Das Wichtigste in Kürze
- Großer Waldbrand, Getreidefeld: Laut Katalog ein Zug mit 2 LF und 3 TLF, 6.000 l Löschmittel, MZF oder ELW 1 zur Führung.
- Wasserversorgung ist die zentrale Aufgabe: Pendelverkehr, lange Schlauchstrecken und Wasserübergabepunkte.
- Führung gliedern: Einsatzabschnitte bilden, Lookout und Rückzugswege für jeden Abschnitt.
- WSP: Diese Abkürzung steht im Katalog (B:Wald im WSP) ohne Erklärung. Frag bei deiner Leitstelle, welche Waldgebiete damit gemeint sind.
- Zusätzliche Kräfte: Forst, Polizei, THW, ggf. Luftunterstützung.
- Stichwort
- B:Wald groß / B:Wald im WSP (Nr. 11 im Katalog)
- Beispiele laut Katalog
- Wald, Getreidefeld
- Taktische Einheit
- Zug
- Löschmittel
- 6.000 l
- Fahrzeuge
- 2 LF, 3 TLF
- Führungskomponente
- MZF oder ELW 1
- Eigensicherung
- im Katalog mit „ja“ gekennzeichnet
- Rettungsmittel
- RTW
Hinweis zur Tabelle: Stand der Katalogdaten: Juli 2015. Die Angaben sind Hinweise für mögliche Einsatzmittelketten. Maßgeblich ist die örtliche Alarm- und Ausrückeordnung.
Großlage Waldbrand
Bei großen Waldbränden reichen die Fahrzeuge einer Gemeinde nicht aus. Der Einsatzleiter braucht Führungsunterstützung, mehrere Einsatzabschnitte und eine Wasserlogistik. Er sorgt für Ablösung und Verpflegung der Kräfte, denn Einsätze dauern oft viele Stunden bis Tage.
Wasserversorgung
- Löschwasserentnahmestelle: Hydranten, Löschwasserbehälter, offene Gewässer. Waldbrandeinsatzkarten geben Hinweise.
- Förderung: über lange Schlauchleitungen und Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr.
- Wasserübergabepunkt: Hier füllen Tanklöschfahrzeuge aus Becken oder Leitung auf. Zufahrt und Wendemöglichkeit planen.
Taktik
- Angriff über die Flanken zur Front (AFFEN). Verteidigung und Riegelstellungen, wenn ein direkter Angriff zu gefährlich ist: Streifen, Schutz von Gebäuden und Straßen.
- Taktischer Rückzug, wenn die Kontrollschwellen überschritten werden (zu hohe Flammen, Funkenflug, Windwechsel).
- Zusammenarbeit: Forst, Polizei (Absperrung, Verkehr), THW, Hilfsorganisationen. Die Einsatzleitung bleibt beim Feuerwehrleiter, der Fachberater Forst berät.
Aufbau der Einsatzstelle
- Einsatzleitung festlegen, Führungsunterstützung (Stab) anfordern.
- Einsatzabschnitte bilden, Abschnittsleiter benennen.
- LACES für jeden Abschnitt: Lookout, Ankerpunkt, Kommunikation, Rückzugsweg, Sicherheitszone (siehe Seite „Vegetationsbrand: Gefahren, LACES und Kontrollschwellen“).
- Wasserversorgung als eigenen Abschnitt organisieren (Pendelverkehr, Wasserübergabepunkt).
- Bereitstellungsraum und Aufstellfläche für Ablösung, Verpflegung und Sanitätsdienst einrichten.
- Fachberater Forst einbinden, Waldbrandeinsatzkarten nutzen.
Kampfmittel und besondere Gebiete
- Viele Flächen in Brandenburg sind munitionsbelastet. Auf solchen Flächen gilt ein Sicherheitsabstand von 1.000 m (nach DGUV Regel 113-016), 500 m bei ausreichender Deckung (nach FwDV 500). Details auf der Seite „Vegetationsbrand: Gefahren, LACES und Kontrollschwellen“.
- Munitionsflächen sind nicht klassisch nachlöschbar, es gilt: Abstand, Beobachtung, Spezialkräfte, keine Kräfte in die Fläche.
- Schutzgebiete und Moor: Wasserentnahme und Fahrwege nach Absprache mit der Naturschutzbehörde und dem Forst.
Dauer, Ablösung und Gesundheit
- Einsätze dauern Stunden bis Tage. Ablösung nach Plan, Ruhezeiten und Verpflegung sicherstellen.
- Hitze, Rauch und Staub belasten stark: Trinkpausen, Atemschutz oder Rauchschutz nach Lage, Augenschutz.
- Fahrer und Maschinisten brauchen Ruhezeiten (Verkehrssicherheit auf Waldwegen).
- Nachlöschen über Stunden und Tage, Brandwache nach Entscheidung des Einsatzleiters, Übergabe protokollieren.
Typische Fehler
- Wasserversorgung zu spät geplant: Das Löschen bricht ab.
- Kein Lookout oder kein Rückzugsweg: Kräfte werden vom Feuer überrascht.
- Frontaler Angriff aus dem Grünen bei hohen Flammen.
- Kampfmittel nicht beachtet.
- Zu wenig Ablösung: Erschöpfung führt zu Fehlern.
- Nachlöschen unterschätzt: Glutnester entzünden erneut.
Hinweis
Maßgeblich sind Alarm- und Ausrückeordnung und Weisung des Einsatzleiters.