Einsatzdokumentation und Feuerwehrbericht

Trupps und Funktionen

Das Wichtigste in Kürze

  • Jeder Einsatz wird dokumentiert. In Brandenburg ist die Einsatzleitung vor Ort für die Dokumentation in ihrem Bereich zuständig (Verwaltungsvorschrift zum BbgBKG, Nr. 9.3, mit Bezug auf Nr. 3.3.5 FwDV 100).
  • Dokumentation heißt: Erfassen, Sammeln, Ordnen und Aufbewahren von Informationen, die als Nachweis verantwortlichen Handelns und für die spätere Auswertung wichtig sind.
  • Der Feuerwehrbericht wird nach dem Einsatz geschrieben. In Teilen Brandenburgs liefert die Leitstelle viele Daten (Einsatzort, Stichwort, Einsatzmittel, Statuszeiten) elektronisch zu.
  • Während des Einsatzes hältst du fest, was du siehst und tust. Den Einsatzbericht schreiben die dafür zuständigen Einsatzkräfte, abgeschlossen wird er durch den Einsatzleiter oder den Aufgabenträger.
  • Wer später nachfragt: Polizei, Träger, Versicherung, Unfallkasse. Deshalb zählen Tatsachen, nicht Vermutungen.

Warum dokumentieren?

  • Nachweis: Du dokumentierst, was entschieden und getan wurde und warum, damit verantwortliches Handeln belegbar ist.
  • Auswertung: Aus den Berichten ergeben sich Statistik, Kosten und Erkenntnisse für spätere Einsätze.
  • Weitere Zwecke: Beobachtungen für die Polizei (siehe Nach dem Brand), Unfälle und Verletzungen der eigenen Kräfte, Übergriffe und besondere Ereignisse. Auf mehreren Seiten dieses Portals wird auf den Einsatzbericht verwiesen, zum Beispiel bei H:Türnotöffnung, Anscheinsgefahr und Jedermannsrechte und Übergriffe auf Einsatzkräfte.

Während des Einsatzes

  • Einsatztagebuch: Es ist bei größeren Lagen ein wichtiges Führungsmittel, ab Führungsstufe C intensiv, in Stufe D unverzichtbar. Es ist eine Urkunde, siehe Führungsmittel.
  • Lagekarte, Nachrichtenvordrucke und Meldevermerke: Sie halten Lage, Befehle und Meldungen fest. Siehe FwDV 100 und Taktische Zeichen: Lagedarstellung.
  • Atemschutzüberwachung: Sie wird dokumentiert. Siehe Atemschutzüberwachung.
  • Deine Rolle als Truppmitglied: Merke dir Zeiten, Beobachtungen und Veränderungen, die du vorgenommen hast. Sag sie dem Truppführer oder dem Einsatzleiter.

Der Feuerwehrbericht nach dem Einsatz

  • Inhalte (Beispiel der Anwendung CEVAS Feuerwehr): Lagebericht, Einsatzkräfte, Geräte und Material, Brandwache, Schadenskonten, beteiligte Fremdkräfte und Behörden und weitere Angaben.
  • Daten aus der Leitstelle: Einsatzort, Einsatzstichwort, alarmierte Einsatzmittel, Einsatzstatuszeiten, zurückgemeldete Einsatzstärken und die Einsatzdokumentation der Leitstelle. Siehe Zusammenarbeit mit der Leitstelle.
  • Wann beginnt die Dokumentation? Nach Einsatzende: Alle Fahrzeuge sind im Status 2, und der Einsatzleiter hat den Einsatz gegenüber der Leitstelle für beendet erklärt. Dann stehen die Informationen für die weitere Bearbeitung bereit.
  • Wer trägt ein: Die am Einsatz beteiligten und zuständigen Einsatzkräfte, auch von zu Hause aus (internetbasierte Anwendung). Fehlende Angaben werden im Bericht ergänzt.
  • Abschluss: Nach vollständiger Erfassung schließt der Einsatzleiter oder der Aufgabenträger der zuständigen Feuerwehr den Bericht ab. Der Freigabeprozess kann der Aufgabenträger selbst gestalten.
  • Mehrere Feuerwehren: Teilberichte beteiligter Feuerwehren können elektronisch angefordert werden.
  • Zugriff: Die Wehrführung und vom Aufgabenträger benannte Verwaltungsmitarbeiter können abgeschlossene Berichte archivieren, abrufen, drucken oder exportieren (zum Beispiel für Feuerwehrverwaltung, Rechnungslegung oder Statistik).
  • Andere Systeme: CEVAS Feuerwehr stellt die Leitstelle Lausitz bereit. In anderen Landkreisen können andere Systeme genutzt werden. Wie das bei euch läuft, sagt die Wehrführung.

Gute Berichte

  • Tatsachen statt Vermutungen: Schreib, was du gesehen und getan hast.
  • Zeiten festhalten: Einsatzbeginn, Maßnahmen, Einsatzende.
  • Veränderungen nennen: Tür geöffnet, Schalter umgelegt, Gegenstand bewegt (siehe Verdacht auf Straftat).
  • Gründe notieren: zum Beispiel für eine Türöffnung oder einen Eingriff ohne Einwilligung.
  • Personen: Nur das Nötige, Datenschutz beachten. Siehe Datenschutz in der Feuerwehr.
  • Bei besonders belastenden Einsätzen soll ein ausführlicher Bericht mit namentlicher Erfassung der Beteiligten geschrieben werden, siehe PSNV für Einsatzkräfte.

Nach dem Einsatz außerdem

Was heißt das für dich?

  • Dokumentieren gehört zum Einsatz. Wer später gefragt wird, hat Zahlen und Zeiten im Kopf oder auf einem Zettel.
  • Sag Veränderungen an Einsatzstelle und Gerät dem Verantwortlichen. Sonst weiß keiner, was passiert ist.
  • Frag nach dem System deiner Wehr: Wer schreibt den Bericht, wo wird er eingetragen und bis wann?
  • Maßgeblich sind die Vorgaben deines Trägers und der Leitstelle. Die Seite fasst die Beschreibung der Anwendung CEVAS Feuerwehr (Leitstelle Lausitz, 2016) und die dort genannten Vorschriften zusammen. In anderen Landkreisen kann es andere Verfahren geben.
Zuständig
Einsatzleitung vor Ort (VV BbgBKG Nr. 9.3, FwDV 100 Nr. 3.3.5)
Definition
Erfassen, Sammeln, Ordnen und Aufbewahren von Informationen und Sachverhalten
Zweck
Nachweis verantwortlichen Handelns, Information, spätere Auswertung
Einsatzende (Lausitz)
alle Fahrzeuge im Status 2 und Einsatzleiter hat den Einsatz gegenüber der Leitstelle für beendet erklärt
Software in der Region Lausitz
CEVAS Feuerwehr, kostenfrei durch die Leitstelle Lausitz für die Landkreise Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und die Stadt Cottbus
Einsatztagebuch
ab Führungsstufe C intensiv, in Stufe D unverzichtbar

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