge verschiedener Spurbreite (Pkw, Lkw) die Leitung überfahren können. Auf Verkehrssicherung besonders achten.
  • Wie viel Schlauch? Eine C-Länge zur Überwindung eines Geschosses, mindestens eine C-Länge je abzusuchender Nutzungseinheit (Gebäudeabmessungen beachten, in Hallen mehr).

Zurücknehmen und Pflege

  • Leitung an geeigneten Stellen entkuppeln, Wasserschaden verhindern, Glatteis beachten (Winter!).
  • Entleeren: Schlauch fortlaufend hochheben oder in abfallendem Gelände so legen, dass das Wasser abfließt.
  • C-Schläuche in Buchten über die Schulter (Kupplungen vor dem Körper) oder wie B-Schläuche einfach oder doppelt rollen.
  • Nach dem Einsatz: reinigen (Schmutz, Öl, Chemie), vollständig trocknen, auf Beschädigung prüfen (Scheuerstellen, Brandlöcher, Quetschungen), beschädigte Schläuche kennzeichnen und aussondern. Schläuche nicht über scharfe Kanten ziehen, Fahrzeugräder und Hitze meiden.
  • Prüfung: Sichtprüfung nach Gebrauch, Druckprüfung durch den Gerätewart in festgelegten Abständen (Prüfgrundsätze der Unfallversicherung).
  • Im Winter: Wasser in den Leitungen muss fließen, Abbau und Auftauen siehe Seite „Feuerwehr im Winter“.

Siehe auch