Das Wichtigste in Kürze
- Schutzkleidung wird in drei Formen unterschieden: Form 1 (Spritzschutz auf Brandschutzkleidung), Form 2 (erweiterter Kontaminationsschutz, nicht gasdicht), Form 3 (gasdichter Anzug).
- Immer dazu: ein für die Tätigkeit geeigneter Atemschutz.
- Beim Wechsel der Form gelten Dekon und Überwachung. Form 3 ist gegen Hitze und Kälte oft nur begrenzt beständig.
- Im Brandfall und bei besonderem Risiko entscheidet der Einsatzleiter über den Einsatz der Kleidung.
Form 1
Brandschutzkleidung plus Schutzhaube mit Kragen für freie Stellen am Hals und Kopf, über der Brandschutzkleidung getragen. Schützt nur vor festen ABC-Gefahrstoffen und bietet eingeschränkten Spritzschutz. Weder flüssigkeits- noch gasdicht. Empfohlen: Einmalhandschuhe (zum Beispiel Nitril) unter den Feuerwehrhandschuhen. Beim Entkleiden besteht Gefahr der Kontaminationsverschleppung.
Form 2
Ein Schutzanzug, der je nach Lage über flammenhemmender Unterbekleidung getragen wird. Schützt vor festen und begrenzt vor flüssigen Stoffen, ist nicht gasdicht. Für alle Lagen zulässig, in denen nicht zusätzlich Form 3 nötig ist. Es bleibt eine Gefahr durch Gase und Dämpfe. Übergänge zu Handschuhen und Stiefeln sichern (Klebeband). Einmalschutzanzüge sind zulässig. Chemikalien können das Material durchdringen, Durchdringungszeiten der Beständigkeitsliste beachten. Der Einsatzleiter entscheidet gesondert über den Einsatz bei Brandbekämpfung.
Form 3
Schützt vor festen, flüssigen und gasförmigen Stoffen. Wird eingesetzt, wenn die Gefahren umfassenden Schutz verlangen. Die Atemluft kann innerhalb oder außerhalb des Anzugs getragen werden. Der Anzug hält Hitze (Brand, Heißdampf) oder Kälte (verflüssigte Gase) meist nur unzureichend aus. Je nach Lage ist eine flammenhemmende Unterbekleidung nötig. Einmalausführung zulässig.
Weitere Ausrüstung
- Atemschutz (Isoliergerät) nach FwDV 7, Träger von Chemikalienschutzanzügen werden zusätzlich ausgebildet und üben jährlich.
- Mess- und Warngeräte, Nachweisgeräte, Dekon-Ausrüstung.
- PSA am Dekon-Platz für das Dekon-Personal.
Atemschutz und Kleidung im Detail
- Isoliergeräte unter isolierender Schutzkleidung (Chemikalienschutzanzug, geschlossene Hitzeschutzkleidung) höchstens 30 Minuten, auch wenn das Gerät länger reichen würde. Atemluft für die Dekontamination einplanen.
- Regenerationsgeräte dürfen mit Chemikalienschutzanzügen nicht eingesetzt werden (starke Erwärmung, mögliche Zündquelle).
- Filtergeräte: Filter muss zu Stoff und Konzentration passen.
- Form 1: Brandschutzkleidung plus Schutzhaube mit Kragen, Einmalhandschuhe (zum Beispiel Nitril) unter den Feuerwehrhandschuhen empfohlen. Flammschutzhaube bei höherem thermischem Risiko, beim Entkleiden besteht Verschleppungsgefahr.
- Form 2: Schutzanzug über flammenhemmender Unterbekleidung, Handschuhe und Füßlinge an den Übergängen zu Handschuhen und Stiefeln sichern (zum Beispiel Klebeband). Durchdringungszeiten der Chemikalien in der Beständigkeitsliste beachten. Einmalanzug zulässig. Brandbekämpfung entscheidet der Einsatzleiter gesondert.
- Form 3: gasdicht, in der Regel unzureichend gegen hohe oder tiefe Temperaturen (Brand, Heißdampf, verflüssigte Gase). Flammhemmende Unterbekleidung je nach Lage. Durchdringungszeiten beachten.
- Verantwortlich für die Auswahl ist der Einsatzleiter, für Beschaffung, Wartung und Prüfung der Träger der Feuerwehr. Nur ausgebildete Kräfte setzen die Sonderausrüstung ein.
- Jährlich mindestens eine Fortbildung zu ABC-Einsätzen mit Dekontamination, eine Einsatzübung und eine Übung in Form 3.
Die Handgriffe und die Ausrüstung übst du praktisch mit der ABC-Einheit.