Das Wichtigste in Kürze
- H:VU mit P: Verkehrsunfall mit Verletzten, aber nicht eingeklemmt. Laut Katalog Gruppe mit 1 LF, 500 l Löschmittel, Beleuchtungssatz; Rettungsdienst RTW, bei Personen in Gefahr mit Notarzt.
- ABS-Regel: Absichern, Brandschutz sicherstellen, Stabilisieren (Fahrzeug und Patient).
- Erstversorgung hat oberste Priorität. Bis zur Übergabe wird der Patient betreut. Der innere Retter bleibt beim Patienten.
- Rettungsmodus: Sofortrettung bei Lebensgefahr in der Umgebung oder akuter medizinischer Lage, sonst schnelle (zeitkontrollierte) Rettung.
- Medizinische Fragen entscheidet der Notarzt (§ 9 BbgBKG), die Technik der Einsatzleiter.
- Stichwort
- H:VU mit P (Nr. 6 im Katalog)
- Beispiele laut Katalog
- Unfall mit Verletzten, jedoch nicht eingeklemmt
- Taktische Einheit
- Gruppe
- Löschmittel
- 500 l
- Fahrzeuge
- 1 LF
- Besondere Einsatzmittel
- Beleuchtungssatz
- Rettungsdienst-Stichwort
- ja
- Rettungsmittel
- ohne Personen in Gefahr: RTW; mit Personen in Gefahr: RTW + NA
- Hinweis
- Welche Kräfte für das Stichwort ausrücken, steht in der Alarm- und Ausrückeordnung deiner Wehr, die Katalogwerte sind nur Hinweise. Vor Ort entscheidet der Einheitsführer. Die Handgriffe übst du praktisch in der Wache.
Hinweis zur Tabelle: Stand der Katalogdaten: Juli 2015. Die Angaben sind Hinweise für mögliche Einsatzmittelketten. Maßgeblich ist die örtliche Alarm- und Ausrückeordnung.
Lage und Grundsätze
Was ist „mit P“?
- Verkehrsunfall mit Verletzten, Patient ist nicht eingeklemmt (sonst H:VU Klemm).
- Katalog: Gruppe mit 1 LF, 500 l Löschmittel, Beleuchtungssatz. Rettungsdienst: RTW, bei Personen in Gefahr RTW + Notarzt.
- Aufgaben der Feuerwehr: Absichern, Brandschutz, Stabilisieren, Erstversorgung, schonende Rettung. Die medizinische Behandlung übernimmt der Rettungsdienst.
Rollen: Feuerwehr und Rettungsdienst
- Einsatzleiter der Feuerwehr: leitet den Einsatz (§ 9 BbgBKG).
- Notarzt: Zuständigkeit in medizinischen Fragen bleibt unberührt. Vor der technischen Rettung wird der Rettungsmodus mit dem Rettungsdienst abgestimmt.
- Innerer Retter: eine geeignete Einsatzkraft betreut den Patienten im Fahrzeug, bis er gerettet ist.
Vorgehen Schritt für Schritt
Ablauf
- Absichern: Fahrzeug parallel zur Fahrbahn, Warnbeleuchtung, bei Bedarf weitere Sicherung (siehe Seite „Einsatzstelle gegen Verkehr sichern“).
- Brandschutz: mindestens zweifach (zum Beispiel Pulverlöscher und Wasser).
- Stabilisieren: Fahrzeug gegen Wegrollen sichern, Zündung aus, Handbremse. Patienten ansprechen und beruhigen.
- Innerer Retter: steigt nach dem Sichern ins Fahrzeug, Infektionsschutzhandschuhe, für Splitter mindestens Gesichtsschutz am Helm. Er kündigt jede Maßnahme an, beurteilt Bewusstsein, Atmung, Blutungen, beruhigt, hält den Patienten warm und gibt Rückmeldung an den Einheitsführer.
- Rettungsdienst: Absprache über Zustand und Rettungsweg.
- Rettung: Patienten schonend aus dem Fahrzeug holen (siehe Seite „Verkehrsunfall Pkw: Technische Rettung und Zusammenarbeit“). Bei Lebensgefahr (zum Beispiel Brand) Sofortrettung.
- Übergabe an den Rettungsdienst, Fahrzeug an Polizei und Abschleppdienst, Einsatzstelle räumen, Geräte prüfen.
Sofortrettung oder schnelle Rettung?
- Sofortrettung: bei lebensbedrohlicher Umgebung (Fahrzeugbrand) oder lebensbedrohlicher medizinischer Lage (zum Beispiel Reanimation). Weitere Schäden werden in Kauf genommen, einzelne Maßnahmen entfallen.
- Schnelle (zeitkontrollierte) Rettung: Patient bei Bewusstsein, Vitalfunktionen vorhanden. Zügig, aber patientenschonend mit Stabilisierung, Glas- und Batteriemanagement.
Autobahn und Schnellstraße
- Absicherung nach den Regeln der Verkehrsabsicherung (siehe Seite „Einsatzstelle gegen Verkehr sichern“).
- Großfahrzeuge als Schutz (ohne Besatzung im Gefahrenbereich), Aussteigen zur fahrbahnabgewandten Seite, Warnweste, nicht benötigte Kräfte hinter die Leitplanke.
- Böschungen und Randstreifen nach herausgeschleuderten Personen absuchen.
- Zu- und Abfahrt für Rettungsfahrzeuge sicherstellen.
Typische Fehler
- Ohne Absicherung am Patienten gearbeitet.
- Innerer Retter fehlt oder keine Rückmeldung.
- Fahrzeug nicht gegen Wegrollen gesichert.
- Patient ohne Ankündigung berührt oder bewegt.
- Rettungsmodus nicht abgestimmt.
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